Joachim Linder hat den Artikel nun schon einige Tage Im Ticker, dennoch verweise ich gerne auch noch einmal auf Elfriede Jelineks Text zu Amstetten. Es ist, wenn ich’s richtig verstehe, ihr Versuch einen österreichischen Geist aus dem Geschehen ‘rauszulesen. Nun, Jelinek gestehe ich so was zu, seit eines denkwürdigen Interviews in den frühen 90er Jahren (aus der ZEIT ursprünglich – glaube ich), kann ich’s nachvollziehen.
Was allerdings nervig ist, wenn auch akademische Geister meinen, aus den beiden ähnlich gelagerten Fallen ein österreichisches Syndrom machen zu können; schon wenige Tage nach dem initialen Fund, hatten sie einen Psychologen/ Psychiater in der Süddeutschen der just dieses tat (scheint nicht online zu sein, dafür aber -> dieses).
Was soll sowas, statistisch sind auch zwei Fälle irrelevant.
Es kommt ja auch keiner auf die Idee, nach einem Geist zu suchen, der die regelmässigen Babyfunde in unserem Lande erklärte. Obwohl man sich schon fragen kann, ob es nicht der gleiche Geist ist, der Bewohner von Stadtteilen vor Gericht treibt, um dort gegen die Errichtung von Kindergärten zu klagen (wie jüngst in München Bogenhausen zu beobachten) – Kindergärten, die wohlgemerkt üblicherweise am Wochenende und Spätnachmittags sowieso nicht besetzt sind.
bernd



