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Archive for 5. Januar 2009

And a guy called Richard Stark who did a script for The Grifters. In the early 60s he wrote a clutch of Parker books, the first of them which was the basis of John Boorman’s film Point Blank with Lee Marvin, which is a masterpiece. The Parker books are astonishing because they’re completely without sentimentality of any kind, which is the sin of the hard boiled crime novel.

„Chandler’s novels are so squishy and sentimental, and so are Hammett’s, despite the tough guy stance. What fascinated me about Stark’s books is that straightforward presentation of the world in all its awfulness. Stark started writing them again in the last few years. He’s 84, 85, and he looks and sounds younger than I do, I met him last year.

John Banville in einem Interview aus dem Herbst 2008 bei Blog of Revelations

Bei aller Hochachtung die Banville für Stark hat, ist diese Ignoranz (in Bezug auf Westlake) jetzt Überheblichkeit oder Konzentration auf das Wesentliche ?

bernd

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John Banville ist wohl nicht nur einer der bedeutendsten zeitgenössischen irirschen Autor, sondern einer der derzeit herausragenden Autoren der etablierten anglophonen Literatur überhaupt. Als er 2005 den Man Booker Prize gewann, bedankte er sich mit dem Hinweis, dass endlich einmal ein preiswürdiges Buch gewonnen hätte. Jahrelang hatte er bei der Irish Times gearbeitet und ist als kompromissloser Rezensent der Bücher von Kollegen bekannt. Kein Wunder, dass sein Ausflug ins Krimigenre sehr aufmerksam und sehr kritisch begleitet wird.  Auf Peter Murphys Blog of Revelations ist ein Interview mit ihm zu lesen, welches eine gute Einsicht in die Denkweise des Krimiautor-spielenden Literaten bietet.

So nimmt er ein Thema auf, für das Jan Seghers (aka Matthias Altenburg) schon einmal Prügel bezogen hatte. Der Unterschied zwischen Kunst und Handwerk:

I’m proud of those books, they’re pieces of well crafted work. I don’t think they’re works of art; they’re certainly not meant to be.

Ähnlich hatte sich Altenburg auch geäußert, das wurde als Missachten des Genres gedeutet und ihm die Schwächen Seghers entgegengehalten. Nun kenne ich Altenburgs Bücher nicht, aber dass Banville mehr als nur ein Gelegenheitsschreiber ist, das kann wohl als akzeptiert gelten.  Blacks Christine Falls (deutsch: Nicht frei von Sühne) merkt man sehr hohe erzählerische Qualität an. Die Rasanz und den Druck der Genreliteratur fehlt dem Buch jedoch zum Teil.  Die Aussage Banvilles erzürnt natürlich die Genreautoren, aber aus seiner Sicht wird sie schon wahr sein und so schlecht sind dann Blacks Bücher auch nicht, für einige Nominierungen hat es bei Christine Falls gereicht.

Er zumindest scheint den Unterschied zu sehen:

Frequently when I’m writing as Benjamin Black, Banville will lean over my shoulder and say, ‚That’s an interesting sentence.‘ And Black will say, ‚No, no, no – it’s standing. We’re not going to fiddle with it.‘

Black scheibt seine Bücher recht zügig, wie Banville überhaupt viel- und schnellschreibende Genreautoren wie Georges Simenon (die nicht-Maigret Bücher wie The Man Who Watched Trains Go By, Tropic Moon, Dirty Snow, James M. Cains The Postman Always Rings Twice und „a guy called Richard Stark“ besonders bewundert: „I could never achieve the kind of spareness that Simenon has or that Richard Stark has. I wish I could, but I can’t.

bernd

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