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Archive for 20. September 2007

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Dark Companion ist ein „Philosophic Noir“, die Vermählung einer dem Prinzip der freien Assoziation folgenden Erzählung mit einer noir-Kurzgeschichte. Bannerjhee Rolf war als Chemiker in einem kleineren pharmazeutischen Unternehmen tätig, bis dieses von einem Investor übernommen und ausgeschlachtet wurden und Rolf seine Stelle verlor. Die Entlassung wurmt ihn, denn er war immer mit sich viel Engagement tätig gewesen und hatte manch neues Produkt mit entwickelt.

Ansonsten aber ist er ein glücklicher Mensch: Er verbringt seinen Tag in der zur Bibliothek umgebauten Garage, beschäftigt sich mit Kosmologie , meditiert über Fernsehen und unsere Kultur im Allgemeinen (-> z.B. über das Phänomen Stau) und freut sich, wenn seine Frau Abends von der Arbeit kommt. Ein Mensch der so in sich ruht und sich von den Verlockungen der Welt nur wenig reizen lässt, ist für Verbrechen und Gewalt ja wenig empfänglich. Und doch. Nach zwei Drittel des Buchs passiert’s: Unvorhersehbar gerät er in etwas hinein und plötzlich nimmt sein Leben (und die Geschichte) eine ungeahnte Wendung.

The Dark Companion ist ein kleines Büchlein von 144 Seiten für erfahrene Leser englischsprachiger Bücher. So ein kluger Kopf wie es Rolf ist, der verfügt auch über einen umfangreichen Wortschatz; wen das nicht schreckt, der sollte unbedingt zugreifen, wenn er jemals auf das seltene Buch stoßen sollte. Denn ein so undemonstrativ kluges und witziges Buch, das einem solch einen Reichtum an Gedanken zu bieten hat, stimmig aufgebaut und doch von leichter Hand vorgetragen ist, gibt es selten.

bernd

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