
Bild von Blatant Biobliophil Blog
Wenn man vom gedachten geographischen Mittelpunkt der USA langsam gen Osten, auf den Mond zu fährt und dann irgendwann New York rechts liegen lässt, kommt man in eine Eiswüste und hat dann (ITisch gesehen) die Gegend hinter dem Mond erreicht.
Amazons Kindle, der E-Book Reader, mit dem Amazon unser Leseverhalten revolutionieren will und der doch erst einmal nur eine Bestellmaschine ist (”It’s an entire device built around the concept of “One Click” ordering“), mit der Amazon die Kundenbindungen monopolisieren möchte, ist seit gut einem viertel Jahr auf dem Mark, lang genug also, dass erste Erfahrungen vorliegen.
Kindle weckt natürlich Hoffnungen bei Autoren nach mehr verkauften Büchern und in der Tat gibt es Leser die berichten, dass sie noch nie so viele Bücher bestellt haben, denn noch nie war es so einfach.
Unstrittig scheint die hervorragenden Ablesequalität zu sein, darüber bietet es auch eine ordentliche akustische Wiedergabe und kann auch zum Runterladen von Hörbüchern genutzt werden oder zum kostenlosen Laden älterer E-Books und auch Zeitungen (incl FAZ) können abonniert werden.
Wer an einer detaillierten Darstellung der technischen Daten interessiert ist, findet -> hier eine entsprechende Darstellung. Das entscheidende Feature ist die e-Ink Technologie des Bildschirm. Dabei handelt es sich um einen Bildschirm aus durchsichtigen Elektroden unter denen sich Millionen von Mikrokapseln befinden, welche positiv geladene weiße Partikel und negativ geladene schwarze Partikel enthalten, darunter befindet sich eine weitere Schicht von Elektroden. Ein negativer Strompuls an den Elektroden der Unterseite zwingt die schwarzen Partikel nach oben, ein positiver Strompuls die weißen. Jede Kapsel wirkt als ein Bildpunkt. Das Gerät braucht wenig Strom, weil das Schriftbild solange zu sehen bleibt, bis eine neue Seite aufgebaut wird.
Wie erfolgreich das Kindle ist, kann man natürlich nicht sagen, Amazon selber scheint zufrieden zu sein – zumindest sagt man es dort – Verkaufszahlen wurden bisher nicht genannt, das dürfte sich aber mit einer der nächsten Bilanzpressekonferenzen ändern. Der Verkauf an E-Books scheint sich in den drei Monaten, die es Kindle gibt, verdoppelt zu haben (im Kommentar des Links) und im Bereich der Blogabos scheint Kindle sich mengenmässsig bemerkbar zu machen.
Dass manche nicht von der Technik überzeugt sind, versteht sich von selbst. Wer jedoch, wie gelegentlich geschehen, an dem langsamen Bildaufbau ‘rummäkelt, hat e-Ink nicht verstanden.
bernd



