Tess Gerritsen ist eine überaus erfolgreiche Autoren, keine die ich als Kunsthandwerkerin ansehen würde, aber eine, die gute saubere Arbeit abliefert und deren Büchern man lesen kann. Sie führt auch ein Blog, ein gutes sogar. Das nimmt zwar dann auch ‘mal seitens der vielen Fans die mitlesen, einen hagiographischen Touch an, aber tatsächlich ist das häufig informativ und Gerritsen erzählt vom Seelenleben und Arbeitsleben einer Autoren. Was man in der Vergangenheit lernte, ist, dass Gerritsen ein wenig ein selbstmitleidiges Sensibelchen ist und unangenehme Kritiken ihrer Bücher nicht ausstehen kann und die Kompetenz von Kritikern, die nicht selber Bücher geschrieben haben, anzweifelt.
Mit diesem Blog ist wohl nun Schluss.
Grund hierfür ist eine Posse. Zur Vorgeschichte: Das Buch einer Autoren (Herz- und Schmerzliteratur) wird bei Amazon von einer Leserin tendenziell ablehnend besprochen, die Autorin belehrt die Rezensenten, wie sie das Buch hätte lesen sollen und wie gewisse Cachedokumente andeuten, versucht die Autorin über Leser/Fans die Rezensentin in Misskredit zu bringen … wer will, kann es bei Dear Author oder bei GalleyCat nachlesen.
Tess Gerritsen schrieb auf ihrem Blog einen Eintrag über die Geschichte, wobei sie kund tat, dass sie die Sache vielleicht nicht gut heiße, aber die Emotion der Autorin verstünde; ferner schrieb sie den verfänglichen (mittlerweile von ihr abgeändert) Satz “[...] But her [die Autorin, bk] major foolishness was that she got caught at it.“
Dieses ärgert nun die Leute bei Dear Autor und es entwickelt sich ein Ping Pong Spiel zwischen den Kommentaren bei Dear Autor und jenen bei Tess Gerritsen (-> hier, -> hier, -> hier, -> hier).
Wer Zeit und den richtigen Humor hat, dem kann ich nur empfehlen, sich das anzutun. Musterbeispiel über die Eigendynamik von Kommunikationsproblemen, Missverständnissen, aufkeimenden persönlichen Beleidigungen usw usf im Internet: Etwas 400 Kommentare sind hin und her geflogen.
In der Hochphase des Zanks bekommt Gerritsen ja Druck für jeden Mist. Da schreibt sie, Bücher seien wie die kleinen eigenen Babies und schon wird’s verbatim genommen und ihr seelische Misshandlung ihrer Kinder “vorgeworfen” oder sie spielt mit “what could you possibly know about good writing, you illiterate slut?” auf die samstagsabendliche Fernsehsendung Weekend Update an und es wird nicht verstanden - ein Grund übrigens dafür, dass ich die meisten der Anspielungen, die meine Rohtexte haben, wieder ‘rausnehme.
Und das Ende vom Lied ?
Tess Gerritsen schmeißt das Handtuch (möglicherweise) als Bloggerin und das wäre schade.
Ansonsten erkannt man, dass es manchmal besser ist innezuhalten, bevor man auf Senden drückt. Den Beitrag noch einmal zu überdenken und dann 20% Gas ‘rauszunehmen, hat sich bewährt.
bernd


Ich fände es gut, wenn du deine Anspielungen stehen lassen würdest. Probier’s doch mal aus, vielleicht verstehen wir sie ja richtig.
[...] empfindlich auf negative Bemerkungen zu ihren Büchern reagiert und deren Abgang als Bloggerin wir beobachten mussten, nachdem sie heftig angegangen worden war, ist zurück - zumindest ein wenig. Der erste ihrer nun [...]