Feeds:
Beiträge
Kommentare

Archive for 13. September 2007

thecrimes.jpg 
The Crimes of Jordan Wise ist die Geschichte einer Verwandlung. Genau genommen, der Verwandlung zweier Menschen die sich gegenseitig beeinflussen. Aber bis der Leser das überblickt, dauert es ein wenig, denn das Buch ist aus der subjektiven Sicht des icherzählenden Jordan Wise geschrieben. Und der präsentiert Wirklichkeit nicht nur aus seiner Sicht, sondern auch peu-a-peu.

Wise ist Buchhalter, vielleicht nicht glücklich, aber „schmerzfrei“. Das ändert sich, als er Annalise Bonner kennen lernt. Er verliebt sich in die junge quirlige Frau und, da der Buchhalter mit einem Gehalt ihr zuwenig bieten kann, wird in der Folge zu Richard Laidlaw.

Wise plant ein Verbrechen, nicht weniger als das perfekte. Es gelingt, und Richard und Anna ziehen glücklich als seliges Paar in die Karibik. Tja, aber irgendwie läuft es anders als erwartet. Das Geld war Anreiz genug für Annalise, aber auf Dauer ist ihr das Leben auf St. Thomas, einer kleinen Insel, die zu den Amerikanischen Jungferninseln gehört, zu fad. Auch sind sie beide gar nicht so, wie der andere es sich vorstellte. Und von da an nimmt die Geschichte Wise’ ihren schicksalhaften Verlauf.

Er erzählt seine Geschichte ganz entspannt auf einer Terrasse in der Karibik sitzend, auf den Strand blickend und Arundel (Rum von den Britischen Jungfraueninseln) trinkend. Und genauso unangestrengt und entspannt liest sich das Buch. Die kriminelle Lebensgeschichte eines alternden Mannes. Nichts für Spannungsjunkies, die eine wohlgeratene Geschichte mit Langeweile verwechseln, aber etwas für Leser, die ein gutes Buch zu schätzen wissen.

Pronzini ist ein guter Erzähler: Die Lebensgeschichte Wise’ ist in prosaischen Worten dargestellt und schafft es, den Leser mit in eine Ecke der Welt zu führen, in der er sich sonst eher selten hin verirrt und auch dieser Umstand trägt zum Reiz des Buches bei.

bernd

Read Full Post »