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Nachdem letzten Freitag die Kandidaten in der Kategorie “Bestes Taschenbuch” dran waren, folgen jetzt die in der Kategorie “Bester Erstling eines US-amerikanischen Autoren”. Dieses Jahr waren hier folgende Bücher nominiert:
- Missing Witness von Gordon Campbell
- In the Woods von Tana French
- Snitch Jacket von Christopher Goffard
- Head Games von Craig McDonald
- Pyres von Derek Nikitas
Es ist die einzige Kategorie dieses Jahr in der jedes einzelne Buch überzeugt und (mit kleinen Anstrichen) den Sieg verdient hätte.
Snitch Jacket erzählt aus dem Leben eines Loosers, der in U-Haft sitzt und erzählt warum es nicht so war, wie es scheint. Es erinnert ein wenig an Jim Nisbet: Sprachlich anspruchsvoll, die amerikanische Kultur beobachtend. Dabei ist es immer ein wenig persiflierend und führt überdrehtes Personal auf, dass es nur eine Pracht ist. Angesichts der anspruchsvollen Sprache eher ohne Chancen.
Head Games ist ein an Hommagen und historischen Anspielungen reiches Buch. Es ist ein Roadmovie welcher unter dem Mantel einer in Setting und Form typischen unprätentiösen amerikanischen Story ein ambitioniertes geschriebenes, literarisches Werk verborgen hält. Hat eher nur Aussenseiterchancen.
In the Woods ist eine Kreuzung zwischen Whodunit und Ellroys Black Dahlia, ein wenig Psychothriller, ein wenig “Police Procedural” mit literarischen Ehrgeiz vorgetragen. Erzählt wird die Aufklärungsarbeit des Mordes eines kleinen Mädchens, bis dann in einem gewagten Schlussteil die Geschichte kippt und in einem emotionalen Hexenkessel mit einer ungewöhnlichen Auflösung endet. Manche haben ihr dieses unkonventionelle Ende in dem nicht alle Stränge aufgelöst werden angekreidet, mir taugt es, schließlich ist das Leben so. Dürfte Chancen haben.
Ebenso wie Missing Witness, einem Gerichtskrimi, der den US-amerikanischen Gerichtsprozess als Theateraufführung zelebriert und demonstriert, dass das Ganze auch nach hinten losgehen kann und ein Anwalt sich dann mit den Früchte seiner Arbeit ‘rum plagen muss. Es ist ein Buch das überzeugt, weil es atmosphärisch stimmig ist und hier endlich ‘mal wieder eine fintenreiche Geschichte erzählt wird.
Favorit in meinen Augen ist aber Pyres von Derec Nikitas, welches die Geschichte eines Mädchens erzählt, vor deren Augen ihr Vater erschossen wird und deren Mutter sich versucht, selber umzubringen. Mit einer stilistischen Bandbreite, die beeindruckt, nicht beliebig ist, sondern wohl konstruiert und mit seiner gediegenen Sprache ist es ein spannender Thriller, ein einfühlsamer Roman, ein beeindruckendes Lesevergnügen.
bernd









[...] wie letztes Jahr, ist dieses wieder die einzige Kategorie, in der jedes einzelne Buch überzeugt und (mit kleinen [...]