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Archive for Januar 2008

wohl als Elektile Dysfunktion zu übersetzen. Ich fürchte nur, dass der Wortwitz im Deutschen nicht so rüberkommt, weil der Begriff der „erektilen Dysfunktion„, anders als im Englischen, nicht so verbreitet ist.

Ach ja: Es heißt ja auch nicht Elektion.

Definition:

The inability to become aroused over any of the choices for President put forth by either party during an election year.

„Is anyone appealing to you in this years presidential race?“
„Naa… No one excites me. I think I’m suffering from Electile Dysfunction.“

Gefunden bei Urban Dictionary

bernd

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Die hochwertig ausgestatteten Taschenbuch-Originalausgaben im größeren Format mit individuell gestalteten Lesezeichen für jeden Titel stießen bei Buchhändlern, Rezensenten und Lesern auf große Zustimmung.

Aussage im Buchmarkt zum Gmeiner Verlag

bernd

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Anders als bei uns in Deutschland führt in den USA die Bekanntgabe der Kandidaten für einen der großen Krimipreise zu Diskussionen. Die Bekanntgabe der Nominierten für die Edgar Awards, 2008 liegt jetzt knapp zwei Wochen zurück. Da kann man ein kleines Resumee der Diskussion ziehen. Häufiger geäußerte Meinungen waren:

  • (Sehr) viele vermissen Laura Lippmans What the Dead Know auf der Liste. Vermutlich wird sie bei den anderen Preisen abräumen.
  • Die Auswahl sei ein gewisser Verrat an den „echten“ Krimis und würde die literarischen bevorzugen – gemeint waren Benjamin Black, der zuvor den Bookerpreis gewann und Michael Chabon, der den Pulitzerpreis gewann.
  • Dass keine Frau auf der Liste der fünf nominierten „besten Bücher“ auftaucht sei purer Sexismus – Niefraud hat sich allerdings letztes Jahr beschwert, als auf der Anthonyliste kein Mann auftauchte.
  • Tana French als amerikanische Autoren hat so sehr überrascht wie ihre Nominierung als gerechtfertigt gilt
  • Queenpin von Megan Abbott gilt als leichte Favoriten in der Kategorie „Bestes Taschenbuch“

bernd

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o_over.jpgBei der “Reise nach Jerusalem” hätte The Big O keine Chance: Das Buch fällt zwischen alle Stühle. Es ist kein Humor-Krimi, sondern eher unterschwellig komisch, es protzt nicht mit Lokalkolorit, spielt dennoch erkennbar in Irland, es ist kein echter Thriller, verwendet jedoch diese Form und es ist kein noir, geht aber in die Richtung … Wüsste man es nicht schon aufgrund regelmäßiger Lektüre des Blogs Crime Always Pays, dessen Hüter Declan Burke ist, spätestens nach The Big O wäre einem klar, dass hier ein eminent belesener Autor am Werk war, der sich über die Erscheinungsformen des Genres viele Gedanken gemacht hat.

Ausnahmsweise ist es einigermaßen schwierig, das Buch zusammenzufassen. Zu leicht könnte es passieren, dass liebevoll vom Autor ausgelegte Finten verraten werden. Dabei ist die dem Buch zugrunde liegende Idee einfach. Zumeist einzelne Szenen werden in kurzen Kapitel aus der Sicht wechselnder Personen erzählt. Gelegentlich wird eine Szene von einer Person zur nächsten übergeben, so dass der Leser zwei (häufig unterschiedliche) Darstellungen erhält. Sind es am Anfang einzelne Handlungsfäden, die der Autor auslegt, werden diese im Laufe der Geschichte miteinander verflochten und wieder verflochten bis ein kaum noch zu überblickendes Beziehungsgeflecht entstanden ist. Unbarmherzig treibt Burke die Geschichte voran. Immer neue Abhängigkeiten zwischen den Handelnden treten auf und ständig kommt es anders, als man erwartet.

