
The Cleanup ist in den USA durchaus gut gelaufen und hat es sogar zu einer Nominierungen beim Anthony und zum Sieg beim Barry und beim Spintingler gebracht. Dementsprechend hatte ich mich auf die Lektüre auch gefreut.
Im Zentrum des Buches stehen Matthew und Gwen. Matthew Worth ist ein jungen Polizisten, Spross einer alten Polizistenfamilie, kurz vor der Ausmusterung stehend und bewacht mittlerweile hauptsächlich einen Supermarkt, der in der Vergangenheit gelegentlich überfallen wurde. Gwen arbeitet dort zur Aushilfe und studiert eigentlich. Sie lebt nun mit einem ganz harten Typ zusammen, einem der gern auch ‘mal zuschlägt. Irgendwann wird es Gwen zuviel … und Matthew versucht ihr aus dem Schlamassel zu helfen.
Der Typ … er hat Verbindungen, arbeitet sogar für einen Gangster und damit wird die Sache unübersichtlich, andere Mitarbeiter des Gangsters kommen noch hinzu, undurchsichtige Personal taucht auch bei der Polizei auf … mit einem Wort es entsteht ein Durcheinander. Kurze Kapitel, mit wechselnder Perspektive, knackig, kurz und knapp erzählt, bringen die Geschichte voran. Das macht Doolittle gut und dem Buch ist die aufwendige Plotstruktur nicht anzusehen.
Nicht anzusehen ist dem Buch allerdings auch größere Substanz. OK, die Personen sind sauber gezeichnet, aber es fehlt ihnen an Tiefe, realer Problematik, Lebendigkeit. Sie dienen der Story, fertig aus.
Nett, unterhaltsam, fast witzig, mainstreamig. Erinnert an Ken Bruens und Jason Starrs Flop, nicht ganz so überdreht und nicht so wortwitzig. Tatsächlich liegt wohl der Charme des Buches auch gerade in dieser nüchternen Darstellung. Man kann das Buch lesen, wenn man mal was kurzes nettes sucht, aber Barry Award ? No way.
bernd



