Peter Temple: The Broken Shore
November 20, 2007 von krimileser
(deutsch: Kalter August)
Nachdem ich mich -> vor einer Weile mit den unterschiedlichen Kritiken zu dem Buch auseinandergesetzt habe, habe ich es nunmehr auch gelesen. Die entsprechende Besprechung ist bei -> wtd zu lesen.
Möglicherweise ist die Übersetzung des Buches ein Problem. Axel Bussmer zumindest, der sich lobend zum Original äußerte, schrieb über die deutsche Fassung: “Das hat während des gesamten vierhundertfünfzigseitigen Romans den Charme eines von einem Sprachcomputer verhunzten Textes. Aus lakonisch-wortkargen Menschen werden sprachgestörte Kretins.“
Der fünffache Gewinner des Ned Kelly Award for Crime Fiction ist mit großem Abstand der erfolgreichste Krimiautor Australiens. Eine eigene Homepage scheint er nicht zu haben. Einen älteren Text über Temple aus dem Jahr 2002 gibt es -> hier. Unter anderem mit dem Satz :”This is the hallmark of Temple’s writing: the sparse style, the diamond-pure clarity that comes from years of distilling words.“


It’s a shame to read that a reviewer had harsh words for the German version of “The Broken Shore.” You’re right: the translation may be a problem. Temple is one of the best prose stylists in crime fiction in the world, maybe the best.
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Detectives Beyond Borders
“Because Murder Is More Fun Away From Home”
http://www.detectivesbeyondborders.blogspot.com/
Soll ich das glauben? Dass alles nur an der Übersetzung hängt? Ich glaube es nicht.
Obwohl: Wenn’s Herr Bußmer sagt, wird’s schon stimmen. Also: Haut den Übersetzer.
Lieber Georg,
wir können uns ja gerne über die Legitimität der Verwendung aller möglichen aus dem Englischen stammenden Wörter unterhalten, aber das Du die stilistische Qualität eines fremdsprachigen Autors in der Übersetzung nicht sicher beurteilen kannst, finde ich trivial.
Informationstheoretisch sind Sprachen komplexe Codixes und die Übertragung von einem Code in den anderen kann Probleme bereiten. Das kann an der Qualität des Übersetzers aber auch an dem Code selber liegen. Nun bin ich natürlich schriftstellerisch völlig unbegabt, aber ich persönlich halte die meisten guten Autoren für nicht/kaum übersetzbar. Man kann wohl ein Destillat machen, welches einem deutschen Leser einen Eindruck vermittelt, aber mehr auch nicht.
Eine Übersetzung steht und fällt mit dem Sprachgefühl des Übersetzers. Mehr als ein “Destillat” sollte das Ergebnis schon sein. Leider werden Übersetzer nicht für Sprachgefühl bezahlt. Wer also tagelang an einer einzigen Seite rumdoktert, ist finanziell immer der Dumme.
bye
dpr
Natürlich lässt sich durch das Sprachgefühl des Übersetzers einiges bewegen. Aber zum Beispiel bei Shakespeare, Ellroy oder Mosley kann ich mir kaum vorstellen, wie man deren Texte von einer Sprache so in eine andere transferieren kann, dass der sprachliche Kontext in dem die Texte eingebettet sind, zu erkennen ist.
Wenn Pieke Biermann für den afroamerikanischen Dialekt Berlinerisch verwendet, dann mag das ja funktionieren (ich kann’s nicht beurteilen) aber es ist halt etwas ganz anderes.
Beste Grüße
bernd
das wäre spannend, mal einen deutschen krimi ins englische zu übersetzen und dann ins deutsche zurück. müsste eigentlich um ein viertel kürzer sein. englisch ist ja eine krimi-affine sprache.
*nachdenklich
**hat 50 seiten zu viel text
Ich fürchte nur, dass der Text, wenn er ins Englische übertragen wird, um ein Viertel anschwillt.
* kann leider bei 50 Seiten zuviel Text nicht wirklich helfen.
[...] gerne mehrere, auch unterschiedliche Rezensionen zu einem Buch liest und gleichzeitig Peter Temples Broken Shore (deutsch Kalter August) gelesen hat, den wird vielleicht die Rezension Glen Hapers auf [...]