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Archive for 5. Dezember 2007

Unter dem Titel „Retrospektive 2006: Eine Rezension der in Großbritannien erschienenen Krimirezensionen“ liefert Bob Cornwell einen Überblick (englischer Originalartikel -> hier) über die Zeitungsrezensionen in Großbritannien aus dem Jahr 2006. In dieser Zusammenfassung dürfte eine ganze Menge Arbeit stecken, aber ohne Frage: So muss man es machen. Cornwell versucht das Thema einigermaßen vollständig zu erfassen. Er beschränkt sich dabei auf die Besprechungen, die in Zeitungen erschienen sind. Das ist legitim, da es hier leichter sein dürfte, sich eine Übersicht zu verschaffen. Es hat aber möglicherweise den Nachteil, dass gewisse Bereiche des Genres unterrepräsentiert sind.

550 Kriminalromane seien 2006 in Großbritannien erschienen und 350 von diesen rezensiert worden. Als wichtigste Zeitungen für Krimirezensionen nennt Cornwell Literary Review, The Times, The Independent, Morning Star, The Sunday Telegraph, The Times Literary Supplement, The Independent on Sunday, The Birmingham Post und Guardian Review. Ob diese Angaben korrekt und vollständig sind, kann ich allerdings nicht beurteilen [keine schottischen Blätter ?].

Er nimmt Bezug auf Kritiken zu Büchern von Ian Rankin, Kate Atkinson, Michael Cox, Krimimainstream wie Denise Mina, Laura Wilson, Autoren wie Vikram Chandra, Sara Paretsky, Donna Leon, John Harvey, C.J. Sansom, Ann Cleeves, Sophie Hannah, Peter Temple, Val McDermid, Frances Fyfield, Benjamin Black, Autoren von Spionagekrimis oder tropischen Thrillern wie Robert Wilson, le Carré, Charles Cumming, William Boyd ,Louise Welsh, Gilbert Adair, Daniel Woodrell, Erstlingen von Jed Rubinfeld, Stef Penney, Patrick Quinlan, übersehenen Autoren wie Jan Costin Wagner und zu einigen übersetzten Büchern auf die ich nicht weiter eingehen möchte.

Zu Thomas H.Cooks Red Leaves (deutsch: Das Gift des Zweifels), merkt er an „was noticed by too few critics„. Mit Sicherheit ist das so, aber man kann anmerken, dass das Buch bei CrimeSquad „Buch des Jahres“ war.

Zu Nick Stones Mr. Clarinet (deutsch: Voodoo): “‚A hot shot debut‘ said Mark Timlin; ‚more James Ellroy than Graham Greene‘ cautioned Tibor Fischer“ – was heißt denn „cautioned“ ? Als wenn Ellroy ein schlechterer Autor als Green wäre.

Und zu Jason Goodwins Janissary Tree (deutsch: Die Weisheit des Eunuchen): „featured the genre’s first eunuch detective„. Etwas das, wie der Grumpy Old Bookman anmerkte, durch häufige Wiederholung auch nicht richtiger wird.

Aber worauf Cornwell überhaupt keinen Bezug nimmt, sind die „jungen Wilden“. Kein Ray Banks, Ken Bruen, Charlie Williams, Allan Guthrie oder Stuart MacBride. Und manche von diesen wurden auch in „seriösen“ Zeitungen besprochen.

bernd

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Bill Crider, 1986 der allererste Gewinner der Kategorie „Bestes erstes Buch“ des Anthony Awards, und langjähriger Dozent für Englisch an der Howard Payne University hat sich Cormac McCarthys Buch No Country for Old Men angenommen.
Ihn beschäftigt die Sprache McCarthys.

Oh, yeah. The „gaschamber“ bothered me, too. It’s part of McCarthy’s celebrated style, in which men have a „shirtpocket“ or drive a „Ramcharger.“ But they use a „cut-off“ shotgun in a „shoot-out.“ Or they might fix a shotgun so that it has a „pistol grip.“ So I’m wondering: Why not a „pistolgrip“ or a „shootout?“

McCarthy doesn’t like quotation marks or apostrophes, either, or he must not because he doesn’t use them. He’ll use a comma now and then, but you can tell it hurts him to do it. Why? Is it that he wants to write like Willam Faulkner, that he’s too lazy to type them, or that he just wants to irritate me?

Mit seinem Hader ist er nicht allein: „Worst of all, it reads like a story you wished Elmore Leonard had written — or rather, in this case, rewritten.“ SFGate.com

Insgesamt finden sich bei Metacritic 29 Kritiken aus der amerikanischen Presse zu dem Buch, dessen Verfilmung jüngst erschienen sein muss und das, als eines der wenigen Bücher McCarthys nicht ins Deutsche übertragen wurde. Interessanterweise reichen die Beurteilung in den Rezension von grottenschlecht („An unholy mess of a novel„) bis überragend („He is nothing less than our greatest living writer, and this is a novel that must be read and remembered, a jeremiad against the depravity that lurks on the horizon, the anguish that burns the borderland of the Americas.„).

Bei den besonders harschen Kritiken habe ich gelegentlich das Gefühl, dass hier enttäuschte Erwartungen mit im Spiel sind, denn diese verweisen häufig darauf, dass es seit den letzten vier Bücher bergab gehe mit der Leistung McCarthys.

Zur Sprache des Buches findet sich allerdings auch der folgende Satz: „McCarthy’s prose is never less than knowingly and superbly tailored, honed and polished to its very specific and powerful purpose, […]“ The Spectator

bernd

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