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Archive for 21. September 2007

Um dem Netzgedanken der dem Internet zugrunde liegt, gerecht zu werden,  müssen Meldungen und Meinungen zu Reaktionen führen und die Abbildung von Ereignissen sich weiterentwickelt. Manches von dem ich in der letzten Zeit berichtet hatte, regte auch an anderere Stelle Äußerungen und Stellungnahmen an.

Hier und hier hatte ich einiges über die Veränderungen des Buchmarktes geschrieben und darauf hin gewiesen, dass vermutlich eine größere Verantwortung auf die Autoren zu käme, die gezwungen sein werden, sich selber zu vermarkten. Der US-Amerikanische Kritiker David J. Montgomery machte das am Beispiel Rezensionen deutlich.  Nicht selten würde es passieren, dass er ein Buch besprechen möchte, womöglich auch mit dem Autor vereinbart hat, eine Rezensionsausgabe zu erhalten und dann bringt die Marketingabteilung des Verlages diese nicht ‚rüber. Angesichts der „Untreue“ von Lesern, schlecht für den Autoren, denn Rezensionen sind für viele Autoren immer noch die beste Möglichkeit von der Öffentlichkeit wahrgenommen zu werden. Passend hierzu -> schreibt Olen Steinhauer, dass die Besprechung seines neuesten Buches Victory Square in nationalreviewonline zum Anstieg in der Verkaufsliste (ich vermute von Amazon) von etwa Platz 200.000 auf circa Platz 19.000 führte. 

alguthrie2.jpg

Allan Guthries Buch Hard Man wurde nicht nur -> begeistert, sondern zum Teil auch irritiert aufgenommen. Guthries Bücher seien vergeudete Qualität und sinnlos brutal, fand zum Beispiel Paul Vallely im Independent. In -> einem Interview gibt Guthrie die richtige Antwort drauf: 

maybe there’s a perceived increase in violence due to the fact that Hard Man is written almost exclusively from the victims’ point of view, whereas in the previous books the description of the violence is largely from the aggressors’ point of view

Veilleicht, so sagt er also, wird die Gewalt in dem Buch als ungemessen empfunden, weil sie aus der Sicht des Opfers erzählt ist. Und da hat er recht: Das macht das Buch unbequem.

Damien Seaman hatte einen Beitrag in Allen Guthries Magazin Noirzine  geschrieben, in dem er sich über die männerzentrierte Darstellung des noir-Genre ausließ. Zufälligerweise bin ich auf zwei Zitate aus dem wissenschaftlichen Bereich gestoßen, die belegen, dass diese Vorstellung ein alter Hut ist. So schrieb Marty Roth in seinem Buch Foul and Fair Play: Reading Genre in Classic Detective Fiction (eine Rezension des Buches -> hier):

„gender is genre and genre is male“ und Frauen so schrieb er „flesh out male desire and shadow male sexual fear”. Und Christiana Gregoriou zitiert Peter Messent mit den Worten, „Hard-boiled detective fiction in America has been filtered through a white, heterosexual, and male perspective“.

Wenn wir schon beim Meister sind („Foul and Fair Play“ spielt wohl auf den ersten Auftritt der Hexen bei Macbeth an), sollten wir Peter Rozovsky nicht vergessen. Denn der fügte seiner wundervollen Analyse über Shakespeares -> Macbeth als Krimi jetzt nach einen Beitrag über -> Hamlet an.

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