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Posts Tagged ‘Dan Fesperman’

Über Interviews mit Autoren zum Hören hatte ich in der Vergangenheit schon einmal geschrieben. Im Vergleich zu den schriftlichen Interviews, die häufig sehr schematisch und ohne Dialog sind, sind sie zumeist lehrreich und unterhaltsam.

Am Wochenende hatte ich mit hingesetzt, um zu schauen, ob ich zu Autoren, deren Bücher ich in der jüngeren Zeit besprochen hatte, Interviews zum Hören (oder Sehen) finden kann. Dabei habe ich durchaus einiges gefunden:   

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Der Schriftsteller David Skibbins führte ein ausführliches (von der akustischen Qualität her allerdings lausiges) Interview mit -> Jan Burke . Die beiden sprechen über Burkes Leben in Kalifornien (sie ist in Texas geboren) und über kleinere Städte wie Laguna Beach, New Port Beach, Long Beach, die im Schatten von Los Angelos stehen und so ein wenig Vorbild für Las Piernas sind, der gedachten Stadt in der Burkes Romane um Irene Keller spielen.

Ein größerer Teil des Dialogs ist Burkes Arbeitsweise gewidmet. So macht sich Burke Gedanken über Hauptpersonen in Serien und wie sie sich im Verlauf ändern. Für sie sind solche Veränderungen wesentlicher Teil einer Serie. Anders als manch andere Autoren, sieht sie darin auch keine moderne Erscheinung, sondern kann derartiges auch schon bei Dorothy L. Sayers Lord Peter Wimsey ausmachen.

Ein guter Dialog zweier kompetenter Gesprächspartner, bei dem der Interviewer Burke auch Zeit zum Nachdenken lässt.

laura-thumb.jpg Laura Lippmans Auftritt bei CBS News am Morgen ist relativ kurz und alleine auf ihr Buch No Good Deeds bezogen. Sie schildert den vordergründigen Anlass zum Schreiben des Buches (der gewaltsame Tod eines Staatsanwaltes, der die Medien nur so lange interessierte, wie sie ihn für ihre Zwecke nutzen konnten) und die zugrunde liegende Motivation (die Kluft zwischen solchen „Celebrity-Toten“ und dem alltäglichen Mord auf den Straßen Baltimores).

Ein ausführliches Interview aus dem Jahr 2004 mit Lippman ist nicht nur für alle diejenigen interessant, die die Autoren nicht so gut kennen – relativ einfach zu verstehen, weil Lippman sauberes Ostküstenamerikanisch redet und die Interviewerin Engländerin ist. In diesem dreiteiligen Gespräch (dessen dritten Teil ich nicht öffnen konnte) wird sie über ihre Entwicklung zur Autorin und ihre Arbeitsweise befragt. Ausführlich äußert sie sich zu Every Secret Thing (deutsch: Gefährliche Engel) und seine Urspünge in einem realen Fall in Großbritannien. Auch hier gibt es einen ausführlichen Hintergrund, nämlich der Verlust der Kindheit, den sie überall in den USA ausmachen kann – sie folgt damit (zum Beispiel) auf Neil Postmans Spuren. So schildert sie, dass Anklagen wegen Gewaltverbrechen in den USA auch bei jüngeren Jugendlichen üblicherweise nach Erwachsenenrecht erfolgen.    

Der dritte Teil des Interviews soll über Lippmans Buch By a Spiders Threat gehen. 

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Zu Dan Fesperman und seinem jüngsten Buch The Prisoner of Guantanamo fand ich zwei Interviews.

Ein längeres Gespräch (von mancher Werbung unterbrochen), beschäftigt sich ausführlich mit dem realen Hintergrund des Buches und über die Erfahrungen die Fesperman vor Ort machen konnte [man muss, um das Gespräch öffnen zu können, zum 24.07.2006 runterscrollen]. Es ist für Menschen die das Buch schon gelesen haben weniger interessant. Liefert aber gute Information zum „Phänomen“ Guantanamo; über die Landschaft, die Grenze zu Kuba, seinen Aufbau, die Gefangenen und die verschrobenen Verstellungen vieler „indoktrinierter“ Wärter. Wenn Fesperman offenbart woher er sein Wissen über die Arbeitsweise des kubanischen Geheindienstes hat, zeigt sich auch, wie „down to base“ das Buch ist.

Ein kürzeres Interview mit ihm ist mehr auf das Buch fokusiert, und auch für Leser interessant, die das Buch schon gelesen haben.

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Kacey Kowar führt mit Laurie R. King hauptsächlich ein Gespräch über ihr Buch Looked Rooms, ihre Recherche hierzu und dem allgemeinen Hintergrund der Mary Russell Serie. So nebenbei ist es auch eine Erfahrung für den Rezensenten. Während ich mich bemühte, nicht zu erzählen, dass Holmes die Hilfe eines ehemaligen Privatdetektives von Pinkerton in Anspruch nahm, der unter Tuberkulose litt und sich mit Arbeiten in kleineren pulp-Magazinen über Wasser hielt, kicherte die Autoren gleich mehrfach im Interview über diese ihre Idee.

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