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Archive for September 2009

triggercity_MM_plainRay Drudgeon ist Privatdetektiv in Chicago. Er wirkt wie ein Nachfahre Philip Marlowes. Dieses meinte man auch schon im Vorgängerbuch und Erstling des Autors Big City, Bad Blood zu spüren. Ansonsten, so kann man erfreut feststellen, hat Trigger City mit dem Buch, welches im letzten Jahr für viel Furore sorgte, stilistisch gar nicht so viel gemein. Mit der Freundin, die einfach nicht in ständiger Angst um ihn leben will, scheint auch ein wenig der Impetus Rays abhanden gekommen zu sein. Trigger City ist im Vergleich wenig Thriller, Ray verletztlicher und das Buch mehr für Verschwörungstheoretiker geeignet.

Ray wird von einem pensionierten Oberst gebeten, den Tod der Tochter aufzuklären. Eigentlich scheint die Sache klar. Die Tochter hat die Buchhaltung einer größeren Firma geleitet und wird eines Tages von einem Programmierer, den sie angestellt hatte, erschossen. Kurz danach begeht der Täter Selbstmord. Der Ablauf, wie gesagt, ist unstrittig, doch die Motivation des Täters, die Beziehung zwischen ihm und der Tochter wünscht der Vater aufgeklärt.

Schnell stellt Ray fest, dass hinter dem Fall wohl mehr steckt als eine persönliche Beziehung zwischen Opfer und Täter. Die Informationen, die Ihm die Menschen geben, die Opfer und Täter kannten, scheinen alle nicht ganz wahr zu sein. Er merkt, dass er beobachtet wird und dann irgendwann erhält er auch den Hinweis, dass es lukrativer für ihn wäre den Fall fallen zu lassen.

Man könnte sagen, Trigger City ist ein Privatdetektivkrimi mit Elementen des Spionageroman. Was da am Ende ‚raus kommt, speist sich aus der damalige (2008) Paranoia der US-Bürger, die Dienste der USA überschritten gelegentlich Grenzen. Diese Geschichte entwickelt Chercover streng nach den Spielregeln des Noirs, weit weniger demonstrativ als es zum Beispiel eine Sara Paretsky tut. Die Art und Weise, wie Chercover das macht, ist geschickt. Da wird wenig souffliert, sondern eher stillschweigend entwickelt sich die Paranoia im Buch.

Die Figur Rays passt sehr gut dazu. Der braucht eigentlich gar keine Paranoia, sein Leben genügt da vollkommen. Die abhanden gekommene Freundin, die Polizei, die sein Tun mit Missfallen beobachtet und ein Fall, der sich ganz anders entwickelt, da kommen Mitspieler hinzu, von deren Existenz man am liebsten gar nicht wüßte.

Vielleicht kein besonders innovatives Buch, mit einem Privatdetektiv, der innerlich und äußerlich unter Druck steht, aber ein gut gemachtes. Auch wenn eine allgemeine Bedrohung ständiger Gast in Big City, Bad Blood war, ist Trigger City erfreulich anders als der Vorgänger.

bernd

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Bei -> Arte gibt es die Krimiwelt-Bestenliste des Monats Oktober 2009:

1. Wolf Haas: Der Brenner und der liebe Gott

2. James Sallis: Dunkle Schuld

3. Tana French: Totengleich

4. Warren Ellis: Gott schütze Amerika

5. Friedrich Ani: Totsein verjährt nicht

6. Ulrich Ritzel: Beifang

6. David Peace: Tokio im Jahr Null

8. Reggie Nadelson: Kalter Verrat

9. Richard Stark: Das Geld war schmutzig

10. Andrew Brown: Schlaf, Mein Kind

Vorübergehend kehrt Ruhe ein in die Bestenliste. Lediglich zwei neue Titel. Rausgeflogen: Ken Bruen, aber das ist bei Jack Taylor ja Programm. Neu aufgenommen wurde Tokio im Jahr Null, ein ebenso erklärungsbedürftiges wie -würdiges Buch.  Wolf Haas hat es nunmehr auf Platz eins geschafft, vermutlich ist es unterhaltsam, aber schon beim Lesen des letzten Buches war bei mir der Rausch des Neuen, der Haas erste Bücher umgab, verflogen und eine gewisse Gewöhnung (beinahe Langeweile) hatte sich eingestellt.

