Schon seit längerer Zeit hatte ich vorgehabt, mich noch einmal mit den bekannten amerikanischen Krimipreisen zu beschäftigen. Die Bedeutung der Preise hatte ich schon ‘mal versucht zu erfassen. In mehreren Beiträgen möchte ich ihr Profil und ihre Präferenzen ein wenig einschätzen.
Dabei soll es um Edgar Awards, Anthony Awards, Agatha Awards, Macavity Awards, Hammett Prize, Barry Awards und Shamus Awards gehen.
Die Bedeutung die den Preisen zugemessen werden kann, habe ich noch einmal versucht zu beurteilen. Hierzu habe ich mittels zweier Suchmaschinen (Google und Ask Jeeves) Neueinträge US-amerikanischer Internetseiten des Jahres 2007 auf die Begriffe „Edgar Awards“, „Anthony Awards“, „Macavity Awards“, „Hammett Prize“, „Barry Awards“, „Shamus Awards“ „Edgar Award“, „Anthony Award“, „Macavity Award“, „Barry Award“ und „Shamus Award“ abgesucht. Award in Singular und Plural, da beide Verwendungen vorkommen.
Gewisse Ungerechtigkeiten lassen sich nicht vermeiden, schon alleine deshalb weil der Hammett Prize als einziger in nur einer Kategorie vergeben wird. Auch liefert Barry Award Ergebnisse für einen Filmpreis und die Jahresabgrenzungen sind bei Ask nicht ganz korrekt.
In den meisten Fällen ist der Unterschied zwischen Google und Ask nicht sehr groß. Die ermittelten Werte wurden gemittelt und die Werte für “Award” und “Awards” addiert. Dabei kommt, folgende mir plausibel erscheinende Reihenfolge ‘raus:
- Edgar: 16310
- Anthony: 5825
- Agatha : 5240
- Shamus: 3070
- Barry: 1867
- Macavity: 1724
- Hammett: 806
Man kann also doch eine deutliche Hierarchie der Preise erkennen.
Nach meiner subjektiven Einschätzung der Preise sind Edgar Awards und Hammett Prize Kritikerpreise für anspruchsvollere Bücher; der Edgar beginnt am Anfang des Jahres mit der Bekanntgabe seiner Nominierten den Reigen und gibt ein wenig den Takt vor. Agatha und Shamus sind Spezialpreise, die sich jeweils an spezielles Segment des Marktes richtet; Cozys im Falle des Agathas und Detektivromane im Falle des Shamus. Macavity und Anthony sind Publikumspreise, also ein wenig mainstreamiger, ebenso wie der Barry, der bis 2006 von einer einzelnen Redaktion einer Zeitschrift, Deadly Pleasures Mystery Magazine und seit 2007 von deren zwei, vergeben wird.
Um zu versuchen, Profil und Präferenzen der unterschiedlichen Preise zu objektivieren, habe ich die Listen mit den Kandidaten genommen, die für die einzelnen Preise nominiert werden und die entsprechenden Bücher von 1997 bis 2007 gesammelt. Mit 1997 habe ich deshalb angefangen, weil zu dem Jahr der Barry das erste Mal vergeben wurde und weil vor 1997 die für den Anthony nominierten Bücher nicht mehr verfügbar sind. Edgar, Anthony, Barry und Shamus vergeben den Preis in unterschiedlichen Kategorien, insbesondere unterscheiden sie Bestes Buch und Bestes Taschenbuch. Da die Taschenbücher bei den anderen Preisen implizit enthalten sind und weil einige Autoren eine Karriere durchmachen, bei TB beginnen und bei Erfolg auf Hardcover wechseln, habe ich hier am Ende die Daten zusammengenommen. Die Bücher der Kategorie “Bestes Erstes Buch” habe ich jedoch nicht berücksichtigt. Diese Vorgehensweise beruht auf einer Grundannahme.
Nämlich dass sich über die Jahre eine Art von Preisgeist bildet. Nun bin ich mir zwar bewusst, dass diejenigen die die nominierten Bücher aussuchen, wechseln, aber dennoch gewisse Rahmenbedingungen bleiben möglicherweise gleich. So werden die Jurys für den Edgar immer mehr Bücher gescreent haben (Elaine Flinn: 526+ Bücher als Juorin letztes Jahr), die Auswählenden für den Anthony immer von Lesern wie Du/Sie und ich bestimmt werden, so dass Preziosen hier kaum eine Chance haben und Agatha und Shamus immer ihre „Nischen“ bedienen.
Ich hoffe, dass die Auswertung in den Beiträgen der nächsten zwei Freitage nicht zu trocken ‘rüberkommt, aber ich finde die Ergebnisse sind ganz interessant.
bernd




[...] das ist ein britischer Preis von britischen Preisrichtern auf den britischen Markt bezogen]. Die großen Preise, Anthony und Edgar sind ihm bisher verwehrt geblieben. Der zweifache Gewinn des Shamus für den [...]
[...] Februar 29, 2008 von krimileser Fortsetzung des Beitrag vom letzten -> Freitag. [...]
[...] den insgesamt acht Preisen (fünf von -> diesen sowie Gumshoe Award vergeben von einem kleineren online Magazin, Crimespree Award von einer [...]