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Archive for 26. Januar 2009

Am Anfang stand der Gewinn des Gold Daggers durch Arnaldur Indridasons Silence of the Grave (deutsch: Todeshauch), der, anders als 2001, der Gewinn durch Henning Mankell für einen Sturm im Wasserglas sorgte. Nun folgt der erste Platz auf der Hardcover-Bestenliste in UK für Stieg Larsson The Girl Who Played With Fire (deutsch: Verdamnis). Ein historisches Ereignis. Das hat ein übersetztes Buch noch nie geschafft. Und wer dachte, die Euphorie wäre schon hoch gewesen, erlebt jetzt, dass eine regelrechte „scandinavian mania“ ausbricht. Hierzu trägt sicher auch bei, dass Mankells Wallander-Serie in UK mit Kenneth Branagh verfilmt wurde.

Eine kurze Darstellung der Geschichte des skandinavischen Krimis ist nun beim Guardian zu lesen. Nicht besonders originell, selbst für mich, der wenig skandinavische Bücher liest. Das demonstriert auch Barbara Fisters kluge Antwort, „Er, well, they also take them beyond cliches of serial killers“ zur Aussage, dass es einfach mehr Spaß mache über Serienkiller in den fremden Landschaften Skandinaviens zu lesen. Auch Sarah Weinman berichtet nun unter der Überschrift The World Discovers Scandinavian Crime Fiction (sic !) darüber. Sie weist allerdings auch darauf hin, dass die britische Kritik gegenüber den eigenen Gewächsen etwas blind sei („While I’m sorely tempted to wag a finger at Tonkin for not paying attention to current trends in UK crime fiction, maybe it’s better to make some obvious suggestions. I mean, Mark Billingham’s IN THE DARK? Dreda Say Mitchell’s RUNNING HOT and KILLER TUNE? Martyn Waites‘ entire body of work? No doubt the list goes on….„). Die sonstige Bloggomania fasst Petrona gut zusammen.

Bemerkenswert scheint mir, dass erst jetzt, gut ein Jahr nachdem das erste Buch erschienen ist, eine Dänin den englischsprachigen Lesern die Bedeutung von Pippi Longstocking and Kalle Blomquist für Lisbeth Salander und Michael Blomquist (und wie hieß doch noch dessen Freundin ?) näher zu bringen scheint – soviel wohl zum Versuch britischer Leser in andere Kulturkreise einzubrechen.

Die bisher beste Kritik überhaupt zu einem Buch von Larsson ist die Glenn Harpers zu The Girl Who Played with Fire, in der er sich u.A. über den „reality effect“ in der Schreibe Larssons, „piling on detail and repetition that seems irrelevant or not directly relevant to the story, but detail that gives a sense of a complete world that the reader has entered into“ ebenso wie über die Struktur des Buches ausläßt:

The structure of The Girl Who Played with Fire (even more than is the case with The Girl with the Dragon Tattoo, a title that might have been more accurately translated as Men Who Hate Women) is at its basic level that of an Alexandre Dumas story (with elements of The Count of Monte Cristo and Les Misérables–and even The Man in the Iron Mask), with some aspects of George Sand’s more melodramatic novels as well as Sand’s sexual politics. […] Larsson goes further, though, into fantasy and superhero comics and even Star Wars (I won’t give that element away, but trust me, there’s a distinctly Star Wars turn to the plot).

bernd

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