Feeds:
Beiträge
Kommentare

Archive for the ‘Autoren’ Category

JAMES LEE BURKE TOO BUT I WISH HE’D LIGHTEN UP A BIT.

Ken Bruen in einem von klug geführten Interview mit Brian Lindenmuth, über die Privatdetektivserien die er besonders mag. Das ist ausgesprochen große Klasse, da Burke im direkten Vergleich eigentlich der mildere ist.

bernd

Read Full Post »

american skinBei einer Jahresproduktion von drei oder mehr Büchern haben es die einzelnen Bücher Bruens mitunter schwer die nötige Beachtung zu finden. Für American Skin bedeutete das neben einem Buch der Jack Taylor Reihe, einer Buch der Serie um Sergeant Brant und einer Koproduktion Bruens mit Jason Starr zu bestehen. Das erklärt es wohl auch weswegen es einigermaßen ruhig um das Buch blieb – an der Qualität zumindest liegt es nicht.

American Skin steht so ein wenig zwischen den Stilen, die durch die genannten Serien verkörpert werden. Da ist Stephen Blake, der Protagonist, der ein wenig vom grüblerischen Selbstzweifel Jack Taylors hat, ohne allerdings ganz so konsequent am Rande des Abgrunds zu stehen, da sind die Bösewichte im Buch, ein farbenfroher Haufen, die einseitiger als Brant böse sind und da ist natürlich immer und immer wieder der Humor, der weniger Selbstzweck als beim Gemeinschaftswerk mit Jason Starr ist, und mehr im Halse stecken bleibt.

Blake ist eigentlich ein guter Kerl, nach einigem Wirbel ist mit einer Freundin Ruhe in sein Leben eingekehrt. Dummerweise hat er Verpflichtungen und so kommt es, dass er an einem Bankraub teilt nimmt und seine Freundin, die Bankerin ist, hinterher das Geld sehr geschickt nach Amerika schleust. Blake macht sich also auf ins gelobte Land und seine Freundin soll folgen. Aber schon bald beginnen sich die Dinge etwas komplizierter darzustellen als ursprünglich gedacht. Drogendealer, ein eiskaltes Luder und zwei Psychopathen, Cowboy der eine, Nordire der andere kreuzen dort seinen Weg.

American Skin nicht nicht so extrem wie viele von Bruens Bücher (aber das ist nun wirklich nur relativ zu verstehen), deshalb hat es schon beinahe eine laid-back Atmosphäre, es ist damit auch ein wunderbarer Einstieg für Bruen-Neulinge. Sehr schön kann man hier seinen Stil bewundern, seinen trockenen Wort- und Sprachwitz, der ansatzlos losgeht oder dieses Eintauchen in die Popkultur und das Auftauchen mit zahllosen Referenzen, hier sehr viel mit Bezügen zur Countrymusik. Wie überhaupt diese Kultur eine größere Rolle spielt, schließlich begibt man sich nach Tucson in den Süden der USA.

American Skin weist aber nicht nur die typischen Qualitäten Bruens auf, sondern bietet auch eine unterhaltsame Geschichten, die mal in der ersten, mal in der dritten Person den unterschiedlichen Personen folgt, und, wie es bei Bruen halt üblich ist, in einem recht komplexen Knäuel endet.

bernd

Read Full Post »

ammunitionKen Bruen setzt seine Serie um Inspector Brant fort. Seit neun Jahren und sieben Büchern ist dieses Subjekt polizeilicher Allmachtsphantasie nun in London unterwegs. In Ammunition geht es ihm selber an den Kragen, während er in der Kneipe sitzt und über den Tod Ed McBains nachsinnt,  und wieder einmal seinen schwulen Kollegen Porter Nash provoziert, tritt ein Killer an ihn ran und schießt auf ihn.

„These files were, of course, only the official ones, 90 per cent of Brant’s activities were … as they say … off the books. He wasn’t exactly the type of cop who wrote up a report on his actions. […] There wasn’t a villain, snitch, or hooker who didn’t know of him or about him.“

Die Kollegen und Vorgesetzten wissen nicht recht, wie sie reagieren sollen. Betroffen ? Erleichtert ? Auf jeden Fall muss man sich auf die Suche nach Täter und Auftraggeber machen – eine Suche, die allerdings erst so richtig an Dynamik gewinnt als Brant aus dem Krankenhaus entlassen wird und, unterstützt von Porter Nash Verbrechern und Kollegen zeigt, wie man es macht.

Bruen dagegen zeigt in Ammunition, wie man als Autor der Gefahr entgehen kann,  dass die eigene Serie in Routine versandet. Das Personal der Polizeistation zumindest, mit schwulen Superdetektiv, schwarzer, einst kiffender Alibipolizistin, einstigem Jungtalent und Brutalochef wirbelt er in diesem Buch kräftig durcheinander und als Leser kann man nur darüber rätseln, welche Richtung die Serie im Weiteren einschlagen wird.

