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Archive for 4. Mai 2009

Thomas Wörtche hat Der Deutsche Freund von Christian Dorph und Simon Pasternak gelesen. Das Buch, das demnächst bei Suhrkamp erscheint, hat ihm nicht gefallen und so wie er es darstellt, bekommt man auch wenig Lust es zu lesen. Nun macht Thomas Wörtche ja gerne auf fundamental. Das ist deshalb auch für ihn die Gelegenheit mit Suhrkamps neuer Krimiserie ins Gericht zu gehen:

Und insofern signifikant für ein ganzes Bündel von Faktoren. Schon die unklare, blasse, vom Hausdesign abweichende Covergestaltung signalisiert, dass man mitspielen möchte im Kreise der Krimi-Fließbandproduzenten;

In der Tat erinnert mich das Cover, so wie man es im Beitrag von Wörtche sehen kann, an Goldmann. Die Umschlaggestaltung von Pacific Private von Don Winslow entspricht einer britischen Ausgabe – nachdem man bei Suhrkamp vorher wohl eine andere Abbildung geplant hatte (die der US-amerikanischen Version entspricht). Eine eigenständige Gemeinsamkeit kann man nicht ausmachen. Aber vielleicht war das auch gar nicht beabsichtigt, wenn man sich bei Suhrkamp Taschenbuch durch die Cover arbeitet, sieht man, dass das Erscheinungsbild der Bücher dort in jüngerer Zeit nicht mehr besonders homogen ist.

die Textauswahl zeigt, dass man deutlich eher von einer vermuteten Verkäuflichkeit ausgeht als von literarischer Qualität.

Leider weiß ich nicht, auf welcher Grundlage Wörtche zu diesem Urteil kommt. Die Krimireihe von Suhrkamp startet Mitte Mai wohl mit drei Büchern, neben Der deutsche Freund auch noch Miss Winters Hang zur Neugier von Kathryn Miller Haines (deren Rosie Winter tatsächlich etwas me-tooig wirkt) aber eben auch Don Winslows Pacific Private. Und ein Verlag der Don Winslow und Adrian McKinty (wohl nächstes Jahr) nach Deutschland holt, hat in meinen Augen schon gezeigt, dass er (auch) auf Qualität macht.

Inwieweit hausintern dahinter die Überzeugung steckt, Kriminalliteratur könne per se gar keine literarischen Qualitäten haben, kann man nicht einschätzen, weil die programmatische Präsentation der Reihe in der Öffentlichkeit völlig substanzlos ist.

Das stimmt leider – Suhrkamp Krimi kann man nicht ergoogeln und das was man unter Krimi bei Suhrkamp findet, überzeugt auch nicht völlig.

Einschätzen kann man hingegen, dass die Suhrkamp-Reihe, statt die Lokomotive zu bilden, hinten auf den abgefahrenen Trend-Zug springt. Denn noch eine belanglose Reihe – so stellt sich das erste Programm dar – braucht man bei der leerdrehenden Überproduktion von Belanglosigkeiten nicht, das können die großen, vertrieblich bestens aufgestellten Konzernverlage sowieso besser.

Thomas Wörtche ist ja, nun, nicht ganz neutral. Er kann ja mit berechtigtem Stolz auf die von ihm aufgebaute metro Reihe schauen, die tatsächlich Markencharakter hat. Im Vergleich zur im Aufbau begriffenen Serie von Suhrkamp sieht man dort eine gestalterische Kraft. Aber dennoch, wer global urteilt, hat selten recht .

bernd

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Dieses Jahr begleitete Sarah Weinman die Preisverleihung bei den Edgars via Twitter, schneller kann man die Information nun nicht liefern.

Gewinner in der Kategorie Bestes Buch

  • Blue Heaven von C.J. Box

Gewinner in der Kategorie Bestes Taschenbuch

  • China Lake von Meg Gardiner

Gewinner in der Kategorie Bestes erstes Buch

  • The Foreigner von Francie Lie

Nicht in allen Kategorien unbedingt das, was ich getippt hatte, aber gerade beim Edgar muss man das Risiko eingehen.

Erwähnenswert ist auf jeden Fall noch, dass T. Jefferson Parker mit Skinhead Central den Edgar für die Beste Kurzgeschichte gewann, womit der Autor eigentlich von nun an von sich behaupten darf dreifacher Edgargewinner zu sein und Brügge sehen erhielt den Edgar für den Besten Film.

bernd

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