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Archive for September 2008

Einen saftigen Thriller mit internationaler Intrige und einem US-Präsidenten, der sich von den stillen Helden des Landes aushelfen lassen muss, erwartet man, wenn man den Text auf der Rückseite des Buches gelesen hat. Kein Wunder also, dass es eine längere Zeit ungelesen in meinem Regal lag.

Zum Glück jedoch ist Choke Point anders als versprochen. Natürlich geht es auch hoch her. Eine Handelsallianz soll geschmiedet werden. China, Taiwan und die USA wollen eng zusammen arbeiten und damit dieses gelingt, war Big Jake Raynerson, nebenbei einer der reichsten Männer der Welt, vom Präsidenten gebeten worden, im chinesische Spielerparadies Macao ein Hotel zu bauen. Ganz klar, solche weltpolitischen Ereignisse, mögen sie auch noch so geheim sein, rufen Gegner auf den Plan. Zuerst wird nur der Bau sabotiert, dann ist auch Big Jake selber dran.

Um diese Allianz zu würdigen, bedarf es natürlich eines besonderen Zeichens, das an die Volksrepublik übergeben werden soll. Der geheime Transport dieses Kulturgutes muss organisiert werden. Nicht das erste Mal bedient sich die Familie Raynerston für solche Botendienste der Hilfe Boris Leonidovichs, dessen Spezialität hochriskanten Spezialtransporte sind und der das Gut nach Macao und weiter nach Peking bringen soll.

Mitten im Buch passiert es dann, eigentlich erwartet man ja einen James Bond Dreh, angelassen hat’s sich wie ein Whodunnit, die Drahtzieher müssen schließlich gefunden werden, doch plötzlich entwickelt sich die Geschichte ganz anders als erwarten und es entwickelt sich ein sehr intimes Katz-und-Maus-Spiel zwischen Leonidovich und Raynerstons Tochter auf der einen Seite und einer wildgewordenen Söldnertruppe und dem Drahtzieher der Sabotageakte auf der anderen Seite.

Insbesondere ist es aber der Ton des Buches, der einen überrascht und der nicht ohne Weiteres zu einem untraseriösen Thriller passt. Ständig ist ein neckisches Augenzwinkern zu spüren, mit dem die Dramatik zwar nicht gebrochen, aber auf eine sehr angenehme Art unterbrochen wird. Leonidovich und Rayberston frotzeln nicht nur miteinander, sondern die Perspektive wechselt auch zu dem Anführer der Söldnertruppe, die mit allerlei technischen Gerät und militärischer Präzision den beiden zu Leibe rücken will, und zwischen dessen Selbstwahrnehmung und der Realität klafft eine, im Verlauf des Buches größer werdende Lücke.

Es ist ein Buch, dass trotz der Gewalt und trotz der Dramatik eine Laidback-Atmosphäre vermittelt, hierzu trägt auch Leonidovich selber bei. Der ist so eine Art patenter Alleswisser, der durchaus Angst zeigt, aber in Notsituationen immer das richtige tut und ansonsten gepflegt Buck-Zitate austauscht, zwar kein Chinesisch kann, aber die regionale Sprachvariante (Kantonesisch) der Begrüßung versteht usw usf.

Diese Art von Bücher sind gar nicht so leicht hinzubekommen. Es ist spannend, wenn es drauf ankommt, witzig, wenn die Geschichte es zulässt und intelligent aufgebaut, denn im Katz-und-Maus-Spiel zwischen den Parteien muss auch Leonidovich immer wieder erleben, dass der Gegner mehr mitdenkt als er gerne hätte.

bernd

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Glaubt ja niemand, dass die US-amerikanischen Präsidentenwahl eine rein inneramerikanischen Angelegenheit ist. Sollte McCain gewinnen, kann man ja nur zu allen verfügbaren und denkbaren Göttern beten, dass er gesund bleibt:

Vodpod videos no longer available.

