Über Amazons Versuch den Markt des Print on demand (POD) an sich zu ziehen, hatte ich schon berichtet. In den USA zieht das Thema Kreise. Eine aktuelle Zusammenfassung und neuere Informationen gibt es bei Seattle PI.
Zur Erinnerung: Amazon will POD Bücher nur noch direkt vertreiben, wenn diese bei einem Tochterunternehmen von Amazon selber gedruckt worden ist. Was natürlich für die Autoren, die nicht bei den großen Verlagen untergekommen sind, ein Problem sein könnte.
“If they succeed in doing this, they’ll have basically seized the supply chain, and they can pretty much call the shots and pay less to publishers for the books, which means less money going to the authors in many cases,” said Paul Aiken, executive director of The Authors Guild, based in New York.
Anscheinend wollen sich deshalb auch einige zur Wehr setzen. Ein entsprechendes Blog besteht mittlerweile (-> hier eine Boykottempfehlung), Organisationen wie The American Society of Journalists and Authors oder The Small Publishers Association of North America sprechen sich gegen Amazon aus und YouWriteon.Com (unterhalten von The Arts Council England) versucht auch einen Boykott zu initiieren.
Auch wird berichtet, dass die Generalstaatsanwaltschaft in Washington eine Überprüfung des Sachverhalts eingeleitet hat – was allerdings noch nicht so viel besagt, Anfragen sind gekommen und die dürfen nicht ignoriert werden, selbst wenn sie später abschlägig beschieden werden.
Amazon argumentiert, dass es kein Sinn mache, dass die Bücher erst beim Verlag produziert werden, dann zu Amazon und dann von Amazon zum Kunden geschickt werden. Lightning Source, der größte Mitbewerber Amazons auf der Seite der POD-Druckereien hatte in der Vergangenheit die Bücher deshalb auch direkt an die Kunden verschickt. “They [Amazon, bk] want to set the discount rate for every book they sell. They want to be paid to print every book they sell.“
Analog könnte Amazon ja auch direkt an die großen Verlagshäuser ‘rantreten und sagen, dass sie nur noch die Bücher vertreiben, die sie (oder eine Tochterfirma) auch selber gedruckt haben.
bernd



