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Archive for 8. Dezember 2007

[…] was ihn weiterhin zu einem Dasein als Geheimtipp für Thriller-Leser verdammt. Es gibt Schlimmeres, aber schade ist es doch, denn dieser fleißige Mann leistet weitaus bessere Arbeit als so mancher vom Glück und von tüchtigeren Agenten gepushte Autorenkollege. Sucht man nach einer Schublade, so könnte man Cook z. B. zum viel gerühmten James Patterson stecken, der in einem direkten Vergleich übrigens längst nicht so gut abschneiden würde.

Michael Drewniok schreibt lesenswerte Rezensionen, so auch zu Thomas H. Cooks Instruments of Night (deutsch: Die Quelle der Furcht), aber speziell die Aussage in dem Zitat aus seiner Rezension ist verkehrt und vermittelt einen falschen Eindruck über Cook. Mag auch in Cooks Buch ein Profiler vorkommen und mag auch das Serientätermotiv eine Rolle spielen.

Cook schreibt also wie Patterson Thriller ? Was ist schon ein Thriller ? Es ist ein Begriff, der kaum Schärfentiefe hat und bestenfalls die verdichtete Spannung als gemeinsame Klammer hat. Die Schublade ist für Cook definitiv zu klein. Wer den Thrill ala Patterson, Gerritsen usw. sucht, wird Cooks Bücher in die Ecke pfeffern.

Cook ist ein literischer Autor, der zufällig auch Bücher schreibt, die von Krimilesern gelesen werden. Er ist ein Autor der sprachlich seine Bücher aufläd, wie es Patterson nie täte. Kurz: Er ist (dpr wird mich schlagen und Georg beim Superlativ weinen) der literarischste der zeitgenössischen US-amerikanischen Krimiautoren.

Bei den meisten von Cooks Büchern geht es zudem um etwas ganz anderes als eskapistische Serienkiller. Axel Bussmer -> zeigt es anhand eines Zitats von Anna Maria Schenkel welches er angibt: “Dass dieses Mörder ganz anders sind als man selbst oder die meisten Menschen. Und dass es diese Mörder wiederum sehr wohl gibt.” Sagt Schenkel auf die Frage, was sie an ihren Tätern fasziniere.

Diese Einstellung trägt auch die Bücher Pattersons, aber eben nicht die Bücher Cooks. – Bussmer gibt als Beispiel Cooks Red Leaves (deutsch: Das Gift des Zweifels) an. Gelegenheit macht Diebe und sonst gar nichts; das Böse und das Gute sind nicht zwei getrennte Welten. Aber das ist ja nun nach der Geschichte des 20. Jahrhunderts so trivial … Interessant dabei vielleicht noch, dass Schenkel in der katholisch geprägten Oberpfalz aufgewachsen ist und lebt, und das Thema der Bösen, das in uns allen wohnt, ein zutiefst katholisches ist.

bernd

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