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Archive for Juli 2007

Aufhirnen

Ein wenig großkotzig vielleicht, aber mich an meine eigene Nase packend, komme ich nicht umhin, auf Immanuel Kants Aufforderung zum eigenständige Denken zu verweisen: sapere aude !  (auf Deutsch: Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen). 

Wie’s gehen sollte, zeigt Anatol Stefanowitsch (-> hier). Grund ist der Artikel in der ZEIT vom letzten Donnerstag, in dem Jens Jessen sich über den drohenden Untergang der Deutschen Sprache ausläßt. An einigen Stellen des Artikels hatte ich mich ein wenig gewundert, aber sei’s drum. Irritiert hatte mich jedoch der Hinweis, dass Edelgard Bulmahns Schlachtruf zur Innovation der Deutsche Hochschullandschaft, „brain up“ „weder auf Deutsch noch Englisch Sinn ergibt“. Nö ?  Sprache ist dynamisch und ändert sich mit den Anforderungen ihrer Nutzer: Ich war mir sicher, dass viele Deutsche mit nur durchschnittlichen Englischkenntnissen diesem Slogen die richtige Bedeutung eingehaucht hatten.

Was das Verständnis des Slogans im Englische betrifft … nun, eigentlich scheint mir die Sprache sehr stark zu sein, wenn es darum geht aus Nomen Verben (auch Adjektive) zu bilden … aber der Journalist wird schon, so dachte, überprüft haben, dass der Slogan im „Hochenglisch“ nicht verwendet wird.

Da hatte ich mich getäuscht. Anatol Stefanowitsch machte es besser. Er hat’s überprüft. Und siehe da: „brain up“ ist ein im Englischen, wenn auch vielleicht selten verwendeter Begriff. Den Beispielen von Anatol Stefanowitsch lässt sich noch ein weiteres hinzufügen. So führt die Übersetzungsplattform Leo (-> hier) bei der Eingabe „to brain“ das Stichwort to brain sth. up auf. Auf Deutsch: Etwas anspruchsvoller machen. 

bernd

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the-pale-blue-eye.jpg

Wie immer Dienstags ist heute meine Besprechung von  Louis Bayards „The Pale Blue Eye“ bei wtd zu lesen. Es handelt sich um das vierte Buch Bayars. Die erste beiden Bücher warum eher im romantischen Bereich angesiedelt, mit dem dritten Buch „Mr. Timothy“, einem historischen Krimi, das zur Zeit von Charles Dickens spielt, scheint er „seine Bestimmung“ gefunden zu haben.  Nach „The Pale Blue Eye“ in dem Edgar Allen Poe als junger Mann „mitspielt“, zieht es Bayard für sein nächstes Buch ins Paris der frühen Jahre des 19. Jahrhunderts.

Einige weitere Informationen sind auf der Homepage von Louis Bayard zu finden.

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Prizes ? What prizes ?

Schaut -> so sieht eine Gewinnerin aus ? !

Ich weiß es nicht. Auf jeden Fall weiß ich jedoch, dass die Dame, die sich dereinst in dem Begleidungsstück wandete, davon träumt, an einem Rätselwettbewerb Teil zu nehmen und, so vermute ich zumindestens,  zu gewinnen. 

Nun,  „Gewinnen“ wir werden sehen. Preisausschreiben, das läßt sich machen.

Ich möchte in mehr oder weniger lockererer Folge einige Anmerkungen über Autoren, die bisher in Deutschland nicht so bekannt sind, die ich aber für besonders interessant halte, hier aufnehmen. Neben einigen Angaben sind dabei auch Links auf interessante Interviews mit den Autoren und Kritiken über deren Bücher angegeben. Dabei ist es für mich nicht unbedingt wichtig, dass ich mit der in den Kritiken angegebene Meinungen übereinstimme, sondern nur dass diese gut vorgetragen ist.

Among writers. Ken Bruen has become the crime novelist to read“ George P. Pelecanos. Der erste Autor ist Ken Bruen (siehe hier).

Und passend zu Ken Bruen also auch ein kleines Preisrätsel :

Zu gewinnen gibt es ein Buch von Ken Bruen. Eines der zwei, welche in Deutscher Übersetzung erhältlich sind: Rilke on Black , rororo 1998. Das Buch ist neu nicht mehr verfügbar und auch die hier zur Diskussion stehende Ausgabe ist gebraucht, aber in einem guten Zustand und von mir ungelesen.

