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Archive for 14. November 2008

  • Wichtigster Beobachter der relativ jungen irischen Krimiszene ist Declan Burke. Schon öfter machte er sich Gedanken, warum denn in den letzten Jahren so viele Autoren aus Irland das Genre für sich entdecken haben, so auch diesmal. Und er kommt mit einer alte Antwort: Der Schub der Modernisierung, der durchs Land gegangen ist, führt zu einem gestiegenen Bewusstsein für Kriminalität und Gewalt in der Gesellschaft.
  • Wenn die Verlage für die Herausforderungen der Gegenwart keine neuen Ideen entwickeln, dann, so schreibt Seth Godin, sollten sich die Autoren neue Vertriebspartner suchen.
  • Authors don’t care about units sold. They care about ideas spread. If you can help them do that, we’re delighted to share our profits with you. But one (broken) sales channel–bookstores–and one broken model (guaranteed sale of slow-to-market books) is not the way to get there. If you free yourself up enough to throw that out, you’ll figure out dozens of ways to leverage and spread and profit from ideas worth spreading.

    Die Frage des Geldverdienens ist für Godin sekundär (er hat woh genug). Das Internet interessiere sich nicht für’s Geld verdienen. „You have no right to make money from every development in media, and the humility that comes from approaching the market that way matters. It’s not ‚how can the market make me money‘ it’s ‚how can I do things for this market.‘ Because generally, when you do something for an audience, they repay you.“

    So wie sich die Lage der Verlage entwickeln wird, sollten diese sich fragen, was sie von den Fehlern der Musikindustrie lernen können: „So you can decide to hassle your readers (oh, I mean your customers) and you can decide that a book on a Kindle SHOULD cost $15 because it replaces a $15 book, and if you do, we (the readers) will just walk away.“  Zu dieser These korrespondiert die Sorge der Verlage, dass der Verkaufspreis den Amazon für Kindle E-Books fordert (10$), schon zu gering sei (Montag mehr).

  • Da ich den Sinn von Facebook nicht sehe, verstehe ich auch nicht, was daran so toll ist, dass ein Facebook Nutzer ohne sein Profil zu verlassen, bei Pizza Hut eine Pizza bestellen kann. Unter ökonomischen kulturtechnischen Gesichtspunkten jedoch, finde ich die Idee überzeugend, pizzaähnliche (und andere) Nahrungsmittel so bestellen zu können. Advertizing Age berichtet über die neuesten diesbezüglichen Sitten. Zum Beispiel, dass man auch per iPhone bestellen kann („A number of the nation’s biggest fast-food chains are beginning to embrace text and iPhone ordering capabilities„), dass Pizza Hut die Schwelle von 1 Milliarde US$ Umsatz im Internet übersprungen hat (es muss der kumulierte Umsatz sein), dass – ein Schelm, der Böses denkt – die entsprechenden Firmen eifrig Datenbanken ihrer Nutzer anlegen und unter der Kategorie „wie blöd sind wir“, liest man, dass nicht nur die SMS-Werbung mehr wird, nein, die Verbraucher mögen sie, sie hätte die höchsten Antwortraten (Responserates) unter den Werdeträgern – „Spokeswoman Danya Proud [von MacDonalds] said there were ’some very good learnings from this campaign about how to execute future viral campaigns.‚“
  • Seit Jahrhunderten war das gedruckte Buch ein Eckpfeiler unser Kultur, totgesagt wurde es häufiger, aber jetzt mehren sich doch die Zeichen, dass sich unsere Buchkultur (wieder einmal) wandelt. Wenn sie vielleicht auch nur zu einem kleinen Teil den Weg ins E-Book beschreitet, werden die Vertriebsstrukturen sich doch auf jeden Fall radikal ändern – wäre doch ‚mal ein Thema für einen Karneval: Wie stellt ihr Euch den Handel mit Literatur in 10 Jahren vor.
  • Es scheint beinahe so, als wenn die Autoren so langsam realisieren, was da an Wandel auf sie zukommt. Kathryn Lilleys Beitrag beim Blog The Killer Zone zeigt dies recht deutlich, ebenso wie der Beitrag einen Tag zuvor auf den sie reagierte. Und John McFetridge fragt sich wie die neuen Techniken seine Lesegewohnheiten verändert.

  • „Ein Kriminalroman ist vermutlich nicht das richtige Instrument, mehrere hochkomplexe Fragen […]  auf einmal zu schultern.“, schreibt Katharina Granzin in der Taz über Karin Fossums Wer anders liebt. Warum eigentlich nicht ?

bernd

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