Spinetingler Awards und die wachsende Bedeutung des Internets
Dezember 3, 2007 von krimileser
Einige Bemerkungen zu den Spinetingler Awards. Freitag erhielt ich einen Hinweis von Declan Burke zu einem Beitrag in seinem Blog crime always pays. Grund für die Benachrichtigung war die Freude Burkes über seine Nominierung bei genannten Spinetingler Awards.
Die vollständige Liste der Nominierten ist am Schluss dieses Beitrags. Den meisten Lesern deutschsprachiger Krimis werden viele der Namen nicht so viel sagen, die Liste illustriert jedoch einen Punkt: Die Spinetingler Awards sind die ersten echten Internetkrimipreise im englischsprachigen Raum. Natürlich ist Mystery Ink, Preisgeber der Gumshoe Awards eine Internetzeitschrift und natürlich werden beim Theakstons Old Peculier Crime Novel die Nominierungen auch übers Internet abgegeben, aber die Wirkung des Internets sieht man erst so richtig beim Spinetingler.
Die Nominierung Declan Burkes ist ein Beispiel dafür. Sein Buch The Big O ist bei Hag’s Head Press, einem “Selfpublishing-Verlag”, erschienen und außerhalb Irlands und Großbritanniens schwer zu bekommen. Um die Verlage in den USA auf sich aufmerksam zu machen, hat er nachdrücklich und mit Witz allen möglichen bekannten Leute sein Buch zur Verfügung gestellt. Diese haben tatsächlich darüber geschrieben, so dass das Buch über Mundpropaganda bekannt wurde und demnächst bei einem regulären Verlag in den USA erscheinen wird.
Ähnlich versucht sich Steven Torres, der zwar einen Verlag in den USA hat, aber dort nicht sehr bekannt ist. Dass sein Buch Concrete Maze, das ich ja auch schon besprochen habe, nominiert worden ist, liegt auch daran (denke ich zumindest), dass er sein Buch zur Besprechung verteilt (so gibt es einen Besprechung bei Spinetingler) und er den “richtigen” Internetzirkeln angehört. So eine Aufmerksamkeit wie Burke kann er allerdings nicht für sich verbuchen. Schon alleine weil dieser stilistisch und sprachlich hipper und moderner ist und durch harte Arbeit seinen Blog als Drehscheibe für irische Krimis etabliert hat.
In der Kategorie Special Service to the Industry sind nur Kandidaten zu finden, die ihre Botschaft über das Internet verbreiten. Daniel Hatadi hat mit Crimespace ein Forum für Autoren (, Verlagsmenschen und Leser) aufgebaut, dessen Bedeutung zwar noch nicht abzuschätzen ist, aber der namhaften Zulauf den Crimespace seit seiner Gründung im März erfuhr, zeigt das Bedürfnis, nach solchen spezialisierten Foren - allerdings habe ich das Gefühl, dass in letzter Zahl die Diskussionen dort in Zahl und Intensität zurückgingen.
Graham Powells Crimespot ist so eine Art Alligatorpapiere, allerdings konsequent auf die, in den USA reichlich vorhandenen Krimi-und Businessblogs ausgerichtet. J. Kingston Pierce ist Editor des Blogs The Rap Sheet, das ich auch regelmäßig nutze und das Informationen unterhaltsam und informativ aufbereitet. Auch Ali Karim schreibt dort regelmäßig. Dieser ist zudem mitverantwortlich für Shotsmag, einem der älteren eZines im Krimibereich. Maddy van Hertburger hat, soweit ich es verstanden habe, eine Krimilesegruppe bei Yahoo aufgebaut und Sarah Weinman ist Hüterin des legendären Confessions of an Idiosyncratic Mind, das immer noch eine wichtige Drehscheibe für Informationen im Krimibereich darstellt.
Am offensichtlichsten ist die Rolle des Internets natürlich bei der Kategorie Best Short Story on the Web. Kurzgeschichten spielen in den USA eine größere Rolle als bei uns. Regelmäßige Publikationen wie Ellery Queen’s Mystery Magazine oder Alfred Hitchcock’s Mystery Magazine werden dort verkauft und schaffen eine Öffentlichkeit für junge Autoren (und in früheren Zeiten die Möglichkeit ein wenig Geld dazu zu verdienen).
In Nordamerika bieten Magazine wie Demolition Magazine, Hardluck Stories, Thug Lit, Shred of Evidence oder Spinetingler ihre Geschichten kostenlos im Internet an und scheinen auch guten Zulauf bei den Lesern zu haben (ein Eldorado für Englischlehrer ?). So berichtet Spinetingler, dass die letzte Ausgabe 50.000 mal runtergeladen wurde. Ich habe die Geschichten der Kandidaten dieser Kategorie verlinkt, wer mag, kann sich ja versuchen und so vielleicht auch einen Eindruck gewinnen.
Im Weitern kann jeder in einem Mail seine Wahl Sandra Ruttan bis zum 30.12.07 mitteilen. Danach erfolgt die Auswertung
bernd
Best Novel – Legend
Ken Bruen, Cross
Ken Bruen, Priest
James Lee Burke, Tin Roof Blowdown
Laura Lippman, What The Dead Know
Ian Rankin, The Naming of the Dead
James Reasoner, Dust Devils
Best Novel – Rising Star
Sean Doolittle, The Cleanup
Charlie Huston, The Shotgun Rule
Larry Karp, The Ragtime Kid
Rick Mofina, A Perfect Grave
PJ Parrish, A Thousand Bones
Steven Torres, Concrete Maze
Best Novel – New Voice
Megan Abbott, Queenpin
Declan Burke, The Big O
Allan Guthrie, Hard Man
Steve Mosby, The 50/50 Killer
JD Rhoades, Safe and Sound
Duane Swierczynski, The Blonde
Best Publisher
Bitter Lemon Press
Europa Editions
Hard Case Crime
Poisoned Pen Press
Text Publishing
Best Editor
Charles Ardai, Hard Case Crime
Stacia Decker, Harcourt
Alison Janssen, Bleak House
Barbara Peters, Poisoned Pen Press
Dave Thompson, Busted Flush
Special Services to the Industry
Daniel Hatadi - Crimespace
Ali Karim – Shots, The Rap Sheet
Graham Powell - Crimespot
J. Kingston Pierce – The Rap Sheet
Maddy Van Hertburger – 4MA
Sarah Weinman – Confessions of an Idiosyncratic Mind
Best Short Story On The Web
The Leap by Charles Ardai - Hardluck Stories
Breaking in the New Guy by Stephen Blackmoore - Demolition
Amphetamine Logic by Nathan Cain - Thuglit
The Switch by Lyman Feero -Thuglit
Seven Days of Rain by Chris F. Holm - Demolition
Shared Losses by Gerri Leen - Shred of Evidence
The Living Dead by Amra Pajalic - Spinetingler
Convivum by Kelli Stanley - Hardluck Stories
Best Cover
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Robert Terrall - Kill Now, Pay Later |
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Gil Brewer - The Vengeful Virgin |
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George Axelrod - Blackmailer |
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Allan Guthrie - Hard Man |
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Nick Stone - Mr. Clarinet |







[...] James Lee Burkes und Laura Lippmans Bücher waren schon bei der Endausscheidung der Spinetingler Awards dabei. [...]
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