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Archive for 16. Dezember 2008

Henning Mankell erhält den Ripper-Preis.

Wie heißt es doch im Ausschreibungstext ?

Mit dem Preis wird ein/e lebende/r Autorin/Autor der Gegenwart ausgezeichnet, in deren/dessen Werk auf besondere Weise die Verantwortung für die Kriminalliteratur und ihre lebendige und zeitgemäße Weiterentwicklung zum Ausdruck kommen

Ich glaube ja, dass Mankell ein richtig guter Autor wäre, wenn sein Lektor den Textin dessen Büchern um einen Drittel zusammengestrichen hätte.

Mit Dank ans boersenblatt

bernd

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The rumour within the trade is that editors in publishing houses nowadays spend hours on writing fake reviews on Amazon and other internet sites with high visibility.

Private Criticism in the Public Space: Personal writing on literature in readers‘ reviews on Amazon von Ann Steiner.

Erinnert mich an die ein oder andere hitzige Debatte auf der Krimicouch.

bernd

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Nicht immer sind Viren schuld

Jetzt weiß ich, was mit den Alligatoren passiert ist:

Die haben eine Aga(tha)-Kröte verschluckt.

(Mögen sie bald wieder gesund werden)

bernd

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Pageturner: Schneemann von Jo Nesbo

schneemann1Harry Hole ist ein Star in Norwegen. Er war der erste norwegische Polizist, der einen Serientäter stellte. So friedvoll ist das reichste Land der Erde, dass er hierzu nach Australien reisen musste. Seine Vorgesetzten belächeln ihn, die Medien bewundern ihn und für manchen Mitbürger wird er zum Kristallisationskern der eigenen Erwartung.

Kein Frage, mit seinem bei FBI erworbenen Wissen fühlt er sich im beruflichen Alltag unterfordert.  Als Frauen spurlos verschwinden und jedes mal der Schneemann, der dem Buch seinen Titel gibt,  das einzige ist, was zurückbleibt, sieht er seine Stunde gekommen.

Rein grundsätzlich kann man ja Hole (ähnlich wie es für Michael Connellys Harry (sic !) Bosch behauptet wird) gar nicht richtig als Polizist bezeichnen, natürlich ist er dort angestellt und kann die Ressourcen nutzen und Informationen erlangen (es ist schon erstaunlich, was das Labor zum Beispiel alles mitteilt), aber mit seinem Verhalten, so losgelöst von jeder Konformität ist er funktionell eigentlich ein Privatdetektiv. So arbeitet er dann – allein gegen alle – an den Fällen, eine neue Kollegin ein und sich so nebenbei an der latenten Beziehung mit seiner Ehemaligen ab. Immer, oder doch meistens darauf bedacht seinen alten Freund Johnnie Walker auf Distanz zu halten.

Wenn auch am Ende die Überraschung nicht so groß ist, die Struktur des Buches zeigt Nesbos Könnerschaft. Wie bei einer Matroschka steckt Auflösung in Auflösung in Auflösung. Häufig ist es in Krimis andersherum, es gibt mehrere Fälle und wie der Zufall es will, hängen sie am Ende zusammen. Nesbo macht es anders: Mehrere kleine Fälle stecken in dem (einzig sichtbaren) größeren – welch Vergnügen und welch seltene Kunst.

Nesbo ist ein guter Erzähler. Seine Figuren haben Fleisch und Individualität, er hat Humor und gibt auch gerne ein Stück seines offensichtlich umfangreichen Allgemeinwissens in nonchalanter Art weiter. Seine besondere Fähigkeit ist es elegant und unauffällig Übergänge zu schaffen. Da ist es dann irgendwann: Das Nadelör, das der Ermittler nicht finden kann, durch das die Ermittlung muss und da ist auch die Situation in der Holes Vorgesetzten dessen Marotten und Sonderwege endlich satt haben. Jetzt noch die ein oder andere skurrile Figur. an der der Autor sein Können zeigen kann und warum nicht auch sowas wie ein Lügendetektor verwenden, plausibel natürlich, dass es in die norwegische Situation passt. Nesbo montiert aus dem eine Folge von Szenen und schwupps findet Hole das Nadelöhr und weiter geht es.

Schneemann ist im Grunde ein Whodunnit moderner Bauart, Nesbo ist aber ein derart guter Autor, dass er nicht nur lesenswert schreibt, sondern ein äußerst gelungenes Ganzes schafft, dessen einzelnen Teile geschmeidig verbunden sind.

bernd

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