Fünf der zehn Bücher sind Tb-Ausgaben, drei der Bücher sind von deutschsprachigen Autoren, zwei Bücher sind von Frauen geschrieben, zwei der Titel sind neu.

bernd

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city of the sunJedes Jahr verschwinden circa 800.000 Kinder in den USA. Viele von diesen laufen lediglich für eine kurze Zeit von daheim weg, manche jedoch bleiben für immer verschwunden. Während Jan Burke aus diesen Thema ein vielsträngiges, komplexes Drama macht, legt David Levien mit seinem Erstling einen knackigen, intelligent geschriebenen Thriller vor, bei dem die Eltern und ihre Suche nach einer Antwort eine wesentliche Rolle spielen.

13 Monate nachdem der 12 Jahre alte Jamie verschwunden ist, wenden sich die Eltern an Frank Behr. Der ist ein einsamer Wolf, aus der Polizei verstoßen und kommt dem Detektiv klassischer Prägung einigermaßen nahe. Nicht, dass er sich darum risse einen aussichtslosen Fall zu übernehmen, aber er erweist sich als idealer Detektiv für diesen Fall. Nicht nur, weil er hartnäckig und unbeirrbar einige kalte Spuren auftut, die er dank guter Informanten und seiner ungeheuren physischen Präsens verfolgen kann, sondern auch, weil er Ähnliches schon selber erlebt hat.

Es ist ein Buch, dem man definitiv nicht ansieht, dass es ein Erstling ist. Aber da Levien ein erfolgreicher Drehbuchautor in Hollywood ist, kann man ihn auch kaum als unerfahren bezeichnen. Im Mittelpunkt steht ganz klar Behr und seine Suche, immer weder muss dieser erleben, wie er eine Spur auftut um dann zu beobachten, wie diese wie Schwarzpulver verglimmt, um dann unter der Asche nach neuen Hinweisen suchen zu müssen. Als Person ist Behr natürlich nahe am Klischee des klassischen Privatdetektives, in der Summe seiner Eigenschaften und insbesondere mit der Fähigkeit über sich selbst auch ohne Flasche am Hals reflektieren zu können und dann auch Konsequenzen für sich ableiten zu können, entwickelt er allerdings genügend eigenständige Persönlichkeit.

Behr ist so etwas wie der Retter, den die USA letztes Jahr suchten. Beschädigt, aber unbeirrbar wühlt er sich voran.

Levien beherrscht es die Geschwindigkeit seiner Erzählung zu variieren und immer weder Überraschungen zu setzen. Er ist ein wunderbarer Erzähler, der nicht nur eine spannende Geschichte erzählt, sondern auch eine emotionale, die ohne Technicolorpathos daher kommt. Die Beziehung der Eltern zum Beispiel ist nach der langen Zeit der Verzweiflung auf den Hund gekommen, man hat sich nichts mehr zu sagen, jeder lebt in seiner eigenen Welt. Levien beschreibt dieses nüchtern, nachvollziehbar.

Es ist ein eigentümlich geschmeidiger Stil, in dem Levien schreibt, ohne aufgesetzten Thrillereffekten, aber es ist einer, der den Leser antreibt zu sehen, wohin die Suche Behr führt und wohin die Eltern gelangen.

City of the Sun lotet seine Geschichte tief aus, fesselt den Leser  und ist gelungen vorgetragen.

bernd

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empty ever afterReed Farrel Coleman ist eines der großen US-amerikanischen Autorentalente, Empty ever after macht das nur zu deutlich. Trotz des Gewinns zahlreicher Preise und noch mehr Nominierungen, beim breiten US-Publikum scheint Coleman nur wenig bekannt zu sein. Für dieses Buch hat er sich offensichtlich einen neuen Verlag suchen müssen. Es wirkt wie der Abschluss der Serie um Moe Prager, die, wie die Jack Taylor-Serie von Colemans Freund Ken Bruen als Ganzes zu sehen ist, als ein Werk, in dem die einzelnen Bücher lediglich einzelne Kapitel darstellen.

Der Hinweis FaulknersThe past is never dead. It isn’t even past.“, den Moe in Soul Patch, dem vorausgegangenen Band zitierte, könnte als Motto der gesamten Serie voraus gestellt werden – er passt auch sehr gut zu Empty ever after, dem (bisherigen) Kulminationspunkt.