Teilnehmen kann jeder der mag, es ist allerdings eine (kleine) Aufgabe zu lösen. Das Buch wird unter den drei Teilnehmern ausgelost (unter Ausschluss eines Notars und der Öffentlichkeit) , die am meisten der Bücher benennen können, die im Bild der oberen Leiste abgebildet sind – Tipp: Einige der Bücher sind im Laufe der Zeit bei wtd besprochen worden.

Die Antworten mir bitte bis nächsten Sonntag, 05.08.07 Mitternacht zu senden

Viel Glück 

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Kollege Ludger Menke vom Krimiblog informiert über die aktuelle KrimiWelt-Bestenliste. Mit Ludger teile ich die Freude über den Hinweis auf den argentinischen Autor Juan Damonte und dessen Buch „Ciao Papá“

Darüber hinaus freue ich mich aber auch, dass Walter Mosley mit seinem 2004 in Amerika erschienenem Buch „Little Scarlet“ auf der Liste vertreten ist. Für Interessierte deshalb ein kurzer Hinweis auf das im amerikanischen Original erschienene CD-Hörbuch:

  little-scarlett.jpg

Die Geschichte spielt während der berühmten Watts-Unruhen 1965 (mehr hierzu -> hier). Die Leiche einer jungen Frau wird gefunden. Die (weiße) Polizei verdächtigt einen weißen Mann, der in ihrer Nähe gesehen worden war, will jedoch die Unruhen nicht weiter schüren und bittet deshalb Easy Rawlings mit der Ermitlungen im schwarzen Stadtteil Watts. Rawlings ist so sehr überrascht wie erfreut: Er, der schwarze Detektiv, der offiziell (aufgrund seiner Hautfarbe) nicht einmal als Detektiv tätig sein darf, wird von der rassistisch eingestellten Polizei gebeten, ihr zu helfen.

Mehr als in anderen Büchern der Serie ist Rawlings im Weiteren gezwungen harte Ermittlungsarbeit zu leisten und doch bleibt es natürlich ein typisches Easy Rawlings Buch, in dem seine ganze moralische Aufrichtigkeit, seine (philosophierenden) Beobachtungen zur sozialen Realität der Zeit und seine ganze Anfälligkeit für Frauen zur Darstellung kommen.

„Little Scarlet“ ist ein wunderbares Buch: Spannend, wie bewegend, voller Einsicht, dominiert von Easy Rawlings Persönlichkeit und allemal gut erzählt. Der Sprecher des Hörbuchs Michael Boatman ist für einen nicht geringer Teil am Genusses des Hörbuchs verantwortlich. Seine Stimme gefällt und die Art und Weise wie er die verschiedenen Persönlichkeiten unterschiedlich darstellt und auch den Frauen Substanz gibt (wo manche männliche Vorleser eher „Gequietsche“ erzeugen) , überzeugt. Dabei ist die Sprache viel verständlicher,  als es nach dem Schriftbild im Amerikanischen den Eindruck haben mag.

Ausführlicheres zum nächsten Buch der Serie, „Cinnamon Kiss“ -> hier 

Little Scarlett von Walter Mosley, Sprecher: Michael Boatman, Little Brown and Company, Juli 2004 ISDN: 1586216600

bernd

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Der Anthony Award es ist ein Publikumspreis. Er wird auf dem Bouchercon vergeben, einem jährlich stattfindenden Treffen von Krimilesern, Autoren und Verlagsleuten. Aus Vorschlägen der Teilnehmer des letzten und des diesjährigen Treffens kommen die fünf am häufig genannten auf die jeweilige Nominierungsliste. Beim Treffens wählen die Teilnehmer dann den Gewinner aus.  Dieses Jahr findet die Veranstaltung in Anchorage, Alaska statt. Benannt ist der Preis nach dem Autor und Kritiker William Anthony Parker White  (Anthony Boucher genannt).

Die Nominierten lautet:

Bestes Buch:

Keine besondere Überraschung in dieser Kategorie: Jan Burke und Laura Lippmann sind altbekannte Namen auf der Nminierungsliste des Anthonys;  Pickard und Spencer-Fleming haben dieses Jahr die Klinge schon auf der Liste des Agatha Awards „gekreuzt“ (Pickard gewann) und sind gemeinsam mit Mina auf der Liste des Macavity Awards. Mina und Pickard waren dieses Jahr zudem auf der Liste des Edgars.

