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Archive for 6. Februar 2009

Im Buchgewerbe der USA rumort es gewaltig, die Leserzahlen stagnieren, seit Jahren schon bauen sich die Verlage um, schmeißen die „kleineren“ Autoren raus, setzen auf die Bestseller, kaufen auf oder werden aufgekauft. Die derzeitige Rezession hat so manches Problem akzentuiert und zumindest einem der Merger könnte die Luft ausgehen.

Die mehr denn je unsicheren Zukunft beschäftigt das Metier im Internet, regelmäßig finden sich in Blogs und Gazetten entsprechende Beiträge.  Jason Pinter hat nun in einer kleineren Artikelserie Stimmen von Autoren, Lektoren und Anderen zu der Frage gesammelt „What is one thing you would you do to change book publishing for the better?„. In insgesamt fünf Artikel (-> hier, -> hier, -> hier, -> hier und -> hier) fasst Pinter nun diese Meinungen zusammen.

Grundsätzlich gehen die Antworten in ganz unterschiedliche Richtungen. Manche zeigen sorgfältiges Nachdenken und Kreativität, andere sind etwas naiv. Sechsstellige Vorschüsse mögen nicht für jeden nachvollziehbar sein und ich wundere mich zugegebenermaßen auch, dass diese wieder eingespielt werden können, aber die Harvardprofessorin Anita Elberse hat gute Argumente für die Blockbusterstrategie, die hinter solchen Vorschüssen steckt . Ebenso ist es mit der Möglichkeit für Buchgeschäfte Bücher an die Verlage zurückzugeben. Dieses zu unterbinden schiene eigentlich höchst sinnvoll, aber tatsächlich könnte dieses zum Schaden gerade der kleinen Buchgeschäfte und Autoren sein, die von vielen, die bei Pinters Befragung teilgenommen haben, für wesentliche Elemente der erfolgreichen Entwicklung des Metiers gesehen werden.

Ein Punkt, der wiederholt genannt wurde, ist der Umgang der Verlage mit den Autoren, der zum Teil als wenig partnerschaftlich erlebt wird. Mehrere halten den Verlagen vor, dass sie den Kontakt zum Leser und was dieser „wirklich“ lesen wolle, verloren hätten. Andere verwiesen auf die Möglichkeiten, die das Internet böte, um Kontakt mit dem Leser und seinen Vorlieben aufzunehmen und Leser mehr in die Auswahl von Cover und Titeln einzubeziehen – Sarah Weinman sprach davon, den Prozess top-down zu bottom-up umzukehren. Wiederholt wurde auch darauf verwiesen, dass die verschiedenen Formate (Hardcover, Taschenbuch, Hörbuch und E-Book) parallel angeboten werden müssen, dass ein einheitliches E-Book Format gefunden werden sollte und dass der Preis für E-Books nicht zu hoch sein dürfe.

Es gab auch Vorschläge allgemeinerer Art, so sollten Verleger das Lesen als solches fördern oder die Zahl der publizierten Bücher reduzieren, wohingegen Declan Burkes fragte, ob denn die Schuld nur bei den Verlegern zu suchen sei, also ob die Autoren auch wirklich zeitgemäße Bücher schrieben.

Schwer beeindruckend fand ich das Beispiels Mark Jeffreys, der auf seiner Website eine ganze Batterie von unterschiedlichen Formaten anbietet und seine Bücher an eigener Aussage erfolgreich selbst vermarktet:

Expanding on Scott Sigler’s previous answer: when the iPhone App Store first appeared, I immediately made both books of my ‚Max Quick Series‘ available as $5.99 downloads for the iPhone. In addition, I also made the first six chapters of the first Max Quick book (The Pocket and the Pendant) available as a free app download. As a result, my free sampler got *a thousand downloads per day* in the first two months, and I converted hundreds of these into sales weekly. In fact, in the app store right now — after nearly six months — my sample book is still at #41, still ahead of samplers by established authors. Before this, like Scott Sigler, I had made my books available as free podcast audiobooks. I’ve received over 2.4 million downloads to date. Like Sigler, JC Hutchins, Mur Lafferty and Seth Harwood, I’ve built an audience online via podiobooks, twitter, facebook and email. I know them, they know me. Which leads me to the first thing I would do: the iTunes App Store book section (both ebook and podiobook) is not very well organized. Publishers, authors and Apple should work together to create a better ‚iTunes of Books‘ experience.

bernd

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