Eine alte Geschichte verband ihn auf ewig und im Hass mit seinem Schwiegervater. „Do you believe in ghosts ?“ war immer wieder dessen Frage. Mit dem Tod des Schwiegervaters wurde die Büchse geöffnet und all die Geister kommen ‚raus, die Moe in den vorangegangenen Büchern angesammelt hatte und sie verfolgen ihn.

Empty ever after beginnt damit, dass Unbekannte das Grab des Schwiegervaters verwüsten, und Moe frühere Frau einen Geist sieht. Moe ahnt, was da passiert sein könnte und ihn, seine Frau und die Tochter bedroht und er macht sich mit all seiner Kraft auf, die zu finden, die hinter all dem stecken.

Welch maligne Kraft setzt Coleman da frei: Empty ever after ist ein verstörendes, emotionales Buch, das Moe und den Leser bis auf Äußerste fordert. Es bringt die verschiedenen Geschichten der Vorgängerbücher alle noch einmal zusammen. Dabei muss man die Vorgänger nicht kennen, aber es ist schon erstaunlich, wie zwanglos die Geschichten, die Coleman über mehrere Jahre geschrieben hat, hier zusammen kommen.

Wie die Vorgänger ist Empty ever after ein wunderbar geplottetes Buch, voller philosophischer Gedanken, großer Melancholie und zarten Humor. Einst hatte Coleman als Poet begonnen, seiner Schreibe sieht man das immer wieder an, die Wortwahl, die vielschichtige Art und Weise wie z.B. mit dem Begriff „Geist“ umgegangen wird, das ist pures Lesevergnügen.

Mit Ken Bruens Jack Taylor fliegt raus wurde eine der letzten größen Lücken in der deutschen Krimilandschaft geschlossen, nun wird es also auch Zeit, dass sich einer der Verlage Coleman annimmt und dessen Moe Prager Serie in der Geschlossenheit, die diese verdient und benötigt auf den deutschen Markt bringt.

bernd

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blue doorDavid Fulmer ist der Autor mehrerer Bücher, die in der dunklen Vergangenheit der USA angesiedelt sind. Helden seiner Bücher waren bisher „farbige“ Männer, mit denen Fulmer zeigt, unter welchen Bedingungen nicht-Weiße in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts in den USA lebten.  The Blue Door ist nicht wirklich anders, auch wenn der Held des Buches, ein weißer Boxer italienischer Abstammung ist.

Eddie Ceros Zeit als Boxer geht zu Ende. Beim letzten Kampf ist wieder einmal der Cut über der Braue geöffnet worden. Zufälligerweise kann er auf dem Heimweg einem Mann helfen, als dieser überfallen wird und zufälligerweise, so stellt sich ‚raus, ist dieser Mann Privatdetektiv. Er bietet Eddie einige kleinere Jobs an, und wider Willen bleibt Eddie bei der Stange und wird so etwas wie ein Schüler des Mannes.

Er stößt auf Valerie, schwarze Sängerin in einem ‚Nachtclub. Sie fasziniert ihn und zieht ihn in ihren Bann. Vor wenigen Jahren war sie Mitglied der Excels, einer Band, die an der ganzen Ostküste erfolgreich war, bis dann eines Tage und plötzlich Johnny der Leader der Band verschwand. Eddie fragt sich, was denn wohl damals vor drei Jahren mit dem Sänger passiert war und ehe er sich versieht, ist er Mitten in den Ermittlungen, die vor ihm auch schon Polizei und erfahrene Privatdetektiv anstellten.

Nun ja, die Rahmenhandlung ist wohl einfach eine Rahmenhandlung. Im Weiteren stolpert Eddie ein wenig durch „seinen Fall“, trifft auf viele Widerstände, zwei Männer werden getötet, und irgendwie bringt er seine Gesprächspartner immer wieder dazu, obwohl sie es eigentlich nicht möchten, mit ihm zu reden, So zeichnet sich mit der Zeit ein Bild ab, alle scheinen sich sicher, dass Johnny getötet wurde und am Ende findet Eddie dann auch die Lösung.

