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Archive for 27. November 2008

thedeadyardDas zweite Buch, so lautet es häufig, sei das schwerste. Hier müsse der Autor zeigen, ob er wirklich einer sei, oder ob es lediglich zum One-Book-Wonder reiche. Ebenso zeigt sich im zweiten Buch einer Serie, ob der Autor den Möglichkeiten, den der Stoff des ersten Bandes bietet, Herr werden und dennoch Eigenständiges schaffen kann.

Mit The Dead Yard setzt Adrian McKinty seine Geschichte um Michael Forsythe fort. Fünf Jahre sind vergangen, seitdem Forsythe die Wirren in Dead I Well May Be überstand. Dann kriegt ihn MI6 am Arsch und zwingt ihn die Söhne Cuchulainns, eine winzige, aber angeblich hoch gefährliche nordirische Splitterorganisation in den USA zu unterwandern.

Es ist die Zeit (1997) als die IRA darüber nachdachte, die Waffen niederzulegen. Nicht jeder katholische Hardliner war angetan von der Idee. Umgekehrt, so argumentierten diese Gruppen, würde ein Schuh daraus, die Briten hätten eine neue Regierung (unter PM Blair), die so schwach und gleichzeitig so uninteressiert an der irischen Frage sei, dass jetzt endlich die Chance bestünde, die Briten endgültig vom irischen Boden zu vertreiben.

Da steckt eine Symmetrie dahinter, denn genau so wie die nordirischen Hardliner die Briten unterschätzen, irrt sich auch MI6 mit seiner Einschätzung der Inkompetenz der Söhne Cuchulainns, so dass sich der Job Forsythes als wesentlich gefährlicher entpuppt als erwartet.

Adrian McKinty schnürt hier wieder sein bekanntes Päckchen. Forsythe erweist sich wieder als Sammelbecken des populärkulturellen Wissens unserer Zeit und gerät in eine auf Leben und Tod dramatische Geschichte, die sich zum Ende hin, über alle denkbare Maße, steigert.

Und doch ist The Dead Yard alles andere als ein Abklatsch des Vorgängerbuches, der Aufbau des Buches ist anders, die dramatische Geschichte ist anders, beinahe schon eine Spionagegeschichte und auch die Liebesgeschichte mit einer jungen Frau ist anders, schon fast romanzenhaft und Forsythe als einen gereiften Mann zeigend.

Stöbert man ein wenig durch’s Netzt, sieht man, dass mehrheitlich Dead I Well May Be stärker als The Dead Yard eingeschätzt wird. Ich weiß nicht recht, DIWMB kommt ungeschlachteter und da es das erste Buch ist, überraschender daher, The Dead Yard wirkt im Vergleich reifer … besser, schlechter … nun, das sind Worte. Eigentlich ist es nicht wichtig, beide Bücher sind stark, sehr stark sogar und eine unbedingte Empfehlung wert.

bernd

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