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Archive for 19. Oktober 2007

  • In Amerika unterscheidet man häufig zwischen Genre und Literatur. Und natürlich verkörpert die Literatur das Erhabene und die edle Kunst des Schreibens, während Genre pulpiges Handwerk darstellt.

Angesichts der Vergabe des Nobelpreises an Doris Lessing schreibt Cornelia Read im Blog Nacked Authors einen höchst unterhaltsamen Beitrag zu dieser Unterscheidung.

I think they’re [Autoren und Kritiker der „erhabenen“ Literatur, bk] all just pissed off because they’ve  turned „literature“ into the kind of Filboid-Studge Latin whose precise declensions can only be enforced with Joycean pandy-bats viciously applied to the reader’s tender palms and footsolesand meanwhile we’re all having so much goddamn fun over here in Vibrant Street-Italian Vernacular Land it should be illegal.

  • Dazu passt eine sehr ausgewogene Betrachtung zu Lessing aus der Zeit 43/2007, die, soweit ich sehe, bisher nur in der Papierform zur Verfügung steht. Darin werden auch endlich einmal mehr Bücher der Autorin als Die Afrikanische Trragödie und Das Goldene Notizbuch genannt. Die Autorin Susanne Meyer schreint zu Lessing:

[…] Das Goldene Notizbuch, das Meisterwerk, formal gewagt, ergreifend, von der Wucht jener Bücher, die ins Herz der literarischen Tradition treffen und dort bleiben, neben Ulysses oder Die Blechtrommel oder Das andere Geschlecht.

Jahrzehnte vor Sylvia Plath und Ann Sexton hat Lessing Women and Madness […] zum Thema gemacht, 

  • Auf ein ganz anderes Thema verweist M.J. Rose in ihrem Blog. Radiohead, eine der großen Rockbands der Gegenwart bringen ihr neuestes Werk lediglich zum Runterladen auf dem Markt. Einige Tatsachen sind daran bemerkenswert:
    • Die Käufer dürfen den Preis, den sie bereit sind zu bezahlen, selber festlegen. Dabei scheint es so, dass die meisten bereit waren, zwischen 10 und 20 US $ zu bezahlen.
    • Das läuft ohne die großen Medienkonzerne ab und schon frohlockt mancher, dass das der Anfang vom Ende der Majors sein kann.

M.J. Rose fragt sich natürlich, ob das ein Vorbild für das Büchermedium sein kann. Ich glaube das eher noch nicht, denn die Medien sind nicht vergleichbar. Mein Buch mag ich noch in den Händen halten – aber vielleicht bin ich auch schon ein Fossil.  

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