Feeds:
Beiträge
Kommentare

Archive for März 2008

Was sich da derzeit in den USA abzuspielen scheint, wirkt wie der Missbrauch einer beherrschenden Marktstellung durch Amazon.

In den USA ist POD (print on demand) zunehmend populär. Man versteht darunter den Druck von Bücher mittels moderner Lasertechnologie in kleinen Stückzahlen bei Bestellung und nicht auf Vorrat in großen Auflagen wie mit der klassischen Offset-Technologie. Wenn auch die Kosten pro Einheit mit POD etwas höher sind, die Umrüstkosten u.A. sind niedriger, so dass sich dieses Verfahren für kleinere Auflagenzahlen lohnt.

Populär ist POD im Bereich des Selfpublishing, insbesondere bei Erstautoren, die den Weg ans Licht der Öffentlichkeit suchen. Aber auch Verlage greifen zunehmend auf derartige Dienste zurück. Sie erlauben Verlagen darüber hinaus ältere Bücher, die sich stetig, aber nur in kleinen Mengen verkaufen, im Bestand (sog. Backkatalog) zu halten, sind aber auch für Nischenprodukte (Universitätsverlage) oder Modethemen interessant. Die größten Anbieter sind Lightning Source, gehört Ingram, einem Buchgroßhändler und BookSurge, gehört Amazon.

BookSurge stellt den Vertriebsweg der produzierten Bücher über Amazon, Lightning Source über Amazon und dem klassischen Buchhandel sicher.

Das soll jetzt anders werden, eine Vielzahl von Stimmen und Quellen bestätigen übereinstimmend, dass in den USA POD Verlage, die Kunden von Lightning Source sind, nun von BookSurge angesprochen wurden, um sie zum Wechsel zu bewegen. Das gab es in der Vergangenheit natürlich auch schon, neu ist jedoch, dass den Kunden damit gedroht wurde, dass Bücher die von Lightning Source produziert werden, von Amazon nicht mehr verkauft werden – es ist allerdings möglich, diese weiterhin von Dritten via Amazon zu erwerben.

Zwei POD Verlage scheint es bis dato erwischt zu haben: Whiskey Creek Press und PublishAmerica. Bei vielen Büchern dieser Verlage wurde der Direktverkauf durch Amazon schon eingestellt.

Marktführer beim POD ist bisher Lightning Source, die meisten kleinen Verlage berichten, dass die Margen besser sind und die Qualität besser als bei BookSurge. Auch wäre den Verlagen durch einem Wechsel zu BookSurge nur bedingt geholfen, den diese bedienen den stationären Buchhandel nicht. So gesehen, hätte der Versuch BookSurge/Amazon noch eine zweite Stossrichtung. Die Verlage können natürlich doppelt fahren, aber damit erhöhen sie ihre Kosten.

bernd

Read Full Post »

Schwerst beeindruckend

Update vom 09.04.08:

Nachdem das alte Video nicht mehr bei Youtube erhältlich ist, -> hier nun ein anders, allerdings auch nur als Link, da das Einbetten dieses speziellen Videos nicht möglich ist.

Das Instrument im ersten Teil nennt sich Pikasso und ist maßgefertigt.

Read Full Post »

Bei -> Arte gibt es die Krimiwelt-Bestenliste des Monats April 2008:

1. Robert Littell: Die Söhne Abrahams

2. Peter Temple: Shooting Star

3. Linus Reichlin: Die Sehnsucht der Atome

4. David Peace: 1983

5. Martin Cruz Smith: Stalins Geist

6. Andrew McGahan: Last Drinks

7. Lee Child: Sniper

8. Lawrence Block: Verluste

9. Michael Collins: Der Bestseller-Mord

10. Allan Guthrie: Abschied ohne Küsse

Neun der zehn Bücher sind aus dem Englischen [den „anderslautenden“ Hinweis zu Michael Collins Buch ignorieren wir mit Rücksicht auf die anderen amerikanischen Autoren]. Während die Kommentatoren woanders an den Zeitungsrezensenten zu zweifeln beginnen, haben einige von denen offensichtlich Allan Guthries Abschied ohne Küsse (engl. Kiss her Goodbye) gelesen und für gut befunden. Wenn Tobias Gohlis auch nicht so begeistert ist, hält ihn das hoffentlich nicht davon ab, dass stärkere Two Way Split zu lesen, das im Herbst bei Redbook Publishers erscheinen soll.