David Fulmer hat als Journalist viele Artikel über Musik geschrieben. Die Musikszene der jeweiligen  Zeit und Region in der die Bücher spielen, ist immer ein wichtiger Bestandteil seiner Bücher. Hier also Philadelphia, bevor der sog. Philly Sound entstand und Soul und Rock noch dominierten. Die Atmosphäre der Nachtsclubs und Kaschemmen, die Vibes der Straße, ihre Sprache und die Einfachheit des Lebens, all das bringt The Blue Door gut rüber. Wobei einem aber auch immer wieder das wörtchesche Diktum anlässlich des ersten Buch des Autors einfällt „It don’t mean a thing, if it ain’t got that swing“, manchmal wirkt doch alles ein wenig angelesen.

Schwachstelle des Buches ist die Pace. Das liest sich wie Wassertreten. Der Autor ist so sehr damit beschäftigt, an seiner (wie gesagt, gelungenen) Atmosphäre zu basteln und an den Reflektionen Eddies teilhaben zu lassen, dass er vergießt auch gelegentlich ‚mal das erzählerische Gaspedal zu bemühen. Kurzum: The Blue Door ist das Buch für Jägers des Atmosphärischen, die mal Straßenluft schnuppern wollen. ohne dass es gleich „richtig“ dirty sein soll.

bernd

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200px-Leading_LadyEigentlich ist Jerry Lang ein ganz normaler Einbrecher, aber er hat daraus eine kleine Kunst entwickelt. Die Leading Lady ist die Frau, die ihm während des Jobs voraus geht. Hübsch und schauspielerisch begabt, ist sie es, welche die Menschen nicht täuscht, sondern ablenkt, so dass diese Jerry hinter ihr gar nicht beachten. Jahrelang war er mit Gloria erfolgreich unterwegs und und auch außerhalb der „Bühne“ ein Paar. In der New Yorker „Szene“ hatten sie sich einen guten Ruf erarbeitet. Dann geht ein Ding schief, irgendwer hat gequatscht, plötzlich sind da bewaffnete Typen, wollen ihn „auf der Flucht“ erschießen und töten tatsächlich sie.

Jerry landet ihm Gefängnis. Dort will ihm wer ans Leder. Mehrfach. Auch nach mehreren Umzüge, in andere Anstalten, muss er sich mit viel Glück und Spürsinn seiner Haut erwehren. Dann ergibt sich die Gelegenheit zur Flucht. Jerry ergreift sie und kommt zurück nach New York um den Verräter zu finden und sich zu rächen.

Leading Lady ist ein ganz außerordentliches Buch, eines zu dem man kaum Besprechungen ergoogeln kann und auf das ich (wieder einmal) nur Dank der Nominierung für den Hammett-Prize aufmerksam wurde. Es ist eine Mischung zwischen Noir und Krimi im Mafiamilieu, mit Elementen des Spionagekrimis, unterlegt mit dem leicht schnoddrigen Ton eines Con-Artist-Krimis. Dabei hat Gould eine Schreibe , die so trocken ist wie bestes Brennholz und immer wieder blitzt ein ironischer Ton auf, der dem Buch eine ungemeine Leichtigkeit vermittelt. Insbesondere jedoch ist es eine ganz rasante Geschichte, mit viel Action, Toten und Lug und Betrug.

Die Hand über Jerry und aufgehalten hat jahrelang ein Mafiosi, mittleres Management. Die alterwürdige Mafia verleiht dem Buch eine gewisse Patina, aber tatsächlich spielt es im Hier und Jetzt. Bushs „Krieg gegen den Terror“ entkommt man eben kaum, auch nicht in New York. Jerry ist Nostalgiker, während er seine alte Leading Lady rächen will, findet er eine neue, und dieser zeigt er so ganz nebenbei die alten Wirkungsstätten krimineller Glorie. Da diese zumeist untergegangen sind, ist es auch ein Buch, welches den Wandel der Stadt und den Wechsel der Volksgruppen im Stadtbild zeigt.

Leading Lady wirkt zeitlos und mischt Moderne und Klassik geschickt. Es ist ein Buch, welches man sich im Kopf als Schwarz-Weiß-Film vorstellt und tatsächlich hat Heywood Gould auch einige Drehbücher bekannterer Filme geschrieben. Aber dieses Buch ist viel zu gut geschrieben, um es nicht lesen zu wollen.

bernd

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Viele Dinge unserer modernen Welt haben sich aus sehr viel einfacheren entwickelt und dabei ihre ursprüngliche Funktion zum Teil verloren. Die Finanzwirtschaft zum Beispiel. Einst ging es darum den Tauschhandel zu vereinfachen, heutzutage haben die an den Märkten gehandelten Produkte und durchgeführten Wetten nur noch wenig mit der ursprünglichen Idee gemein. Für Außenstehende sind diese Sachen nicht mehr ohne Weiteres verständlich. Fälschlicherweise werden sie häufig genauso beurteilt wie ihre einstigen Urahnen.

