Kurzrezension: Steven Torres’ Concrete Maze
November 15, 2007 von krimileser
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New York hat viele Krimiautoren, die ihre Bücher nicht nur in unterschiedlichen Vierteln und sozialen Schichten spielen lassen, sondern auch Protagonisten mit unterschiedlichen rassischen Hintergrund haben; Puerto Ricanische Hauptpersonen waren mir bisher nicht bekannt. Steven Torres schließt diese Lücke. Der bei New York lebende und in der Stadt aufgewachsene Torres hatte bisher Whodunits geschrieben, die in Puerto Rico spielen, nun jedoch erscheint mit Concrete Maze sein erster Thriller, der in New York selber spielt.
Jasmine Ramos ist 13 Jahre alt und Puerto Ricanischer Abstammung. Als sie eines Tages mit einer Freundin eine Eislaufbahn besucht, verschwindet sie. Ihr Vater und ihr Cousin machen sich auf der Suche nach ihr. Wenig Anhaltspunkte haben sie, wenig Hilfe finden sie, weder bei Passanten, noch bei Freundinnen, noch bei der Polizei. Und dennoch stoßen sie auf eine Spur und auf einen Kerl mit dem sie sich davon gemacht haben soll.
Carlos Valle ist ein undurchsichtiger Typ, verdient sein Geld mit Drogen – vielleicht – oder mit Mädchen – vielleicht – und hat Kontakt mit dem organisierten Verbrechen – vielleicht. Auf jeden Fall finden sie ihn zusammen mit einem Drogendealer in seiner Wohnung. Sie werden verlacht und abgewiesen, geschlagen und beschossen. Sie verbringen ihr Leben im Auto schlafend, essend und fahrend während sie mageren Hinweisen folgen. Bei der Suche nach Spuren Jasmines lernt der Leser die dunklen Viertel New Yorks sehr genau kennen.
Erzählt wird die Geschichte vom icherzählenden und namenlosen Cousin, einem jungen arbeitslosen Mann, der sich auf auf den Straßen der Stadt auskennt, ansonsten aber immer leicht überfordert wirkt, den Gedankensprüngen seines Onkels zu folgen.
Concrete Maze ist ein Buch der wechselnde Stile. Es lässt sich an wie ein Thriller, in dem die verzweifelte Suche eines Vaters nach seiner Tochter erzählt wird, entwickelt sich zu einem Whodunit, bei dem Täter gesucht werden, ohne dass jedoch saubere Spurenarbeit geleistet wird und ist überlagert von einem psychologischen Stimmungsbild der immer präsenten und dominierenden Stimme des Ich-Erzählers.
Letztendlich dominiert in diesem Buch der Icherzähler. Dieser beschreibt mehr seine Umgebung und ihre Reaktionen als dass er Abenteuer erlebt, so dass der Thrill nur gelegentlich durchbricht. Es ist auch keine literarische Tiefendarstellung Porto Ricanischen Lebens in New York, diese Schilderungen dienen mehr als Erläuterung des Gefühlslebens der Personen. Concrete Maze ist ein eigenständiges Buch, das ein wenig schräg zur gängigen Leseerwartung steht und mit feinen Beobachtungen und einer ganzen Menge Humor aufwartet.
bernd


[...] den USA hat, aber dort nicht sehr bekannt ist. Dass sein Buch Concrete Maze, das ich ja auch schon besprochen habe, nominiert worden ist, liegt auch daran (denke ich zumindest), dass er sein Buch zur Besprechung [...]