(Die Meinung der Zuschauer zum ersten „Duells“ zwischen Obama und McCain scheint doch recht eindeutig zu sein.)

bernd

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Dennis Lehane ist ein Faszinosum. 1994 erschien A Drink before the War, sein erstes Buch, nächsten Jahr erscheint nach sechs Jahren Pause The Given Day, sein dann achtes Buch (plus Coronado, einem Buch mit Kurzgeschichten). Die Regel jede Jahr ein Buch hat er nur am Anfang mit den fünf Büchern seiner Serie um Angie Gennaro und Patrick Kenzie befolgt, seinem Erfolg hat es nicht geschadet. Der eigentliche Grund dürfe wohl Mystic River sein, ein Buch das zahlreiche Krimi inspiriert haben dürfte und über das auch heute noch viel gesprochen wird (Interessant wäre, ob Ekkehard Knörer sein negatives Urteil heute noch aufrecht hält). Etwas von der Reaktion des Publikums kann man in dem erstklassigen Porträt/Interview aus dem January Magazine aus dem Jahr 2001 erahnen.

Im Vorfeld der Veröffentlichung von The Given Day gibt Lehane derzeit viele „Interviews“, so auch in einer CBS Morning Show. Das Interview ist eigentlich für Leser nicht besonders aufschlussreich, interessant vielleicht seine Bemerkung, dass ihn die Erfolge in Hollywood als Autoren nicht verändert hätten – ich vermute sie haben ihm aber (zusammen mit Mystic River) das nötige finanzielle Polster gegeben, keinen Publikationsdruck zu haben.

The Given Day spielt zwischen 1918 und 1919 in Boston, am Ende des ersten Weltkrieg, tangiert von der spanischen Grippe und im Bostoner Polizeistreik endend. Lehanes nächstes Buch soll diese Geschichte fortsetzen. Scheint beinahe so als wenn Lehane in die Fußstapfen James Ellroys treten will, der mit der Underworld U.S.A. Trilogy (bisher: American Tabloid und The Cold Six Thousand) versuchte die Anatomie der späten 50 und 60er bloß zulegen und der beabsichtigte eine Saga über Warren G. Harding, US Präsident von 1921-23 zu schreiben. Diese Ziel einst vollmundig verkündigt, hat Ellroy aber mittlerweile aufgegeben und auch der dritte Band der Underworld Trilogy ist seit Jahren überfällig und wird von „informierten“ Fans seit 2004 jedes Jahr wieder angekündigt.

Das oben genannte Porträt/Interview ist noch aus einem anderen Grunde interessant. Lehane bezieht sich nämlich auf James Crumleys The Last Good Kiss als einen wesentlichen Impuls und nennt George Pelecanos und Michael Connelly als weitere Autoren, die von dem Buch stark beeinflusst wurden.

bernd

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Die Besten im Oktober

Mit einer deutlich überarbeiteten grafischen Darstellungen gibt es bei -> Arte demnächst die Krimiwelt-Bestenliste des Monats Oktober 2008:

1. Heinrich Steinfest: Mariaschwarz

2. Richard Stark: Fragen Sie den Pagagei

3. Jean-Francois Vilar: Die Verschwundenen

4. Deon Meyer: Weißer Schatten

5. Leonardo Padura: Der Nebel von gestern

6. Massimo Carlotto: Die dunkle Unermesslichkeit des Todes

7. Jenny Siler: Portugiesische Eröffnung

8. Andrew Vachss: Der Fahrer

9. Michael Collins: Tödliche Schlagzeilen

10. Bernhard Jaumann: Die Augen der Medusa

Vier der Titel sind neu. Mit Jean-Francois Vilar und Massimo Carlotto gibt es zwei interessante Zugänge aus romanischen Ländern. Jenny Siler ist jetzt das vierte Mal dabei, möglicherweise hat sie damit Chancen auf den DKP (?) – schließlich sind einige Juroren auch bei diesem aktiv.

Was die deutschsprachigen Autoren betrifft, scheint es beinahe so, dass Steinfest einer der ganz wenigen ist, der es auf der Liste ganz nach vorne schaffen. Im Vergleich zu früheren Monaten kann man von einer kleinen Zahl englischsprachiger Autoren auf der Liste sprechen.

