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In der Serie über die diesjährigen Kandidaten für die Edgar Awards, schaue ich mir zum Schluss die Bücher an, die für die Kategorie “Bestes Buch” des Edgars nominiert sind, also:
- Christine Fall von Benjamin Black
- Priest von Ken Bruen
- The Yiddish Policemen’s Union von Michael Chabon
- Soul Patch von Reed Farrel Coleman
- Down River von John Hart
Die fünf Büchern der “haute categorie” des Edgars haben eines gemeinsam: Sie streben zum Literarischen und werden von Lesern des Krimimainstreams mit Zurückhaltung betrachtet.
Zwei der Bücher sind von renommierten Schriftstellern, die außerhalb des Genres groß geworden sind. ” [...]es gibt Stellen in seinem Buch, ganze Passagen, da erteilt er der Gattung Kriminalroman Nachhilfe “, schreibt Franz Schuh über die Sprache in Benjamin Blacks Christine Falls. Ein Buch, das gemacht wirkt, als wenn Black (The artist formerly known as Banville) sich eine Checkliste mit Genrespezifika angelegt hatte, die es abzuarbeiten galt. So ist es auch kein Wunder, dass das Buch an Klischees zu ersticken droht und bei der überbordernden Sprache echte Spannung kaum aufkommen. Dagegen wirkt Michael Chabons The Yiddish Policemen’s Union authentisch: Wer dieses Buch liest, bekommt einen echten Chabon. Yiddisch in Alaska: Das Buch schafft sich seine eigene Welt und erzählt von ihr in einem Meer von Anekdoten kurzweilig, unterhaltsam und durchdringend. Alleine das mit der Spannung, das können andere natürlich etwas besser. Dennoch: ein klarer Anwärter auf den Sieg.
Zwei der Bücher folgen mehr dem klassischen Spannungsmuster. Down River von John Hart ist ein Buch, welches sein literarisches Programm im Nachwort formuliert und hierbei scheitert, da es in Stereotypie ersäuft. Es ist jedoch als spannender, atmosphärisch dichter Krimi gut zu lesen. Den Edgar sehen ich trotz seiner wunderbaren atmosphärischen Darstellung nicht in Reichweite des Buches. Soul Patch von Reed Farrel Coleman ist ein düsteres Werk, stilistisch auf hohen Niveau, mit einem stimmigen Krimiplot und dennoch dürfte es die meisten seiner Leser, die den Vorgänger The James Deans gelesen haben, ein klein wenig enttäuschen. Da es literarischen Duktus mit klassischen Themen verbindet, hat es Außenseiterchancen.
Ein wenig zwischen den Stühlen steht schließlich Ken Bruens Priest. Wie üblich bei den Büchern der Taylor Reihe gibt es einige kleinere Fälle zu bearbeiten und wie üblich geht es eigentlich um Taylor selber. Dieser wundert sich über den Einfluss der amerikanischen Sprache und Kultur auf das Geisteslebens Irlands und sieht den langen Atem alter Schweinereien. Wie immer poetisch, witzig, innig erzählt und in der modernen Popkultur verankert. Alles zusammen ragt es aus der Taylor Serie heraus. Ein heißer Kandidat.
Also Priest vor The Yiddish Policemen’s Union, mit Außenseiterchancen für Soul Patch. Down River träfe auf Überraschung und Christine Falls auf Unverständnis.
bernd









[...] Down River trfe auf berraschung und Christine Falls auf Unverstn dnis. bernd… source: Edgar 2008 Bestes Buch, Internationale [...]
[...] Patch, das auch für den Edgar nominiert war, findet sich auf einigen Listen dieses Jahr, aber irgendwie kann ich mir nicht ganz vorstellen, [...]