Insgesamt sind es 6 Haupt- und einigen Nebenpersonen, die vor einer Kulisse auftreten, die überall sein könnte – das Buch schreit förmlich danach, als Theaterstücks aufgeführt zu werden. Typisch irisch ist hier insbesondere die Sprache, welche die Menschen sprechen und so nimmt es auch kein Wunder, dass die Dialoge einen wesentlichen Teil der Handlung tragen.

The Big O macht Spaß: Der Humor kommt von hinten, ohne dass Lacher aus der Konserve ankündigen, dass ein Scherz kommt. Die Personen sind kräftig aber stets stimmig gezeichnet. Die besondere Situation Irland als „celtic tiger“ ist Teil des Backgrounds und spannend ist das Buch allemal. Auch wenn der Leser ab einem gewissen Punkt ahnen kann, wohin das Ganze führen wird, fragt man sich bei all den Verwicklungen, wie der Autor das würdevoll zu Ende bringen will.

Das Buch überzeugt (mit dem würdevollen Ende und) auch deshalb, weil es schlichtweg eigenständig ist. Hier riskiert jemand was … und gewinnt. Das im Selbstverlag bei Hag’s Head Press erschienene Buch wird im Herbst in den USA bei einem der großen Verlage ‚rauskommen. Vorbei dann die Zeiten, wo der Autor davon berichten kann, dass das Buch bei Amazon für 195,36 US $ ausgelobt wird.

bernd

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Death of Emmett Till von Bob Dylan

Georg ergänzte meinen Beitrag über Jim Crow um den Hinweis, dass Bob Dylan einen Song über Emmett Till verfasst hatte, welcher allgemein bekannt sei. Offiziell sei das Lied nie erschienen und es gäbe nur Bootlegs, die unter Sammlern zirkulierten, steht in dem Link auf den Georg verweist. Nun denn, da ich kein Sammler von Bob Dylans Musik bin, kannte ich dieses Lied von ihm nicht. Wem es ebenso geht, oder wer schlichtweg neugierig ist, möge schauen. Gut gemacht.

Ebenfalls Danke !

bernd

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Jim Crow

Jim Crow war keine reale Person, sondern eine Figur des afro-amerikanischen Varietes im 19. Jahrhundert. Sie wurde zur Bezeichnung eines Abschnitts der US-amerikanischen Geschichte. Ohne benannt zu werden, ist Jim Crow auch Akteur in vielen US-Amerikanischen Krimis.

Nachdem die Nordstaaten (Union) gegen die Südstaaten (Konföderierte) 1865 den amerikanischen Bürgerkrieg gewonnen hatten, wurden den Schwarzen zahlreiche Rechte zugestanden. Im 13. Zusatz (Amendment) zur Verfassung wurde die Sklaverei abgeschafft, im 14. Zusatz wurde das Recht verbrieft, Bürger der USA zu werden und im 15. Zusatz das Wahlrecht für schwarze Männer eingeräumt.

Die Zeit zwischen 1865 und 1877 wird allgemein als Reconstruction bezeichnet, in dieser Zeit wurden die Südstaaten gewissermaßen durch den Norden verwaltet und es wurde versucht die Rechte der Schwarzen durchzusetzen. Die ehemaligen Sklaven waren schließlich mittellos, hatten kein Land und waren mit einer weißen Übermacht konfrontiert, die auch vor Massenmorden nicht zurückschreckte (Memphis, 1866; New Orleans, 1866; Louisiana, 1868; Clinton 1875 -> hier).