Und während vor circa einem Jahr kaum ein Krimileser wusste, wo Australien liegt, haben wir diesmal mit Temple und McGahan zwei australische Autoren vertreten. Lee Childs Sniper (engl.: One Shot) ist ähnlich wie Littells Buch (Dienstag mehr) für den suspensesuchenden literarischen Krimileser – was man mit Abstrichen auch für Martin Smith CruzStalins Geist (engl. Stalin’s Ghost) sagen kann.

Drei der zehn Bücher sind Tb-Ausgaben. Ein Buch ist aus deutscher Produktion.

Und Georg überlegt vermutlich angesichts der anglophonen Titel dreier Bücher, ob er auswandern soll. In die Vergangenheit, vermutlich. Wohin sonst ?

bernd

Read Full Post »

Letzte Woche gab auf mehreren US-amerikanischen Seiten Beiträge zum Thema Autoren und Marketing.

David J. Montgomery beschäftigte sich mit Werbevideos (engl. Book trailer – -> hier ein gelobtes Beispiel), letztes Jahr als promotionmässig heißes Eisen bezeichnet. Während man bei uns, wie so häufig, hinterhereiert und sich diesem Medium noch verweigert, anderenorts es schon protegiert (-> hier oder -> hier), fragt sich Montgomery, was es bringt.

Wer sich geduldig durch die Kommentare zu diesem und dem folgenden Beitrag arbeitet, bleibt ein wenig irritiert zurück. Die meisten der Autoren scheinen sich einig: Schmarrn. Die marketingerprobte M.J. Rose und Produzenten der Videos sowie einzelne Autoren sind sich ebenso sicher: Essentiell.

Die Kosten schätzt M.J. Rose auf 1000- 5000 US$, da stellt sich für mich weniger die Frage wann, sondern für wenn sich diese Investition lohnt. So ein Video müsse, so M.J. Rose Teil eines Bündels von Marketingmaßnahmen sein. Generell gelte, dass ein möglicher Kunde mehrere Male (genannt wurde sechs) auf ein Buch stoßen müsse, bevor er sich ernsthaft dafür interessiere. Also muss ein Autor vermutlich schon hinreichend bekannt sein, damit so ein Video genug Wirkung zeigt, um seine Unkosten wieder ‚reinzuspielen. Ansonsten bleibt auch bei diesem Kreis von Autoren das Gefühl, dass es offensichtlich ein umgebendes Gewerbe gibt, welches immer verdient, unabhängig davon wie gut sich ein Buch verkauft (hatten wir schon: -> hier).

Auch in mehreren Diskussionen bei Crimespace lief es immer wieder darauf hinaus, dass die meisten Autoren sehr reserviert gegenüber diesem Instrument sind. Es gäbe kein Forum, auch bei YouTube nicht, Leser stießen kaum auf die Trailer unbekannter Autoren und viele Leser würden sich sowieso nie im Netz aufhalten. Als Leser mag ich anfügen, dass manche der Trailer nett sind, aber mich kaum überzeugen, ein Buch, geschweige denn ein bestimmtes lesen zu wollen.

Unstrittig ist wohl, dass Marketing den Unterschied macht. Auf ihrem eigenen Block schreibt M.J. Rose:

Only a publishing house can get behind a book to the extent that must exist for a book to take off and become a bestseller.

