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Archive for 16. Februar 2009

‚Man hands on misery to man, It deepens like a coastal shelf,‘ as Larkin put it. The English enforced the idea that being Irish is an inferior state. The Catholic Curch instilled a sense of fear and shame, not just about sex, about everything, about our very existence: work and pray, work and pray. Poverty, of course, a history of poverty played its part in undermining any sense we might have of our own worth, of our personal identity. And the crawthumpers and bogtrotters who replaced the Brits, the pious fools and gombeens and Irish-language fanatics who told us we couldn’t all expect to live in our own country, and made sure half of had to emigrate by their insularity and sheer bloody incompetence. All internalized by our parents and grandparents, always the same message: we’re worth nothing, and we deserve less. And now, of course, we have money, and the church is no longer a force,and we’re still hiding behind the lies, we keep insisting nothing bad has happened, we live in determined, alcoholic furies of denial.’we’re grand now,‘ we laugh. with our legendary sense of humour. But we can’t shake off all that … what is it the Catholic Church used to call its teaching ? – ‚formation‘. You can’t just get rid of it. it’s, ah, ‚part of what we are‘.

Declan Hughes The Colour of Blood (deutsch: Ein Ring aus Blut)

Bei Tobias Gohlis läuft Hughes als apolitische Familiengeschichte, tatsächlich erzählt The Colour of Blood eine Familiengeschichte, Hughes zitiert Ross MacDonald und die jugendliche, seelisch geschundene Heldin hat Alice Miller im Regal. Aber, wie das Zitat zeigt, ist das Buch alles andere als apolitisch und handelt auch von Bruch und Kontinuität von Geschichte.

Die Familie scheint zudem mit einigen Schweinereien an Frauen, die im Namen der katholischen Kirche begangen wurden, verbunden zu sein – siehe auch entsprechende Darstellungen von Benjamin Black oder Ken Bruen.

Das Zitat im Zitat bezieht sich auf Philip LarkinThis Be The Verse, crawthumbers ist von J. Joyce und bedeutet religöse Fanatiker, bogtrotter ist ein ehedem beleidigender Begriff für Iren und gombeens bezeichnet Kleinkriminelle, Gauner, Betrüger

bernd

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Kleinigkeit

Eine Weile hat er vor dem Kindergrab gestanden. Hat rasch mit Hilfe des Datums auf dem Stein ausgerechnet, wie alt Samual bei seinem Tod war.

Asa Larsson, Bis dein Zorn sich legt.

Der zweite Satz enthält keinen Inhalt. Die Person, die da vor dem Grab steht, wird einem vor und nach dieser Szene als mathematisch begabt und als Rechenfix präsentiert. Hier steht sie vor dem Grab eines ihr unbekannten Kindes. Leser, die mit den europäisch-christlichen Bestattungsritus vertraut sind, werden sowieso davon ausgehen, dass das Datum auf dem Grabstein steht, und jemand, der auch nur einigermaßen mathematisch begabt ist, wird das Ergebnis schon im Kopf haben, bevor er (oder sie) den Beschluss gefasst hat das Alter ausrechnen zu wollen, „rasch“ versteht sich sowieso.

bernd

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