Doris Lessing erhält den Literaturnobelpreis und wie bei jedem Preisträger gibt es -> eine Dankesrede. Der Titel des Vortrags lautet “A hunger for books” und handelt von der Bedeutung des Lesens, von den Mühen angesichts von Hunger und Not Lesen zu lernen, er kündet von Lessings Sorge, dass Literatur als Kulturgut bei uns marginalisiert wird und beschreibt die Reise von Anna Karenina, einem russischen Buch ins Herz Afrikas.
Zornig und lesenswert.
Die Angst um die Teilhabe Afrikas an der Modernen Kultur ebenso wie die Umgestaltung treibt Lessing an. Darüber liest man in den Kommentaren wenig, lieber schreibt -> der Spiegel, dass Lessing das Internet für den Untergang unser Kultur verantwortlich macht; was sie so nicht macht.
Sie schreibt über die Fragmentierung von Wissen in unser Gesellschaft und das es viele Spezialisten gäbe: “[...] knowing only some speciality or other, for instance, computers.” [for instance heißt hier: zum Beispiel]. Und sie schreibt weiter:
What has happened to us is an amazing invention - computers and the internet and TV. It is a revolution. [...] How will our lives, our way of thinking, be changed by the internet ? [...] quite reasonable people will confess that, once they are hooked, it is hard to cut free, and they may find a whole day has passed in blogging etc?
Wie wird das Internet unsere Kultur verändern ? Das scheint mir eine legitime Frage zu sein. Ich würde sie anders beantworten als Lessing. Aber ihre Sichtweise “Bücher sind Voraussetzung für Bildung” ist nachvollziehen und Grundlage unser gegenwärtigen Kultur. So begeistert ich von den Möglichkeiten des Internets bin und mir bewusst bin, dass man hier Information in Hülle und Fülle bekommen kann, bin ich mir noch nicht sicher, ob diese Möglichkeiten genutzt werden, ohne adäquaten Background genutzt werden können und ob das Internet das Medium Buch überhaupt ersetzen kann.
Tatsächlich enthält Lessings Text einige problematische Abschnitte, dazu morgen mehr.
Fortsetzung -> hier
bernd
PS Liest man im dpa-Text «Wie sind ihre Möpse? Sieht sie gut aus?» (unsere Fragen über junge Schriftstellerinnen) lautet es im Original schlicht “Is she good-looking ?“. “Möpse” ? Ich dachte schon Lessing vergreist.


Und dann schreien alle, nur weil ein Depp durch einen anderen ersetzt wird beim “Speigel”. (Das lasse ich hier extra so stehen. So!)
* trotzig
** Anti-Spiegel (jedenfalls die Kulturseiten auf jeden Fall)
[...] 12, 2007 von krimileser (Fortsetung des Beitrags vom -> Dienstag) Older people, talking to young ones, must understand just how much of an education reading was, [...]