Fünf der zehn Bücher sind Tb-Ausgaben. Zwei Buch sind von deutschsprachigen Autoren, ein Buch ist von einer Frau geschrieben.

bernd

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Splitter

  • Declan Burke, irischer Krimiblogger par excellence, gastbloggte bei Rap Sheet. Im Mittelpunkt seiner Beiträge stand natürlich sein Lieblingsthema: Seine kleine Tochter Die Veröffentlichung seines Buches in den USA Der Irische Krimi. Wobei er zugibt, dass man keine treffende Definition finden kann, für all die unterschiedlichen Autoren und Bücher die heutzutage als Irischer Krimi bezeichnet werden, „Does it make sense to force all of those square pegs into a round hole marked „Irish crime fiction“? I honestly don’t think it does.“. Allen jenen, die neugierig geworden sind, empfiehlt er 10 besondere Bücher:
    1. Dead I Well May Be, von Adrian McKinty
    2. Julius Winsome, von Gerard Donovan,
    3. Quinn, von Seamus Smyth,
    4. Divorcing Jack, von Colin Bateman
    5. Borderlands, von Brian McGilloway
    6. Little Criminals von Gene Kerrigan
    7. The Dark Fields, von Alan Glynn
    8. The Book of Lost Things, by John Connolly,
    9. The Guards, von Ken Bruen
    10. The Butcher Boy, von Patrick McCabe.

    Und wer wissen will, warum gerade diese Bücher, kann es -> hier nachlesen.

  • Nachdem ich letzte Woche einen kurzen Beitrag zu französischen Krimis brachte, ist an dieser Stelle der Hinweis auf eine weitere tolle Rezension von Henny Hidden angebracht. Diese schrieb über Thierry Jonquets Die Haut, in der ich wohne: „Der einhundertvierzigseitige Text, den man etwas halbherzig dem Krimigenre zuordnen will, weil er aus den bewährten Mustern fällt, ist perfekt konstruiert, wenn man ihn unter dem begrifflichen Zueinander von Inhalt und Form fasst. Es ist beklemmend, zu sehen, mit welcher Formenstrenge Thierry Jonquet seinen Text konzipiert hat, mit dem beständigen Gefühl beim Lesen, dass der Inhalt hinterherdrängt, und der anschließenden Einsicht, dass er im Ganzen gesehen übermächtig die Handlung strukturierte.“
  • Brian Lindenmuth schreibt über James Crumley. Die großen (und stilbildenden) drei des PI (Privatdetektiv) Romans sind klar: Dashiel Hammett, Raymond Chandler & Ross Macdonald, das sei allerdings auch ein Trio, das seit 40 Jahren wie festgemeißelt dastehe. Wenn einer in Frage käme sich dazu zu gesellen, dann, so Lindenmuth, wohl Crumley, „Crumley was one of fictions great writers and he was, without a doubt, the most important and influential writer that the genre has seen in 40 years.
  • In UK geht die Listenmanie weiter. Nach den angeblich 50 wichtigsten Büchern und 50 wichtigsten Autoren nun die 50 größten Bösewichte. Neben einigen die zu erwarten waren, wie Helen Grayle/Velma Valento aus Farewell, My Lovely von Raymond Chandler, Moriarty aus Conan Doyles The Final Problem, Count Fosco aus Wilkie Collins‘ The Woman in White, Tom Ripley aus Patricia Highsmiths The Talented Mr Ripley, Sauron aus The Lord of the Rings, Hannibal Lecter aus Red Dragon von Thomas Harris und Count Dracula aus Bram Stokers Dracula sind auch einige Überraschungen wie Shere Khan aus The Jungle Book Stories von Rudyard Kipling, Grendel’s Mutter aus dem Beowulf, Alec d’Urberville aus Tess of the d’Urbervilles von Thomas Hardy dabei. Shakespeare ist mit drei seiner Protagonisten vertreten, und die Nummer eins kann einen eigentlich nicht wirklich überraschen (wenn auch der Autor in Deutschland nicht so bekannt sein dürfte). Im Anschluss gibt es unter den Kommentierenden eine lebhafte Diskussion, dabei stellt sich ‚raus, dass nicht nur ich Heathcliff aus Wuthering Heights (deutsch: Stumhöhen) von Emily Brontë vermisse.
  • Irgendwie ist für mich immer noch nicht ganz nachvollziehbar, welche Artikel der Printausgabe der Süddeutsche Zeitung letztlich online erscheinen. Der gute Artikel zu der gescheiterten Übereinkunft zwischen Übersetzerverband und mehreren Verlagen hat es leider nicht geschafft. Da viele der interessanten Krimis nicht aus Deutschland kommen, eigentlich auch ein wichtiges Thema für uns. Offensichtlich ist es so, dass die Parteien um dem geänderten Üherberrecht zu entsprechen, seit 2002 versucht haben sich auf einen Vertrag zu einigen. Nun war man dicht ran, hatte sich auf einen Entwurf geeinigt, der dann von der Versammlung der Übersetzer abgelehnt wurde. Die Übersetzer klagen, mit diesem Vertrag gäbe eher weniger Geld und die Verleger jammern über die ungünstigen globalen Rahmenbedingungen. Der Vorstand des Übersetzerverbands ist nun zurückgetreten. In der Süddeutschen kamen Verleger und Übersetzer zu Wort. Dabei erfährt man, dass es auch auf der Seiten der Verleger Leute gibt, die den Vertrag ablehnten, weil er den Übersetzern zu viel Geld zusichere und eben auf der Seite der Übersetzer die Mehrheit, die fand, dass es zu wenig Geld gibt – klingt also so, als wenn der erzielte Kompromiss so schlecht nicht war. Nun wird gefürchtet, dass noch weniger Bücher übersetzt werden. Es wird also weiterhin nichts mit Ken Bruen.