Pickard zeichnet sich so ein wenig als Gewinner des Jahres ab, meine Anmerkungen zu dem Buch folgen im August hier und bei wtd.
 

Bestes Taschenbuch:

  • Ashes and Bones, von Dana Cameron (Avon)
  • Baby Shark, von Robert Fate (Capital Crime Press)
  • The Cleanup, von Sean Doolittle (Dell)
  • A Dangerous Man, von Charlie Huston (Ballantine)
  • 47 Rules of Highly Effective Bank Robbers, von Troy Cook (Capital Crime Press)
  • Shotgun Opera, von Victor Gischler (Dell)
  • Snakeskin Shamisen, von Naomi Hirahara (Delta) 

A Dangerous Man“ ist der dritte Band der Serie von Huston um Hank Thompson, Snakeskin Shamisen von Hirahara ist der Gewinnerin des diesjährigen Edgars und sehr neugierig bin ich auf Gischlers „Shotgun Opera“.

Bestes erstes Buch:

  • A Field of Darkness, von Cornelia Read (Mysterious Press)
  • The Harrowing, von Alexandra Sokoloff (St. Martin’s Minotaur)
  • Holmes on the Range, von Steve Hockensmith (St. Martin’s Minotaur)
  • The King of Lies, von John Hart (St. Martin’s Minotaur)
  • Still Life, von Louise Penny (St. Martin’s Minotaur)

Alexandra Sokoloff ist Bloggerin bei Muderati

Dank an Rap-Sheet  

Die dort geäußerte Meinung, dass die hohe Zahl an Frauen in der Kategorie „Bestes Buch“ daran läge, dass mehr Fraun am Konvent teilnehmen, und Frauen eher Frauen wählten, halte ich angesichts der Geschlechterverteilung in den andere Kategorien für Quatsch.

bernd

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Wochenende: Harte Scherze

Es soll ja auch Leute geben, die das Buch nicht nur kaufen und sich die Zusammenfassung im Internet ‚rauslassen, sondern die es auch tatsächlich lesen. Diejenigen die mit Ihrer Lektüre hinterm Berg halten wollen, seien auf die Schutzcover zum Verdecken von Harry Potter Büchern hingewiesen.

Vermutlich wird dieser Hinweis als pubertäres Gehabe interpretiert werden. Aber eigentlich … wenn man die Cover genau anschaut … sind sie doch mit sehr viel Liebe zum Detail gemacht.

Beispiel (nichts für sanfte Gemüter)

via Swierczynski 

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Ultraseriös und höchst unterhaltsam ist der „Bremer Sprachblog“ von Mitarbeitern des Instituts für Allgemeine und Angewandte Sprachwissenschaften der Uni Bremen.

Aktuell beschäftigt sich Anatol Stefanowitsch ausgehend von „Six Tales of Time“, dem Titel einer Installation des Österreichischen Künstlers Folke Tegetthoff mit der Bandbreite der Wörter „tale“ und Geschichte.

Das Ergebnis ? Polemisch formuliert: Bücher soll man im Orginal lesen. Siehe -> hier 

bernd

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Über die Mühen seinen Namen bekannt zu machen, berichtet der amerikanische Autor Steven Torres in einer dreiteiligen Serie auf seinem Blog „The Crime Cafe“. Der Autor, der seit 2002 fünf Bücher veröffentlicht hat und nicht unbedingt zu den bekannteren gehört, erzählt dabei 

  • von kleinen Lesungen in Büchereien -> hier

There were about a dozen people, maybe fifteen. Had a great time. The interaction was lively. We laughed a good deal. I got to read precisely one page of my work. The conversation- their questions – is what drove the hour and a half. It went by quickly and I feel they got to learn what they wanted to about the book business and about me. Sold seven books. Won’t make me rich, but it is about a 50% sell through rate.

  • von seinen Kurzgeschichten -> hier

Then I’ve also written short stories. Some I’ve gotten paid for. Some I haven’t. It is a very nice thing to get a check for telling lies. I have a short story coming out in the upcoming Bronx Noir. I have another one, a Viktor Petrenko story, coming out in the next edition of Demolition Magazine. The people who like my stories might just buy one of my books. Or they might recommend me to a friend. In fact, if you like my Bronx Noir story, you’ll love The Concrete Maze. Guaranteed.