Stilistisch dagegen gibt es wenig neues zu vermelden. Will man als Autor nicht den Ellroy oder den Peace geben, kann man’s wohl nicht mehr knapper machen, zwischen diese Sätze passt kein Blatt Papier mehr. In seiner gewohnt effizienten Art zu erzählen, reich an Anspielungen (dabei jedoch weit weniger demonstrativ als Adrian McKinty) taucht er seine Polizisten in ein Wechselbad der Erlebnisse.

Polizisten sind entweder korrupt, vom Job und Drogen zerfressen oder beides. Zu sagen, diese Weltsicht sei eine zynische, ist wohl eher eine Untertreibung. In Ammunition wird sie konsequent von verschiedenen Blickwinkeln ausgeleuchtet.

bernd

Read Full Post »

To me, Thomas H. Cook is something of a god amongst authors, and Red Leaves was, without question, my favorite novel of 2006.

Schreibt Ali Karim.

Sicher war es für mich eine herbe Enttäuschung, dass die deutsche Übersetzung von Red Leaves, Das Gift des Zweifels es nicht in die Bestenliste und zum DKP gebracht hat. Und was die Wertschätzung Cooks betrifft, stimme ich Ali Karim zu, Cook ist sicher einer der besten derzeit lebenden Krimiautoren.

bernd

Read Full Post »

Tobias Gohlis moniert, dass irische Krimis zu wenig politisch seien:

Zum Beispiel das Irische: gleich, ob man Benjamin Black nimmt, Declan Hughes oder jetzt Tana French, drei ganz unterschiedliche Temperamente – auffällig ist, dass von den politischen Ereignissen, die Irland jahrelang erschüttert haben, kaum die Rede ist, alles dreht sich um Familiengeschichten, ganz unpolitisch, ganz in der persönlichen Erinnerung verankert, lange vergangen.

So viel mehr Autoren sind da auch gar nicht übersetzt, aber der gesamte Text bei Arte klingt ein wenig sehr nach pars pro toto. Das sind ja nun drei Behauptungen in einem: Die Bücher der genannten Autoren seien unpolitisch (1), der irische Krimi sei unpolitisch (2) und der irische Krimi nähme nicht Bezug auf die politischen Ereignissen, die Irland jahrelang erschüttert haben“ (3). Ich vermute ‚mal, dass mit diesen „Ereignissen“ der Nordirlandkonflikt gemeint ist.

Da der erste Punkt schon nicht ganz richtig ist, liest sich das dann so, als wenn alle Romane die nicht auf den Nordirlandkonflikt (oder wie Declan Burke schreibt: „of the 30-year conflict that involved the Provisional IRA, the INLA, the British Army, the RUC (latterly the PSNI), the Gardai, and more Loyalist paramilitary armies than you could shake a cat-o’-nine-tails at ) Bezug nehmen, unpolitisch seien. Diese Beziehung hielte ich für verkehrt (ich weiß auch nicht ob Gohlis sie beabsichtigt hat), zumal nicht jede Region Irlands in innigen Kontakt zum Konflikt stand oder steht.

Declan Burke zumindest ist etwas überrascht und nimmt Stellung. Vorausschicken muss man, dass der größere Teil der durchaus aktiven irischen Krimiautorengemeinde nicht ins Deutsche übersetzt ist, eine verallgemeinernde Aussage ist aber nur natürlich möglich, wenn man auch die nicht übersetzten Bücher berücksichtigt.

Zum Punkt, dass irische Autoren auf die Ereignisse keinen Bezug nehmen, bringt Burke einige Gegenbeispiele (hätte aber mehr in Petto):

  • Adrian McKintys Michael Forsythe ist ein ehemaliger britischer Soldat, der in THE DEAD YARD undercover verräterische Republikaner ausräuchert und In THE BLOOMSDAY DEAD hat er bei seiner Rückkehr nach Belfast Kontakt mit und eliminiert eine Vielzahl von Paramilitärs.
  • Sylvester Youngs SLEEPING DOGS LIE handelt von einem ex-IRA Mann der in die USA reist.
  • Ähnlich Ken Bruens AMERICAN SKIN.
  • In Declan Burkes EIGHT BALL BOOGIE, gehen ehemalige Paramilitärs neuen Beschäftigungen nach, insbesondere dem Kokainschmuggel.
  • In David Parks THE TRUTH COMMISSIONER werden ehemalige Paramilitärs und ehemalige RUC Offiziere für frühere Taten zur Verantwortung gezogen.
  • Colin Bateman lebt und schreibt in und über Nordirland.
  • Ebenso Sam Millar.
  • Und letztlich schreiben Autoren wie Peter Cunningham, Jack Holland and S.J. Michaels über das Thema seit den späten ’80zigern und frühen ’90zigern.

