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Archive for 12. November 2008

Joachim Linder versucht den Papierkonsum der Welt zu drosseln. Was hilft da besser, als Krimileser mit reizvollen Literaturempfehlungen zur zeitaufwändigen Lektüre von Sekundärliteratur zu verführen. So zum Beispiel Barbara Korte, Sylvia Paletschek (Hg.): Geschichte im Krimi. Im Verlagstext zum Buch heißt es:

Erfolgreiche Krimis werden zudem in fremde Sprachen übersetzt, sodass der Leser nicht nur mit der jeweils ‚eigenen‘ nationalen oder regionalen Geschichte, sondern auch mit der anderer Nationen, Regionen und Ethnien bekannt gemacht wird.

Diese Vorstellung aus wissenschaftlicher Sicht, dass Kriminalromane etwas von Land und Leute vermitteln, korrespondiert ja durchaus mit der Vorstellung von Laien und den im Netz verbreiteten Vorstellungen. Aber das ist ein zweischneidiges Schwert. Da verlegt Arnaldur Indridason die Wurzeln eines Mordes (und die Aufklärung durch die Heutigen) in die Vergangenheit und stellt die Frage:„Is that sort of novelistic excavation more common in Nordic crime fiction than in crime writing from elsewhere? Does brutal crime so shock the placid, civilized surface of life in the Nordic nations that its crime writers are driven more than those elsewhere to probe the past for answers where, say, American authors might seek roots in the present?“

Interessante Frage. Was die Seite der skandinavischen Autoren angeht, besteht natürlich die Gefahr einer falschen Wahrnehmung. Es kann nämlich sehr gut sein, dass bevorzugt die Autoren übersetzt werden, die in einem bestimmten Stil schreiben und damit die Erwartungen des Publikums des Ziellandes erfüllen. So gesehen eine Möglichkeit unsere Vorurteile zu perpetuieren.

bernd

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I know that some prefer to keep noir where it came from: post industrialization, post modernist’s German expressionist’s view of the collapse of society’s morals and loss of traditional roles or roles turned on its head.

Schreibt Jeri Westerson in M for Murder. Passt eigentlich. Ein Volk, welches dem Englischen das schöne Wort „angst“ (und das dahinter stehende Konzept) schenkt, kann ja auch noch die Grundidee zu einem der Kernmotive des modernen Krimis liefern.

Der Satz leitet einen Text ein, der im Weiteren behauptet, dass noir kein modernes Konzept sei, sondern so alt wie die Menschheit. Nun ja, das Gefühl von Verzweiflung und das Erleben des Zusammenbruchs einer Gesellschaft ist sicher so alt, aber, ohne dass ich es konsequent durchdacht habe, noir selber würde ich der Moderne zuschreiben.

bernd

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