Kurzrezension: Gammy L. Singers A Landlords Tale
November 1, 2007 von krimileser
A Landlords Tale ist ein Regionalkrimi, der in Harlem, New York spielt. Warmherzig erzählt, mit einer angenehmen Portion Humor garniert, schildert er auch den Kampf der Straße gegen die alles verzehrenden Drogen. Im Mittelpunkt des Buches steht Amos Brown, frisch gebackener Hausbesitzer und ehemaliger Kleinkrimineller. Sein Problem: Harry the Monkey Chaser, so eine Art König von Harlem, Drogenboss, Spielerkönig und Onkel von Catharina, Amos’ jungem Glück.
Von seinem Vater den er kaum kannte, hat Amos zwei Häuser geerbt. Ein wenig heruntergekommen sind sie und alle Wohnungen sind auch nicht vermietet, schwierig deshalb das geschuldete Geld aufzutreiben. Und dann findet man im Keller auch noch eine alte Leiche. Wie sich ‘rausstellt, von Amos Mutter. Seinen Vater verdächtigt er und versucht herauszufinden, ob dieser es war. Er steigt tief in die eigene Familiengeschichte ein und entdeckt, dass ihn schon immer alle belogen hatten.
Später, nachdem die Sache mit dem Geld geregelt ist, entdeckt Harry sein Herz für Amos, schließlich ist Catharina die einzige Verwandschaft die Harry hat und so bietet er Amos an, in seine Organisation einzusteigen. Dieser sieht sich plötzlich mit einem Koffer voll Geld auf dem Weg zu Lieferanten und dann geht alles schief, das Geld ist weg und die Drogen auch.
A Landlord Tale ist ein gelungenes Buch, zwischen Whodunit, Familiengeschichte und fetziger Drogenverfolgung angesiedelt. Dabei übernimmt Amos die Rolle des gutmütigen Detektivs, der es auch mit übermächtigen Gegnern aufnimmt und alles tut, um den Pfad der Tugend nicht zu verlassen. Es ist ein positiv gestimmtes Buch, das aber darüber hinaus nicht vergessen machen will, dass Drogen die „black urban community“ zerstören, wie Pestizide eine Blumenwiese. Schmuckstück des Buches ist die gelungene Atmosphäre Harlems, dabei gelingt es der Autorin, das Buch nicht in der eigenen Darstellung ersaufen zu lassen. Lobend zu erwähnen ist aber auch der Stil des Buches, der mal knackig kurz, mal ironisch kommentierend gerät.
Gammy L. Singers Erstling ist eine positive Überraschung. Es ist es ein Buch, das neugierig macht auf die folgenden Bücher der Serie. Die Autorin gehört auch zu den Crime Sistahs