Also, der irische Krimi, können wir folgern, beschäftigt sich durchaus mit den Ereignissen. Es ist lediglich so, dass entsprechende Bücher nicht ins Deutsche übertragen werden, aber dafür kann ja nun keiner ‚was – außer den Verlagen.

Ist denn nun jeder Roman der sich nicht mit den Ereignissen beschäftigt unpolitisch ? Ist jeder, stellt ein Kommentator bei Declan die Frage, italienische Roman unpolitisch, er sich nicht mit der Mafia beschäftigt ? Wohl kaum, eine Zivilgesellschaft darf sich kaum so in „Geiselhaft“ nehmen lassen.

Bleibt also die Frage, ob den die von Tobias Gohlis genannten Autoren und deren Bücher, wie von ihm behauptet, apolitisch seien und lediglich in längst vergangenen, familiär gefühligen Zeiten verweilen ? Hierzu muss man ein wenig wissen, woher Irland kommt und wohin es geht – from being to becoming gewissermaßen. Die Abstimmung zur EU-Verfassung hatte es ja wieder in unser Bewusstsein gebracht. Irland, auch celtic tiger genannt, ist ökonomisch in den letzten 10 bis 15 Jahren explodiert und eines der ehedem ärmsten Länder der EU ist mittlerweile eines der reichsten Länder. Dieser Prozess führte natürlich auch zu beträchtlichen gesellschaftlichen Verwerfungen.

Zu Tana French Grabesgrün hatte ich schon geschrieben, dass es die drohende Zerstörung einer alten heidnischen Kultstätte thematisiert, an deren Stelle eine Autobahn gebaut werden soll. Sicher ist es nicht das Hauptthema, aber doch ein prominenter Nebenstrang. Declan Burke schreibt dazu:

In Ireland, many such developments are highly controversial and politically charged, the most obvious example being that of the M3 motorway, currently planned to run through the Tara Valley (right), an archaeological complex dating back to 2,000 BC.

Und er weist darauf hin, dass auch das Thema der Korruption von French aufgegriffen wird.

In den 50er und 60er Jahren war das Land in einem Ausmaß, welches uns kaum vorstellbar erscheint, durch die katholische Kirche dominiert. Ken Bruen verweist zum Beispiel auf die Magdalen Martyrs (Musikkennern ist „The Magdalene Laundries“ von Joni Mitchell, vom Album „Turbulent Indigo“ bekannt). In dieser Zeit spielt auch Benjamin Blacks Nicht frei von Sünde und beschreibt eindrücklich die Allmacht der katholischen „Bruderschaften“. Angesichts der Stellung der katholischen Kirche im heutigen Irland, wäre also unpolitisch für das Buch der falsche Begriff.

Declan Hughes dagegen zeigt anhand eines aus den USA zurückkehrenden Irens in Blut von meinem Blut mit welcher Kraft der celtic tiger wütet und die Gesellschaft umkrempelt.

Das letzte Wort jedoch soll Adrian McKinty gehören, einem aus Nordirland (NI) stammenden Autoren, der mittlerweile in den USA lebt:

Cant speak for the rest of NI never mind Ireland but where I’m from Carrick/North Belfast you can’t run a business without dealing with certain people who enjoy wearing ski wear in the summer. These people dont like to see themselves put down in print or TV and that has a certain chilling effect. I’m not back in Ulster that often but me and my family have had unpleasant ‚dealings‘ with these people several times in the last couple of years that has unsettled us. It can make you think twice.

bernd

Read Full Post »

Als ich das Buch The Heart-Shaped Box von Joe Hill das erste Mal in den Händen hielt, dachte ich, der Name des Autors kann nicht echt sein. Denn Joe Hill, oder Joel Emmanuel Hägglund bzw. Joseph Hillström war ein Liedermacher und Gewerkschafter und wurde nach problematischer Gerichtsverhandlung des Mordes für schuldig befunden und 1915 erschossen. Joan Baez hat sich in einem wunderbaren Song in Woodstock auf ihn bezogen:

Tatsächlich heißt der Schriftsteller in Wirklichkeit Joseph Hillstrom King, ist zweifacher Gewinner des Bram Stoker Awards, Gewinner des International Horror Guild Awards, hat den World Fantasy Award für die beste Novella und noch paar weitere „Horrorpreise“ gewonnen – das alles für Kurzgeschichten und Anthologien. Nun hat er seinen ersten Roman geschrieben, einen Krimi, den International Thriller Award und den dritten Bram Stocker hat er damit schon gewonnen.

Er ist nach dem Liedermacher benannt. Die verkürzte Fassung des Namens war auch tatsächlich ein Pseudonym, das hielt bis letztes Jahr, nun wissen alle, dass er der Sohn von Stephen King ist.

bernd

Read Full Post »


Zum Thema Autoren und Selbstmarketing
Mit Dank an Cornelia Reid, die noch einige mehr Videos hat.

Read Full Post »

Older Posts »