James Patterson ist ein anderes Beispiel.

Patterson2Während die meisten Menschen noch der Vorstellung anhängen, ein Buch sei das Werk eines einzelnen, genialen Menschen, hat sich Patterson schon lange zu einem Markenprodukt weiter entwickelt.  So schaffte er es in 2006 mit fünf verschiedenen Büchern (und einigen Co-Autoren) den ersten Platz der NYT (New York Times) Bestsellerliste für insgesamt 16 Wochen inne zu haben.

Als nun bekannt wurde, dass Patterson seinen Vertrag mit dem Verlag Little, Brown bis 2012 verlängerte und bis zum Laufzeitende des Vertrags 17 Bücher „schreiben“ will, war, wie Sarah Weinman zeigt, die Verwunderung in der englischsprachigen Presse und den Blogs einigermaßen groß. Dabei entsprechen die 17 Büchern in circa 3 Jahren dem Output von 2006 und Sarah Weinman zeigt auch wie es geht:

3 Bücher der Alex Cross-Serie, geschrieben mit Richard DiLallo
3 Bücher der Michael Bennett-Serie, geschrieben mit Michael Ledwidge
3 Bücher der Women’s Murder Club-Serie, geschrieben mit Maxine Paetro
2 Bücher der Daniel X-Serie, geschrieben mit Michael Ledwidge
2 Bücher einer Jugendbuch Serie namens „Witch & Wizard“, geschrieben mit Gabrielle Charbonnet
Eine unbekannte Zahl an „international thrillers“ geschrieben mit Liza Marklund
zudem 2 Bücher der Maximum Ride-Serie,1 oder 2 Sachbücher und 1 Standalone, oder sogar 2.

patterson4Patterson und der US-Verlag machen auch wenig Gewese um die Co-Autorenschaft. Auf der Bestsellerliste der New York Times werden (wie es sich bei zwei Autoren wohl auch gehört) immer beide Namen genannt und ebenso erscheinen beide Namen auf dem Cover der Bücher – Pattersons natürlich etwas größer. Interessanterweise scheint es keine Regel zu geben, wie die Namen der beiden Autoren verbunden werden, mal ist es ein „with“, mal ein „and“ oder „&“ – auch bei unterschiedlichen Ausgaben des gleichen Buches kann es unterschiedlich sein.

Patterson 1In Deutschland ist es dagegen ganz anders. Logisch eigentlich, schließlich ist es das Land der Romantik. (Und überhaupt, was zählen Autorennamen, schnell wird bei uns aus Duane Swierczynski Duane Louis und aus Paul Levine Polly Levine.) Auf den Umschlägen der Bücher der deutschen Übersetzungen fehlt der Verweis auf den jeweiligen Co- Autoren (soweit ich überprüft habe) komplett – Honeymoon zum Beispiel, selbst die Suche mit dem Namen des Co-Autoren, Howard Roughan auf der Seite von Random House verläuft ohne Erfolg. Erst auf den Innenseiten dann der Hinweis auf den zweiten Autor. Die Krimi-Couch unterläßt sowohl auf der Hauptseite als auch auf den Unterseiten (zum Beispiel-> Honeymoon) jedweden Hinweis auf weitere Autoren. patterson3Die Wikipedia liefert wenigsten zu den meisten Büchern den Hinweis auf den zweiten Autor, aber auch sie ist nicht vollständig. Insbesondere fehlt im allgemeinen Teil zum Autor der relevante Hinweis, dass Patterson eine neue Strategie unter Bestsellerautoren eingeführt hat und mit Co-Autoren arbeitet.

Kein Wunder also, dass die Leser, die auf der Couch die Bücher Pattersons kommentieren (etwas, das die Mitarbeiter der Couch selber schon lange aufgegeben haben), gar nicht wissen, wen sie da lesen (1).

bernd

1) „Vielleicht sind ihm als Mann auch Grenzen gesetzt, wenn es um die Gefühlswelt „seiner“ vier Frauen geht.“ heißt es zum Beispiel zu einem Buch, dass Patterson zusammen mit Maxine Paetro schrieb.

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