Ähnlich argumentiert Neil Nyren in einem Interview auf murderati. Nyren ist Senior Vice President, Herausgeber und Editor in Chief bei G.P. Putnam Sons. Die Hype, die um Newcomer wie Child 44 gemacht wird, das ja auch in Deutschland sofort auf der Bestenliste erschien, scheint das zu bestätigen. Nyren sagt, dass (anders als von Autoren gerne behauptet) die großen Verlagshäuser Autoren kaufen und nicht Bücher, also nicht erwarten, dass ein Autor sofort Bestseller werde, aber die Betriebswirte in den Verlagen überprüften natürlich den Erfolg eines Autors genau (Nur 10% der Bücher würden angeblich einen Ertrag erwirtschaften).

Um also dahin zu kommen, dass ein Verlag den Autor so pushed wie M.J. Rose es für sinnvoll hält, müsse dieser vorher genug Aufmerksamkeit generieren. Nyren sagt hierzu, dass es die Hauptaufgabe des Autors sei gute Bücher zu schreiben und alle seine Aktivitäten, die Erreichung dieser Aufgabe nicht beeinträchtigen dürfen. Autoren wie M.J. Rose beharren allerdings darauf, dass Autoren, die Bemühungen der Verlage supplementieren müssen.

Die Massnahmen der Autoren dürfen allerdings auch nicht im Gegensatz zur Verlagspolitik stehen, so erzählt Lee Child, dass er mit der gleichen Massnahme (Aufkaufen von Restbüchern und Verschenken dieser) einmal Lob und einmal Tadel von Verlagsleute in UK und den USA bekam.

In dem Zusammenhang mit dem Thema Marketing ist es dann auch kaum ein Wunder, dass wir irgendwann bei James Patterson landen. Während Literaturromantiker noch glauben, dass Bücher tatsächlich geschrieben werden, schreibt Patterson mit Co-Autoren und soll mittlerweile bei One-Book-a-Month angekommen sein. Patterson hat insgesamt 150 Millionen Bücher verkauft, 3% aller Bücher in den USA die letztes Jahr verkauft wurden, stammen von ihm.

Wenn ich auch den Geist der Aussage verstehe, von einem Literaturkritiker überrascht mich der Satz „I don’t care if people think the books are lousy — many of them are not very good, but so what? That’s not the point. What matters is that he’s selling books“ schon. Und ob, wie wiederholt geäußerst Pattersonleser einmal auch bei anderer Literatur landen ?

bernd

Read Full Post »

Nachdem ich auf die Qual hinwies, Anglizismen ins Englische zu übersetzten, fragte Peter Rozovsky nach deutschen Autoren, die besonders in Anglizismen schwelgen. Irgendwelche Vorschläge ?

bernd

Read Full Post »

Crimespree ist ein Zeitschrift, die auch einen kleinen Internetauftritt hat. Interessant sind Kandidaten und Gewinner des Awards auch deshalb, weil viele im Laufe des Jahres wieder auftauchen werden.

Beste Buch: The Unquiet, by John Connolly

Andere Kandidaten:

What the Dead Know, von Laura Lippman
The Watchman, von Robert Crais
Priest, von Ken Bruen
Thunder Bay, von William Kent Krueger

Beste laufende Serie : Peter Robinson’s Inspector Alan Banks

Andere Kandidaten:

Lee Childs Jack Reacher
Ken Bruens Jack Taylor
John Connollys Charlie “Bird” Parker
Barry Eislers John Rain

Bestes Erstes Buch: Big City, Bad Blood, von Sean Chercover

Andere Kandidaten:

The Blade Itself, von Marcus Sakey
Head Games, von Craig McDonald
Stealing the Dragon, von Tim Maleeny
On the Ropes, von Tom Schreck

Der Gewinn von John Connelly dürfte erneut Declan Burke erfreuen – wenn er noch Zeit hat. Sean Chercover ist auch für den ITW Award nominiert.

Mit Dank an Rap Sheet.

bernd

Read Full Post »

mit Angela Henry, auf deren Plattform mystnoir hier auch schon verwiesen worden war, gibt es bei poe’s deadly daughters.

Henry vergleicht u.A. die Möglichkeiten für Afroamerikaner im Literaturbereich oder im Filmgeschäft Erfolg zu haben und spricht über die Vor- und Nachteile als schwarzer Autor vermarktet zu werden.

bernd

Read Full Post »

Older Posts »