Kurzresension: Shakedown von Charlie Stella
November 29, 2007 von krimileser
It’s as simple as that, John. Everybody is playing their own angle in this, including the law.
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Diese Aussage Bobby Genarros, der Hauptperson des Buches, trifft es ziemlich genau. Italienische Mafia, irischer Mob, chinesische Banden und Polizisten, ehrliche und wie korrupte. Alle mit undurchsichtigen Interessen, ‘mal miteinander, ‘mal gegeneinander gerichtet. Sie täuschen, lügen und betrügen und meinen auch noch ihre männliche Ehre verteidigen zu müssen.
Mitten drin Roberto Genarro, der früher ein Wettbüro für die Mafia betrieb, aber nicht so richtig zur Familie gehörte. Er stieg aus, weil er ein neues Leben anfangen und eine Familie gründen wollte. Mitten drin also auch Lin Yao, seine Freundin und die Cousine eines aufstrebenden chinesischen Gauners. Auch sie möchte eine Familie gründen, aber nicht mit einem Mann der erschossen werden könnte.
Wer ein Wettbüro der Mafia führt, hat “illegal ” Geld mitgehen lassen, so die Logik der Mafia. Also beschließt sie eine Sondersteuer, die Genarro zu entrichtet hätte. Der mag aber nicht, worauf man bei der Mafia beschließt, ihm eine kleine Lektion zukommen zu lassen. Da gibt es einen Irischen Schläger, der immer wieder für die Mafia tätig ist, aber leider nichts über Lin Yao Verbindungen weiß.
Schlag auf Schlag geht das, die gesamten 280 Seiten des Buches über. Das Buch hat keinen Fokus, keine ruhende Mitte; die Perspektive und die Geschichte wechseln von Kapitel zu Kapitel und doch wirkt Shakedown nicht chaotisch sondern dynamisch. Das Buch hat den Humor, der zu der Mafiageschichte passt und Stella ist ein meisterhafter Erzähler.
Das merkt man gleich im ersten Kapitel, wo zwei Mafiosi, ein Neuling und ein eiskalter Killer, der Probleme hat, seine Aggressionsausbrüche im Zaume zu halten, sich im ehemaligen little Italy aufhalten, das mittlerweile fest in chinesischer Hand ist.
Dialoge, Szenerie, Handlung wirken einfach stimmig. Stella gehört bisher auch zu den Autoren mit ausgezeichnetem Ruf und geringer Leserzahl. Hierzu trägt möglicherweise auch die Tatsache bei, dass seine bisherigen Bücher nur als Hardcover erschienen sind. Shakedown ist nun das erste Buch, das auch als Paperback erscheint, vielleicht hilft es dem Autoren.
bernd

