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Archive for 19. März 2009

Narren !

Manchmal liefern die staatseigenen Fernsehleute wirklich überzeugende Argumente für die Abschaffung der Rundfunkgebühren. Da machen sie auf Arte ein superinteressantes Programm mit James Ellroy und lassen dieses von Mitternacht an laufen (Wiederholung an vier Tagen zerstückelt, um 5:00 Uhr morgens).

Soll das jetzt ein dezenter Hinweis der Fernsehmacher sein, dass sie gewisse Bevölkerungsgruppen (Berufstätige, Eltern mit schulpflichtigen Kindern) ausgrenzen wollen ? Oder hat irgend ein kluger Programmchef beschlossen, dass brave Bürger sich nicht für Ellroy interessieren.

bernd

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You ever try planning a bunch of activities for kids at a birthday party? Stretch that party over six days and invite another 320 kids with ADD and you’ve got some idea of what I’m talking about.

Louise Ure über die Vorbereitung und Organisation des Left Coast Crime 2009.

bernd

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somer_propheten_4cIn Istanbul gibt es also eine Transvestitenszene, eigentlich nicht verwunderlich, da es sich um die größte Stadt Europas handelt, und dass es dort auch Männer gibt, die sich nach dem Akt ihrer Leidenschaft schämen, ist, angesichts dessen, dass es auch in der Türkei religiöse Eiferer gibt, vielleicht auch kein Wunder.

Der Icherzähler des Buches ist Manager(in) eines Transvestielokals in Istanbul. Die Besucher dort bekommen was zu trinken, können sich auf einer kleinen Tanzbühne präsentieren sund vor allen Dingen die „Mädchen“ entgeltlich mitnehmen. Tagsüber arbeitet er noch als EDV Spezialist und bietet Firmen Sicherheitssysteme an.

Man kennt sich in der Szene und obwohl sein Lokal keineswegs das einzige seiner Art in Istanbul ist, fühlt er sich irgendwie verantwortlich für die „Mädchen“. Erst wird eines von ihnen, dann ein zweites, später noch mehr weitere gefunden. Die Polizei deutet deren Tode allesamt als Unfall, so dass ihm nichts anderes übrig bleibt, als sich selber auf die Suche nach dem Täter zu machen. Er telefoniert mit ein paar Leuten, zapft einen islamistischen Chatraumstörer an, hält sich einen Abend im Lokal auf und schon hat er einen Verdächtigen, dem er nun den Mord nachweisen möchte.

Wie schon Peter Rozovsky feststellte, handelt es sich bei Die Prophetenmorde um einen ins Tranvestitenmilieu Istanbuls verpflanzten Landhauskrimi, rätselratetechnisch ist da nicht viel zu holen. Wie Somer auch an anderer Stelle kundtat, geht es ihm um etwas anders, er versucht das Transvestitenmileu etwas weniger klischeebeladen darzustellen, als man es sonst serviert bekommt. Dazu tritt dann auch der Detektiv, den wir in einer der ersten Szenen noch bei der Enthaarung erlebten, als kampfsporterprobt und eben als Mann, wenn auch effiminiert, auf. Deshalb agieren die Figuren ohne viel klischeebeladene Theatralik und ist der Humor wohl auch etwas gutbürgerlich bieder, mit Charakteren so blass, dass es sich um Höhlenwesen handeln muss.

Raus kommt am Ende ein relativ saft- und kraftloses Buch, sicher nicht eines der „schrägsten Bücher der Saison“ (Aussage des Verlags), auch kein „Transen-Thriller„. In der Türkei mag (ich kann es nicht beurteilen), so etwas ja gewagt ‚rüberkommen, bei uns jedoch, fürchte ich, wirkt es doch seht brav und angepasst, vielleicht ist das massenkompatibel, aber bemerkenswert ist es leider nicht. Dabei gäbe es möglicherweise was aus dem Milieu zu erzählen, da tauchen flashartig Stichwörter wie Brustimplantat und Hormone auf, da wird mal auf den Gegensatz zwischen demütigen „Mädchen“ und Schwulen angespielt, Themen also, aus denen der Autor, auch innerhalb dessen, was er mit dem Buch beabsichtigte, etwas Interessantes hätte machen können.

bernd

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