  • über die Mühen, seine Website bekannt zu machen -> hier

In order to get people to my website, I need to advertise it. I put the address on pens to give away (usually to people who have just bought the books…) it’s on the covers of my books, I mention it in any print advertising I do, and I try to get people to link to it (though I haven’t been very aggressive about that…and don’t intend to be). Now the website is very useful because I have had a couple of interviews and invitations come up because people had heard about me, gone to my website and decided they wanted to talk with me. But I don’t think any of this actually sells books. Not, mind you that I sell all that many anyway.

Wenig was außer der Reihe ist, vermute ich und doch: Respekt.

bernd

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Serien

Goethe, Lord Byron und Thomas Mann haben Bücher geschrieben und keine Serien  … es hat eine Weile gedauert, bis ich begriff, dass die Idee der Serie ein geradezu konstitutives Element des Krimi-Genre sein soll. Laut Laura Lippman hat erst Dennis Lehanes „Mystic River“ den Kollegen gezeigt, welches Potential im Einzelbuch („stand alone“) steckt und einen entsprechenden Boom ausgelöst. Ich halte diese Aussage für so nicht ganz richtig. Aber wie auch immer, Tatsache ist, dass die Einzelbücher in den letzten zehn Jahren einen enormen Aufschwung erlebt haben.

Dennoch scheinen heutzutage viele Leser beim Krimi das serielle Motiv immer noch als selbstverständlich und wichtig zu erachten – laut Christiana Gregoriou soll das daran liegen, dass die Leser immer wieder die gleiche, vertraute Geschichte lesen möchten.

Nun, wie dem auch sei. Da erhalten dann Leser auf dem Leserforum der Krimicouch den Hinweis, dass sie unbedingt bei Ian Rankins ersten Buch anfangen müssten oder dass es kein Wunder sei, dass ihnen ein x beliebiges Buch von Karin Slaughter nicht gefiele, da sie ja nicht die gesamte Entwicklung der Charaktäre mitverfolgt hätte.

Ich weiß nicht ! Wer tut denn das … freiwillig … 9 Bücher lesen, um beurteilen zu können, um das zehnte etwas taugt ? Für einen Autoren ist das ja schon fast die Lizenz zum Gelddrucken. Nein, kann eigentlich nicht sein. Ein Autor der etwas taugt, muss mit wenigen Worten die Elemente der Vergangenheit heraufbeschwören können, die für die aktuelle Geschichte wichtig sind.

Und Lippman merkte in dem oben zitierten Interview noch eine andere Tatsache an – trivial eigentlich: Autor wachsen und gewinnen an Erfahrung; mitunter haben sie irgendwann in einer Serie einen „Durchbruch“. Als Beispiel nennt sie Jan Burkes „Bones“ (deutsch: Grabesstille), Peter Robinsons „In a Dry Season“ (deutsch: In einem heißen Sommer) und Robert Crais „LA-Requiem“ (deutsch: Stunde der Rache). Lippmans eigener „Durchbruch“ fand außerhalb ihrer Serie um Tess Monaghan statt, aber wer By a Spider’s Thread mit den früheren Büchern der Serie vergleicht, dem gehen Augen und Ohren über.

Keine Frage: Es macht wenig Sinn, sich durch die früheren Werke zu „quälen“, nur um herauszufinden, ob die genannten Bücher gefallen. Muss man auch nicht, denn diese Bücher sind nicht von „Gelddruckern“ sondern von guten Autoren geschrieben worden.

Nächste Woche: Warum manche Serien mich „Serienhasser“ beeindrucken.

bernd

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Jess Walter: The Zero

the-zero.jpg

Heute erscheint meine Besprechung des Buches wie immer bei wtd.

Anzumerken wäre vielleicht noch, dass Jess Walter als einer der talentiertesten Autoren Amerikas gilt und vier Romane und einen Tatsachenroman geschrieben hat. Er lebt in Spokane im US-Bundestaat Washington.

Walter hat nach den 9/11-Ereignissen einige Tage in New York verbracht und so manches Atmosphärisches, das in einem Buch „The Zero“ aufscheint, dort real wahrgenommen.  

Selten gibt ein Autor so freizügig Informationen zu seinem Buch, wie Walter zu The Zero. Hier ist die Gelegenheit, sich über die Gedanken des Autors zu seinem Buch zu informieren.

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