(Chinesische Immigranten)
Das Buch Locked Rooms (Besprechung nächste Woche) der amerikanischen Autorin Laurie R. King führte bei mir zu einigen Assoziationen. Mir gefällt es, wenn sich die Welten unterschiedlicher Autoren und Bücher verbinden. Kings Buch spielt Anfang des 20 Jahrhunderts in San Franzisko und ermöglicht im Vergleich zu Büchern, die in der Gegenwart spielen auch einen Blick auf den Wandel in der Stadt und in Kalifornien.
So beschreibt sie die Situation der chinesischen Einwanderer. Generell war die Einwanderung von Chinesen seit 1882 in den USA untersagt (Chinese Exclusion Act: -> hier und -> hier ), das galt auch für den Familiennachzug (gleichzeitig war die Heirat mit Amerikanern, die aus Europa stammten, verboten !). Aufgrund von mehreren Gewaltausbrüchen gegen Chinesen in den 60er und 70er Jahren des 19. Jahrhunders hatten diese sich in eigene Gebiete zurückgezogen, die sich dann zu den Chinatowns entwickelten.
Kurz und prägnant stellt King die Situation der Chinesen dar. Zum Beispiel die Angst die noch Anfang des 20.Jahrhunderts bestand, als es passieren konnte, dass jemand mitten auf der Straße außerhalb Chinatowns aufgegriffen und verprügelt werden konnte. Auch beschreibt sie, wie Chinesen (hier: eine zukünftige Ehefrau) ins Land geschmuggelt wurden.
Ganz anders schildert Dominic Stansberry in Chasing the Dragon die Situation der chinesischen Einwanderer am Ende des 20. Jahrhunderts. Immer noch eine eigene Welt, immer noch misstrauisch beäugt und doch ein Teil der amerikanischen Gesellschaft (analog auch bei S.J. Rozan). Er illustriert die veränderte Situation mit einer Darstellung der Beziehung zwischen italienischen und chinesischen Einwanderern. Bei Stansberry reißen auch die geographischen Grenzen zwischen den ethnischen Stadtteilen ein.
Die Situation der chinesischen Einwanderer wird von jener der japanischen Einwanderer gespiegelt. Sehr eindrücklich schildern Naomi Hirahara (-> hier und -> hier) und Gary Phillips in Bad Night is Falling dieses. Diese Bücher spielen in Los Angeles und blenden zurück in die 40er Jahre, als alle Amerikaner japanischer Abstammung nach Ausbruch des 2. Weltkrieges interniert wurden. Anders als die chinesischen Einwanderer haben die japanischen nie ein eigenes Ghetto besessen. Deshalb scheint die Integration auch weiter zu sein als bei den Chinesen.
Und bei Gary Phillips sieht man, dass die Rolle der chinesischen Einwanderer, die sich noch bei King als Tagelöhner verdingten und bei dem Aufbau der Eisenbahn eine wichtige Rolle spielten, inzwischen von Mexikanern übernommen wurde.




[...] (deren Expansion über die Jahre hat Domenic Stansberry in Chasing the Dragon dargestellt) und die Asian American stellen mittlerweile ein Drittel der Population der [...]
[...] Russell, der Frau von Sherlock Holmes und entführt die beiden nach San Franzisko und arbeitet sich tief in dessen Geschichte [...]