Die Reconstruction endete mit der Wahl des Republikaners Rutherford B. Hayes zum US Präsidenten. Zwischen ihm und dem demokratischen Kandidaten war es zu einem Patt bei der Wahl 1876 gekommen. Hayes ließ sich mit den Stimmen der demokratischen Wahlmänner aus dem Süden wählen und gab im Gegenzug den Demokraten Handlungsfreiheit im Süden – damals waren die Republikaner die Fortschrittlichen; erst in den 30 Jahren des 20. Jahrhunderts unter F.D. Rooseveld änderte sich die Einstellung der Demokraten; noch heute gibt es deshalb im Süden Parteimitglieder der Demokraten, die wie selbstverständlich republikanische Kandidaten wählen.

In der Folge etablierten sich im Süden (aber nicht nur dort) die Jim Crow Gesetze, die auf dem Prinzip separate but equal beruhten. Grundlage dieser Gesetze war der prinzipielle Zugang zu allen Institutionen des öffentlichen Lebens, wie Schule, Verkehrsmittel, Restaurants durch Schwarze bei radikaler Trennung von Weiß und Schwarz. Schwarze durften nicht in Eisenbahnwagen, die für Weiße vorgesehen waren, mussten separate Toiletten benutzen, „All marriages between a white person and a negro, or between a white person and a person of negro descent to the fourth generation inclusive, are hereby forever prohibited.“ Beispiel aus Florida, usw usf (zahlreiche Beispiele -> hier).

Immer dann wenn Schwarze diese Regeln verletzten, konnten sie inkriminiert werden, mit anderen Worten: Es herrschte die helle Willkür.

So kam es dann, dass die Staaten des Nordes als Paradies angesehen wurden und eine massive Flucht in den Norden einsetzte:

[…] many referred to the North as „The Promised Land“ Young Richard Wright, who became an internationally acclaimed writer, remembered how the North kept hope alive during the dark days of his childhood in the deep South. „The North symbolized to me all that I had not felt or seen; it had no relation to what actually existed. Yet by imagining a place where everything is possible, it kept hope alive inside of me.“

Aus The Rise and Fall of Jim Crow.

Die Bücher Walter Mosleys sind voll mit solchen Menschen. If He Hollers Let Him Go von Chester Himes erzählt, wie relativ solche Hoffnungen sind.

Besonders empfindlich wurden die weißen Männer, wenn es um „ihre“ Frauen ging. Schon der Verdacht gegen einen schwarzen Mann, dass er mit einer weißen Frau, womöglich auch noch mit ihrer Einwilligung, engeren Kontakt hatte oder sie auch nur „unangemessen“ behandelte, konnte tödlich für ihn sein (siehe Joe Lansdales The Bottoms (deutsch: Die Wälder am Fluss)). So war dann ein entscheidendes Ereignis, welches zum Ende der Segregation führte, der Tod Emmett Tills. Der 14 jährige Junge war von Weißen gelyncht worden, nachdem er eine/r Weiße angesprochen/nachgepfiffen hatte – siehe das Interview zwischen Lansdale und Andrew Vachss über dessen Two Trains Running.

Seit 1967 gelten die entsprechenden Gesetze als abgeschafft.

bernd

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Taschenbuch-Bestseller

Warum feiert der Spiegel ein Buch, das schon vor mehr als zwei Jahren erschienen ist ?
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Möglich natürlich, dass die gute Platzierung in der TB-Bestsellerliste tatsächlich der Grund dafür ist, dass Stig Larsons Die Verblendung eine ausführliche Besprechung erhält. Kann ja tatsächlich sein, dass man beim Spiegel auch keine Hardcover liest.

Möglich aber auch, dass die euphorischen Besprechungen in der englischen Presse (z.B. Rap Sheet, The Times), wo jetzt schon überlegt wird, wer Gegenkandidat bei der Dagger-Verleihung sein könnte, dem Spiegel aufgefallen ist.

So schreibt Ali Karim

The Girl with the Dragon Tattoo is a huge 500 page opus, multi-layered, multi-character tale by a writer of some considerable power. Full of social conscience and compassion, with considerable insight into the nature of moral corruption, it just knocked me out.

Ich find’s gut, irgendwie antizyklisch.

bernd

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