“King of Crime” II
Februar 1, 2008 von krimileser
Ich bin ja kein “Native Speaker” der englischen Sprache, kann mich also bei der Verwendung von englischen Wörtern täuschen. Und wie leicht wäre das möglich, bei einer Sprache die so ein großes Verbreitungsgebiet und so unterschiedliche Varietäten kennt wie das Englische.
Dennoch: Patrick Dunne sei “King of Crime”. Und am Hellweg, wo sie mit brillanten Krimipreisnamensvorschlägen zeigen, warum meine Nachbaren (zur Linken) Krimileser für taumelnde tumbe Torren halten, bezeichnen sie Camilla Läckberg als “Crime Lady”.
Krimi als Crime zu übersetzen, scheint mir in Deutschland nicht unpopulär zu sein. Ich glaube aber, dass es sich dabei um “falsche Freunde” handelt. Darunter versteht man Wortpaare zweier Sprachen die (nahezu) gleich aussehen, aber etwas vollkommen unterschiedliches bedeuten. Sensibel und “sensible” (engl. vernünftig) zum Beispiel oder sophistisch und “sophisticated” (engl. ausgeklügelt) - Mörder und “murder” vielleicht im Krimibereich.
So scheint es mir auch mit “crime” und Krimi zu sein. “Crime” -> bedeutet -> eigentlich -> Verbrechen nicht Krimi. Die Wörter crime fiction oder mystery story bezeichnen den Krimi. Natürlich, wenn man im Internet länger sucht, findet man auch einzelne englischsprachige Menschen, die “King of Crime” oder “Crime Lady” auf Literatur beziehen, doch in der weit überwiegenden Mehrzahl sind “King of Crime” Mafiagrößen und “Crime Lady” halbseidende Damen. Nun kann ich natürlich Camilla Läckberg nicht, aber Rudimente von Höflichkeit, die in mir schlummern, ließen mich nach einem “echten Freund” für die Dame suchen.
Möglich natürlich, dass sich “Crime” wie “Handy” zu einem eigenständigen Wort der deutschen Sprache entwickelt. Nur mit “King of Crime” oder “Crime Lady” versuchen die Sprecher ja gerade ihr savoir anglais (für Hinweise zur richtigen Form von “anglais” bin ich dankbar) zu demonstrieren.
bernd

