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Posts Tagged ‘Afroamerikanische Kultur’

Ein Scharmützel und die anschließend angemessene Erläuterung auf dem Blog vom Bremer Sprachblogger gibt mir Gelegenheit ein Zitat loszuwerden, das ich schon lange Zeit mit mir herumtrage:

A series of readings and discussions that celebrate the body of literature written by women across the African diaspora—African-American, Afro-Caribbean, Afro-Latina, Afro-European, and continental African.

aus the new school

Anatol Stefanowitch hatte Malcom X als schwarz bezeichnet, was zur Replik führte, dass dieser Begriff eine beleidigende Konnotation hätte und „farbig“ neutraler wäre. Später verwies Anatol Stefanowitch darauf, dass mittlerweile „african-american“ der „state of the art“-Begriff sei. Er schrieb, dass Kreise, die Schwarzen gegenüber ein „Galanteriespiel“ betrieben, die Verschiebung der Begriffe nigger -> black – african american verursacht hätten.

Das ist sicher richtig, birgt jedoch ein wenig die Gefahr, dass man die Bedeutung übersieht, die dem Begriff „african american“ innewohnt. Hier ist mehr im Spiel als politische Korrektheit. Mit diesen Wort kommt der Bezug der schwarzen Amerikaner (oder zumindest eines Teil von ihnen) auf ihre afrikanischen Wurzeln zum Ausdruck (siehe das obige Zitat). Spätestens mit der Bürgerrechtsbewegung der 60er Jahre kam das Bewusstsein, dass die Schwarzen nicht freiwillig nach Amerika gekommen, sondern dorthin verschleppt worden waren und dass die amerikanische Gesellschaft keinen Platz für sie hat(te).

Im Begriff der Diaspora, der sich ursprünglich auf die Vertreibung der Juden bezog, kommt die Vorstellung der Heimatlosigkeit und des mythischen Ortes der Heimat zum Ausdruck. Aber anders als die Juden werden die meisten schwarzen Amerikaner kein reales Interesse daran haben, tatsächlich nach Afrika zurückzukehren.

Da man mit molekularbiologischen Methoden relativ einfach genetische Wurzeln auffinden und Stammbäume rekonstruieren kann, hat sich mittlerweile ein Gewerbe (-> hier, -> hier, -> hier) gebildet, das einen Nachweis der afrikanischen Wurzeln erlaubt. Es scheint zu florieren und bietet seine Dienste für gutes Geld an (400 $ für die väterliche oder mütterliche Wurzel scheint mir ein stolzer Preis. Zumal, wenn man nur vier Generationen zurückgeht, man ja schon 16 Wurzeln, 8 mütterliche und 8 väterliche hat. Dass das also Bauernfängerei auf hohem Niveau ist).

Zwei Bücher fallen mir auf die Schnelle ein, die das Thema der afrikanischen Wurzeln aufgreifen: Eleanor Taylor Blands Fatal Remains und Clyde W. Fords The Long Mile.

bernd

PS Von den weißen Einsprengseln vieler Afroamerikaner ganz zu schweigen.

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