bernd

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Diskussionen über das Genre sind leider mitunter nervig. Zumeist dann wenn sich alle Diskutanten scheinbar einig sind, sie sprächen vom gleichen, wo sie doch tatsächlich ganz unterschiedliche Vorstellungen von Genre haben. Die zuletzt in den USA geführte Debatte war aber doch recht interessant, was auch am Buch lag, dass diese Diskussion anstieß.

Im März 2009 soll nach vier Jahren Arbeit The Given Day, Denis Lehanes neuester Krimi erscheinen und schon jetzt sind die Zeitungen und die Haut-Blogs voll mit lobenden Besprechungen und bei Harper Collins kann man einen kleinen, 131 Seiten langen Ausschnitt des 700seitigen Buchs lesen. Viele der Rezensenten betonen nicht nur das hohe literarische Niveau des Buchs, sondern, dass Lehane da etwas besonderes mit dem Genre anstelle, so schreibt Janet Maslin, Hausrezensentin der New York Times:“He has written a majestic, fiery epic that moves him far beyond the confines of the crime genre„.

Über die Grenzen des Genres ? Kann nicht sein, sagt David Montgomery, das Genre kenne keine Grenzen:“[…] a crime novel has to have a crime […] play an important part in the plot, or else it somehow has to deal with crime or the aftermath of crime in a significant way. Other than that, I think anything is fair game. […] the book involves the lives of police officers, a terrorist attack, spying, bomb-throwing anarchists, suspense, corruption, anti-union violence…Well, damn, that sounds a lot like a crime novel to me.[…] It’s almost like Ms. Maslin is embarrased to admit that she really liked and admired a book of significant literary achievement — that just happened to be a crime novel.“ Richtig, sekundiert Paul Guyot, Maslin (die, wie gesagt, regelmässig Krimis rezensiert) fehle es am Vermögen sich vorzustellen, dass Krimis richtig gut sein können.

