Kurzrezension: The McDead von Ken Bruen
August 23, 2007 von krimileser
The McDead ist eine 120 Seiten umfassende Tour de Force durch London mit Detective Chief Inspector Roberts, Sergeant Brant und deren Kollegen. Ähnlich wie bei James Ellroys LA-Confidential sind auch in diesem Buch die Grenzen zwischen gut und böse, zwischen recht und unrecht nicht nur nicht immer zu erkennen, sondern auch willkürlich.
Detective Chief InspectorRoberts wird Nachts um drei von seinem Bruder an- und zu sich gerufen. Als Roberts bei ihm erscheint, findet er ihm erschlagen vor. Nun, auch wenn die Brüder sich zehn Jahre nicht gesprochen hatten, Familie ist Familie und die Ermordung des Bruders gehört gerächt. Gut, dass auch Brant schon immer der erfolgreichen Eindämmung der Kriminalität mehr Bedeutung zumaß, als dem gesetzeskonformen Vorgehen. Gemeinsam knüpfen sie sich den mutmaßlichen Täter vor. Schlecht nur, dass dessen Anwalt mit dem Chef von Brant und Roberts bei den Freimaurern ist.
Man wundert sich bei nur 120 Seiten - fast ja noch eine Kurzgeschichte nach heutigen Maßstäben: In diese Rahmenhandlungen sind noch zahlreiche weitere Ermittlungen und Handlungsstränge aus dem Privatleben der Polizisten eingebettet. Schließlich gilt es noch einen Serientäter zu fassen, der junge schwarze Frauen vergewaltigt und umbringt, die Frauen des Reviers haben so ihre Probleme mit der Männerwelt usw. Und so sehr diese Polizisten auch im Graubereich des Rechts stehen, klar ist, dass sie mit beiden Füssen auf dieser Seite der Moral stehen.
Das alles wahnsinnig witzig vorgetragen, so witzig, dass einem manchmal das Lachen im Halse stecken bleibt, in einer Sprache so poetisch, so noir, dass man kaum wieder etwas anderes lesen mag. Nach diesem Buch glaubt niemand mehr an den „guten Onkel“ Bobby, sondern man erinnert sich forthin daran, dass London eine der wahrlich großen Metropolen der Welt ist, mit einer Unterwelt, die dem angemessen ist und einer Polizei, die diese im Griff behalten muss.
The McDead ist das dritte und letzte Buch der White-Trilogy, aus der frühen Phase Bruens, mit der er die „britische“ Krimiwelt nachhaltig verändert hat - als Ire wohlgemerkt.
bernd


“Familie ist Familie”
One of the interesting aspects of the Brant and Roberts books is that the police have only each other as families. Bruen emphasizes this over and over in all seven of the books. In one, Porter Nash rejects his harsh, racist father in favor of his friendship with Falls and Brant.
Another writer on the porous borders between good and evil among police, though very sifferent from Ken Bruen, is Bill James.
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Detectives Beyond Borders
“Because Murder Is More Fun Away From Home”
http://www.detectivesbeyondborders.blogspot.com/
Yes, I agree. Family is not a value for (as far as I know) most of Bruens protagonists. With Roberts it is more the Mafia concept of Family. (Meaning: “If anyone fucks my family it’s me”
And thanks for the advice on Bill James. I’ll check him out.
In the most recent Brant novel, Ammunition, Brant is shot, and a nurse or someone else at the hospital asks his colleague’s if Brant had any family. “We are his family,” Roberts (think it was Roberts, at least) answers, harshly.
So it’s not just the Mafia concept of family. It’s more that the characters seek substitutes for their real families, and not just for reasons of violence and protection.
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Detectives Beyond Borders
“Because Murder Is More Fun Away From Home”
http://detectivesbeyondborders.blogspot.com/
Sorry, I didn´t make myself clear.
“With Roberts it is more the Mafia concept of Family”. Refers to his biological family.
Up to now I’am not sure about the relationship between Brant and Roberts. Could be that in the later books there evolved more than what is apparent in the first three books of the series.