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Archive for 2. Dezember 2008

Andrea Maria Schenkel gewinnt mit Tannöd als bester ausländischer Krimi des Jahres in Schweden den Martin Beck Preis; gegen so starke Konkurrenten wie Robert Harris, John le Carré, Deon Meyer und Peter Temple.

Respekt und Glückwunsch.

Mit Dank an Barbara Fister.

bernd

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whenonemandies1Selten genug, dass der lobende Text eines Schriftstellerkollegens auf dem Umschlag, Blurb genannt, mehr als eine gefällige Floskel ist. Aber der Aussage Laura Lippmans, dass Dave White die Traditionen des Genres genauso wahrt, wie er neues wagt, ist unbedingt zuzustimmen.

When One Man Dies ist ein Hybrid zwischen Detektiv- und Polizeiroman. Jackson Donne ist Privatdetektiv, während er in der Stammkneipe ein Bier trinkt, wird vor dieser sein Freund Gerry Figuroa überfahren … offensichtlich ein Mord. Der Barmann, mit beiden befreundet, beauftragt ihn, nach dem Täter zu suchen. Während er noch widerwillig über diesen Auftrag nachsinnt, bittet ihn eine junge Frau, ihrem Mann nachzuspüren, da er sie, ihrer Meinung nach, betrügt. Noch am selben Abend beobachtet er, wie der Mann eine Leiche entsorgt.

Parallel dazu versucht auch der Polizist Bill Martin den Tod Figuroas aufzuklären. Wie schön für ihn dabei wieder auf Jackson zu stoßen, Einst waren sie Partner bei der Polizei, dann … gab es Probleme, Jackson flog raus und Bill wurde strafversetzt, sein Hass auf Jackson ist noch, nach Jahren schier grenzenlos.

Jackson ist der Icherzähler des Buches, er erzählt unmittelbar. Zunehmend decken sich da Geheimnisse im Leben seines toten Freundes auf und immer wieder reflektiert er auch sein bisheriges Leben, das alles anderes als glatt und problemlos verlaufen ist. Bills Sicht der Dinge wird aus der Sicht des allwissenden Beobachters dargestellt, auch Bill stellt seine Nachforschungen an, aber eigentlich geht es ihm nur um Jackson, seine Sicht der Dinge ist naturgemäß eine ganz andere als die seines Widersachers.

Das macht White sehr gut. Die verschiedenen Perspektiven, die mit unterschiedlichen Spielarten des Genres einhergehen, die beiden einstigen Partner und jetzigen Feinde, die sich langsam aber unaufhaltsam aufeinander zu bewegen sowie die zwei Verbrechen, die es aufzuklären gilt und die so scheint es, miteinander verknüpft sind. Dazu stattet White die Geschichte mit einigen farbenprächtigen Personen aus, übt enormen Druck auf Jackson aus und pflegt auch noch eine stimmige Liebesgeschichte ein.

Eigentlich ein mittlerweile typisches Sujet, zwei Männer, durch die Vergangenheit verbunden, nun aneinander geratend, Marcus Sakeys The Blade itself ist nur ein weiteres Beispiel für dieses Thema. Lange Zeit vermeidet White es erfolgreich, zu viel zu wollen und doch … mit den unterschiedlichen Stilistiken und dem Schuss noir, der enthalten ist hat When One Man Dies viel zu bieten. Lediglich am Ende, wenn alle die Fäden, die vorher so sorgsam vertüttelt worden waren mit leichter Hand wieder entwirrt werden, macht er es dem Leser ein wenig zu einfach.

bernd

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