Alles was Verbrechen beschreibt, ist Genre ? Mir fiele da einiges ein, zum Beispiel Wie vergewaltige ich einen Mann? von Märta Tikkanen. Man mag das als Genre lesen, aber wenn alles Genre ist, brauchen wir auch keines mehr. Ich persönlich finde deshalb die Vorstellung Montgomerys ein wenig naiv.

Sarah Weinman entgegnet ihm, dass eben nicht jedes Buch, welches von Verbrechen handele, ein Krimi sei. Zum Beispiel das von Montgomery entsprechend bezeichnete Lush Life von Richard Price sei für sie kein Krimi, „It’s why AMERICAN TRAGEDY or APPOINTMENT IN SAMARRA have death and crime hanging over them in significant fashion, but neither of those are crime novels as we define them now.“ – Diese Definition würd‘ ich ja mal gerne sehen. Folgerichtig sei für sie die Frage spannender, ob The Given Day zu Lehanes bisherigem Werk passe (-> hier ihre eigene Kritik des Buchs).

Vermutlich zeigt Oline Cogdill das Dilemma am besten auf: „While it retains some elements of crime fiction, The Given Day leaps into historical fiction with ease and grace, […]. The Given Day has more in common with E.L. Doctorow’s Ragtime or Edward Rutherfurd’s London; yet it is as much a thriller as any of Lehane’s previous work„. Selbst wenn ich ihr bei diesem Buch nicht zustimmen sollte, zu derartigen Gedanken haben mich Bücher auch schon bewegt.

Bei Lehanes Bücher sind derartige Gesichtspunkte wohl nicht ganz neu. Auch Mystic River war mal ein Krimi, der Kontakt zum Rand des Genres aufnahm. Heutzutage kann das Buch sogar als stilbildend geltend.

bernd

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Zu den Büchern, die mich generell eher kalt lassen, gehören diese Thriller bei denen ein einsamer Held gegen alle Widerstände, Menschen und Mächte entweder gleich die ganze Welt oder nur sich selbst retten will. Gerne, aber nicht immer besitzt er besondere Fertigkeiten und zumeist findet er nicht nur den Gral, sondern er wird auch mit einer schmucken Frau belohnt, die er auf seiner Flucht kennen gelernt hat und die ihm geholfen hat. Frauen, so scheint mir, sieht man seltener in dieser Heldenrolle. Kein Wunder also, dass ich nicht besonders scharf darauf war Jason Pinters The Mark zu lesen, das mit entsprechenden Attributen aufwarten sollte.

Gemessen an meinen Erwartungen schlägt sich das Buch dann aber ganz außerordentlich. Henry Parker, 24 Jahre alt, frisch von einer Ivy League Universität kann seinen Traum wahr machen und ist seit einem Monat bei der New York Gazette als Journalist untergekommen. Die ersten Aufgaben sind natürlich unter par, bis der Star der Zeitung einen kleinen Auftrag hat und Harry plötzlich mitten drin ist in einer wahren Geschichte, die er eigentlich nicht überstehen kann.

Die Polizei verfolgt ihn, weil er einen der ihrigen getötet haben soll, ein Killer des Mafia, der es persönlich meint, ist auf seinen Fersen und sein Arbeitgeber hat ihn schneller fallen gelassen als einen glühenden Stein. Nun, Harry ist ja sicher ein intelligentes Bürschchen, aber nicht besonders „street-wise“ und mit seinem kleinen Rettungsring auch kein Kämpfer. Aber irgendwie hat er ja unheimliches Glück und dann ist da noch diese Frau …

Pinter stellt Harry als mehr oder weniger gewöhnlichen Mann dar, der da einfach in etwas geraten ist, das eine Nummer zu groß ist, die folgerichtige Ausstattung mit den (derzeit genre-) üblichen seelischen Blessuren (z.B. verkorkste Beziehung zum Vater) verleiht dem Buch ein Touch von Bruen. Dieses Element macht das Buch gut lesbar, zumal es innerhalb der einzelnen Situationen immer wieder anders kommt, als erwartet.

Vom Ende, das genauso kommt, wie man es erwarten durfte, kann man das leider kaum behauptet.

bernd

Jason Pinter

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